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Boris Graffiti

01.03.2007 | 12:21 Uhr |

Nach wie vor holprig ist der Start des Plug-ins innerhalb von Final Cut Pro. Das Prozedere geht wie folgt: Feststelltaste drücken, Final Cut Pro starten, Final Cut Pro beenden, Feststelltaste lösen, Final Cut Pro neu starten, Graffiti anwenden. Wie zuvor kämpft das Programm mit dem Boris-üblichen, haarsträubenden Übersetzungs-Chaos.

Boris Graffiti 5
Vergrößern Boris Graffiti 5

Doch davon abgesehen wirkt Graffiti aufgeräumter und vor allem übersichtlicher als zuvor. Die vielen einzelnen Fenster kleben magnetisch zusammen und eine winzige Timeline innerhalb des Vorschaufensters hilft bei der Arbeit mit Keyframes. Alles in allem hat Graffiti sehr von den Neuerungen von Red 4.0 partizipiert und greift sogar auf dessen voreingestellte Fenster-Layouts zurück.

Drei Dimensionen

Zu den Neuerungen der Version 5 gehören vor allem der Import von EPS-Dateien sowie die Umwandlung selbiger in 3D-Objekte. Hierbei werden die Kanten der Grafik extrahiert, mit einer Textur versehen und im 3D-Raum gedreht, sodass alle Seiten des Objekts sichtbar sind.

Man kann selbst über Grad der Drehung, Tiefe der Extrahierung sowie Darstellungsgröße des EPS entscheiden. Zudem sind alle Parameter mittels Key-frames speicherbar, so lassen sich inte-ressante Titel- und Grafikanimationen im zwei- und dreidimensionalen Bereich generieren. Graffiti 5 versteht nun den 16-Bit-Farbraum. Das bemerkt man – 16-Bit-Material vorausgesetzt – an einer deutlich verbesserten Darstellung von Unschärfen und Verläufen, die jetzt nicht mehr so schnell zu Bendings neigen.

Um Graffiti 5 für die Kundschaft noch ein bisschen interessanter zu machen, hat Boris sich aus der eigenen Produktpalette bedient und einige Filter aus der Continuum- und der Final Effects-Serie entliehen. So finden sich in Graffiti die Effekte für Burned Film, farbiges Glühen und ein Filter für das Wachstum von Haaren sowie den Blick durch Glas. Ebenso können Anwender von Graffiti 5 neue Generatoren für Schnee, Wolken, Feuer und Regen auf Titel anwenden. Die meisten Filter sind von recht guter Qualität, wobei man bei einigen Effekten und Generatoren auch ein besseres Ergebnis erwarten könnte, beispielsweise bei dem Filter für Haare. Das laut Werbung „neue und verbesserte Hilfesystem” ist eine umfassende Auflistung aller Funktion, jedoch vermisst man eine ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitung, die dem Anwender beim Einstieg in die doch recht komplexe Software hilft. Auch die beiden mageren Tutorials, in Kombiniation mit der wirklich haarsträubenden Übersetzung der Programm-funktionen, sind keine wirkliche Hilfe für Einsteiger.

Info: Das ist neu

– Neue, verbesserte Oberfläche

– EPS-Import und Umwandlung in 3D-Objekt

– Unterstützung des 16 Bit Farbraumes

– Neue Filter aus der Serie Boris Continuum und Final Effects

Fazit

Wer viel mit Text in einem Schnittprogramm wie Final Cut Pro arbeitet, findet in Graffiti 5 ein nützliches Werkzeug für die Typo-Animation oder das Erstellen komplexerer Titel, Bauchbinden oder eines Abspanns. Allerdings setzt die Handhabung des Programms einges an Grundwissen, gute Englisch-Kenntnisse und/oder Geduld voraus, sodass Graffiti nicht jedem Anwender zu empfehlen ist. In den meisten Fällen sollte das Programm Motion, das ja Teil des Paketes Final Cut Studio ist, ausreichen. az

Wertung

Note: 2,8 befriedigend

Vorzüge direkt aus Final Cut Pro aufrufbar, viele Text- und Bewegungseffekte, vektor-basierte Texte mit Zugriff auf einzelne Buchstaben

Nachteile komplex in der Anwendung, schlechte Übersetzung der Menü-Funktionen, unzureichende Dokumentation und Einführung

Alternative Apple Motion, Adobe After Effects

Preis € (D) 309, € (A) 312, CHF 442; Update: € (D) 209, € (A) 211, CHF 299 (im Paket mit Boris FX 509 Euro, Update € 309)

Technische Angaben

Systemvoraussetzungen: ab Mac-OS X 10.2.6

Info Boris

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