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Bowers & Wilkins Zeppelin Wireless – Spitzenklang, magere Funktionen

03.05.2016 | 12:57 Uhr |

Der neue Zeppelin begeistert mit einem Klang, der vor allem mit Pop gefällt. Für Jazz und Rock fehlt es ein wenig an Bass.

Der Zeppelin ist bei Bowers & Wilkins ein Dauerbrenner. Die Urversion mit ihrer verchromten Rückseite war bei ihrem Erscheinen ein noch nie gesehenes Design-Highlight. An das außergewöhnliche Design hat man sich nun gewöhnt und im Laufe der Überarbeitungen der letzten Jahre ist das Chrom leider verschwunden, der Zeppelin gibt sich nun schlicht in schwarz. Und während in der letzten Version „Air“ noch die auffällige Halterung für den iPod beziehungsweise das iPhone glänzte, verschwindet sie in der aktuellen Ausgabe „Wireless“, und Bowers & Wilkins setzt komplett auf das Streaming (Bluetooth mit aptX, Spotify Connect und Apple Airplay ). So ganz werden aber Nutzer eines alten MP3-Players nicht im Stich gelassen, denn einen AUX-Eingang hält der Lautsprecher neben Ethernet und WLAN auch noch bereit.

Mit seiner immer noch modernen Form integriert er sich perfekt in ein designorientiertes Wohnumfeld.
Vergrößern Mit seiner immer noch modernen Form integriert er sich perfekt in ein designorientiertes Wohnumfeld.
© Bowers& Wilkins

Optische und Technische Überarbeitungen

Auch technisch hat Bowers & Wilkins den Zeppelin überarbeitet. Das beginnt bei der Verstärkung des Gehäuses, um Vibrationen zu reduzieren und macht bei einem auf 192 kHz beschleunigten Prozessor nicht halt. Komplett neu sind ebenso die fünf Chassis.

Klanglich hat sich der Zeppelin kaum verändert, sein Charakter ist gleich geblieben, mit Frische und Klarheit treibt er die Musik luftig in den Hörraum. Und so ist vielleicht gerade die Popmusik sein bevorzugtes Metier. Das aktuelle Album von Hurts klingt nicht nur musikalisch freundlicher, sondern wird vom Zeppelin auch beschwingt in den Raum transportiert. Frisch wie eine Meeresbrise spielt auch die neue Milchbar 8 und lässt den inneren Blick über das Meer gleiten.

Das Design-Highlight von einst hat sich zu einem Klassiker gemausert und gehört immer noch zu den besten Airplay-Lautsprechern.
Vergrößern Das Design-Highlight von einst hat sich zu einem Klassiker gemausert und gehört immer noch zu den besten Airplay-Lautsprechern.
© Bowers& Wilkins

So grenzenlos wie das Meer ist der Klangteppich aber dann doch nicht. Während elektronische Beats schön direkt und präzise kommen, sind der Tiefe Grenzen gesetzt. Beim Blick auf den schmalen Zeppelin verwundert das aber auch nicht wirklich. Dave Gahan & Soulsavers fehlt es an Volumen, um richtig los zu rocken. Vocal Jazz von Diana Krall beispielsweise ist etwas zu scharf, hier würde man sich mehr Wärme wünschen. Dafür sitzt die Sängerin aber auch direkt vor dem Zuhörer.

Für Anwender, die Airplay nicht nutzen wollen oder können, ist Bluetooth sogar mit dem hochwertigen aptX-Standard vorgesehen.
Vergrößern Für Anwender, die Airplay nicht nutzen wollen oder können, ist Bluetooth sogar mit dem hochwertigen aptX-Standard vorgesehen.
© Bowers& Wilkins

Fazit

In der vierten Generation hat sich die einstige Designikone kaum geändert. Der klangliche Feinschliff ist natürlich erfreulich, viel schöner wäre die Unterstützung des Streamingstandards DLNA gewesen. Hier bieten die Mitbewerber eine breitere Unterstützung. Apple Nutzer freuen sich über die problemlose Airplay-Integration, die aber auch schon das Vorgängermodell Zeppelin Air geboten hat. Eine deutliche Verbesserung gegenüber  ist die jetzt problemlose WLAN-Anmeldung.

Klanglich hat sich in den letzten Jahren am Markt viel getan: Während der Ur-Zeppelin  herausragend klang, sind ähnliche Qualitäten jetzt bei vielen Mitbewerbern zu finden.

Die Basisfunktionen Lautstärke und Wiedergabesteuerung ist sehr gut von oben erreichbar.
Vergrößern Die Basisfunktionen Lautstärke und Wiedergabesteuerung ist sehr gut von oben erreichbar.
© Bowers& Wilkins

Der luftig-frische Sound überzeugt und mit der richtigen Musik ist man mit dem Zeppelin bestens aufgehoben. Jazz und Rock-Liebhaber wünschen sich eventuell mehr Wärme und einen kräftigeren Bass. So oder so bleibt der Zeppelin auch in seiner Neuauflage ein Airplay-Lautsprecher, den man sich angehört haben muss.

Hersteller:

Bowers & Wilkins

Preis:

€ 699

Note:

1,5 gut

Vorzüge:

sehr guter Klang - frisch und luftig, spielt auch bei höheren Lautstärken noch klar

Nachteile:

Ein/Aus-Schalter auf der Rückseite, kein DLNA

Alternativen:

Naim mu-so Qb, Raumfeld Stereo Cubes, Denon Heos 7

Stromverbrauch:

Aus 0,33W, Standby 1,12W, Ein 9,2W

Ausstattung:

Streaming Airplay, Bluetooth (aptX), Spotify Connect; Anschlüsse WLAN, Ethernet, Line-In; Leistung 4x25W (Hoch- u. Mitteltöner), 1x50W (Bass)

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