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Test Corel CAD

19.10.2011 | 15:10 Uhr |

Beinahe wie Auto CAD soll es sich verhalten - und es bringt sogar 3D-Funktionen mit. Aber die Konkurrenz ist hart.

Für die Erstellung und Bearbeitung von Konstruktionszeichnungen und Bauplänen will Corel CAD eine von derzeit mehreren günstigen Alternativen zu Auto CAD sein. Es versteht sich wie diese nativ auf das Lesen und Schreiben von DWG-Dateien.

Installation

Knapp über 80 MB wiegt das CAD-Paket . Nach kurzer Suche (die Mac-Version ist als Mini-Link unten auf der Seite versteckt) und einer kleinen Schrecksekunde (der Installer besteht wie beim Vorbild darauf, erst "Akamai NetSession" zu installieren) installiert sich das Paket im Programme-Ordner. Die Aktivierung ist hakelig, denn man muss die ersten acht Zeichen des Bestätigungscodes weglassen. Nach dem Start erscheinen vier Fenster: eine Zeichnungsansicht, zwei Paletten und ein "Befehlsfenster". Unter (Snow) Leopard tut man übrigens gut daran, die Fenster gleich "zusammenzudocken".

Bedienung

Corel CAD eignet sich unter anderem für Achitektur
Vergrößern Corel CAD eignet sich unter anderem für Achitektur

Oberfläche und Bedienung sind einem CAD-Anwender vertraut. Die gewohnten Werkzeuge sind vorhanden, inklusive dem Befehlsfenster zur Eingabe von Kommandos per Tastatur. Bei der Erstellung von zweidimensionalen Objekten wird man von diversen Fangfunktionen unterstützt. Mittels Extrusion, Sweep, Loft oder Pfadextrusion erzeugt man daraus dreidimensionale Körper, die sich mittels Boole’scher Operationen weiter verbinden oder schneiden lassen. Mittels Plugin (kostenpflichtig) lassen sich Objekte auch rendern. Corel CAD verhält sich laut Hersteller nahezu exakt wie das deutlich teurere Vorbild. Dennoch bestehen große Unterschiede in der Qualität, die sich durchaus auf den Workflow auswirken können. Ein Mischbetrieb sollte aber prinzipiell möglich sein.

Corel CAD wurde gleichzeitig für Windows, Mac und Linux entwickelt. Als Plattform diente QT von Nokia. Das bedeutet auch, dass viele Bedienelemente nur emuliert werden können. Die Mac-Version bringt daher einige Ungereimtheiten mit. Dass der Mauszeiger gelegentlich mehrfach erscheint, ist dabei noch das geringste Problem. Die Oberfläche hat eine doch etwas antiquiert wirkende, klobige Aqua-Anmutung. Riesen Lapsus: Nicht angedockte Paletten sind selbst dann sichtbar, wenn das Programm inaktiv ist, und zwar auf allen Spaces - und vor allen anderen Fenstern! (Ein Problem, das übrigens bei den Gräbert-Epigonen nicht mehr auftritt und in der nächsten Version gelöst sein sollte.)

Alternativen

Den Low-End-Markt von Auto Desk will Corels Entwicklungspartner, die Berliner Softwareschmiede Gräbert, erreichen. Diese vertreibt das Paket auch selbst: " Ares Commander " ist sogar etwas preiswerter und weiter entwickelt. Der offizielle Plugin-Markt für Corel CAD wird ebenfalls von Gräbert unterhalten. Dassault Draft Sight ist eine reine 2D-Version der gleichen Entwicklungslinie - wenn auch ohne Automatisierungsfähigkeit und Support - dafür aber kostenlos.

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