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Corning Thunderbolt Glasfaser-Kabel im Praxistest

27.01.2015 | 16:37 Uhr |

Thunderbolt ist eine extrem schnelle Schnittstelle für den Anschluss von Peripheriegeräten. Da bei Thunderbolt die Intelligenz in den Kabelsteckern untergebracht ist, lässt sich das Signal über verschiedene Medien übertragen. Corning bringt das erste Glasfaserkabel für Thunderbolt, es muss im Macwelt Testcenter zeigen, was es in der Praxis leistet.

Zehn Meter lang ist unser Testkabel, doch es fühlt sich wesentlich leichter an als Kupferkabel und ist auch dünner. Hier macht sich der erste Vorteil der Glasfasertechnik bemerkbar: Gewichtsersparnis. Das Kabel ist zudem erstaunlich biegsam, man kann es zu extrem engen Radien knicken, ohne Beschädigungen befürchten zu müssen, die Glasfasern im Innern stecken das problemlos weg. Die Thunderbolt-Stecker sind allerdings deutlich größer als bei den herkömmlichen Kupferkabeln, sie passen aber dennoch in die Ports am Mac oder an Peripheriegeräten. Einschränkungen stellen wir hier nicht fest, man muss lediglich ein wenig mehr Platz an der Rückseite für die längeren Stecker einplanen.

Glasfaser im Testcenter

Wir schließen das Kabel an einen Mac Pro aus dem Jahre 2013 an. Als Gegenstationen testen wir verschiedene Geräte: Ein Promise-Raid, ein Lacie-Raid und ein Thunderbolt-Dock von Elgato. Auch Monitore lassen sich anschließen, das Display-Port-Signal wird ebenfalls per Glasfaser übertragen. Allerdings fällt Apples Thunderbolt-Display unter einen Sonderfall. Apple hat das Thunderbolt-Kabel fest am Display angeschlossen, man kann es nicht austauschen.

Alle Geräte im Test funktionieren mit dem Corning-Kabel auf Anhieb problemlos. Einschränkungen gibt es erst dann, wenn man Bus-powered Geräte anschließen will, die ihre Versorgungsspannung über Thunderbolt bekommen. Da sich keine Kupferadern im Corning-Kabel befinden, kann auch kein Strom übertragen werden. Diese Geräte funktionieren also nicht. Wenn man dennoch die große Entfernung (zum Beispiel zwei Räume) mit dem Glasfaserkabel überbrücken und am Ende ein Bus-Powerd-Gerät einsetzen will, kann man sich mit einem Trick behelfen: Schließt man das Glasfaserkabel zunächst an ein Thunderbolt-Gerät mit eigener Stromversorgung und durchgeschleiftem Thunderbolt-Port an – zum Beispiel ein Raid-System – kann man das Bus-powered Gerät mit einem herkömmlichen Kupferkabel an den zweiten Port des Geräts anschließen. In diesem Fall bekommt das Endgerät seine Versorgungsspannung vom Raid geliefert. Im Test funktioniert das einwandfrei.

Um die maximale Geschwindigkeit zu testen, benutzen wir eine externe Festplatte von Lacie, die zusätzlich mit einem SDD-Modul ausgestattet ist. Die Leseraten vom SSD-Modul liegen bei über einem Gigabyte pro Sekunde und sind damit exakt identisch zu den Werten mit normalem Kupferkabel. Auch hier gibt es also keine Einschränkungen. Da Thunderbolt 2 rückwärtskompatibel ist zu Thunderbolt 1, kann man die volle Geschwindigkeit von Thunderbolt 2 per Glasfaser nutzen.

Empfehlung

Das Corning-Glasfaserkabel ist die Lösung für viele Probleme, vor allem wenn es darum geht, per Thunderbolt größere Entfernungen zu überbrücken. Der Einsatz in der Praxis ist problemlos, meist sogar einfacher als beim Einsatz von herkömmlichen Kupferkabeln. Man wünscht sich eigentlich nur noch mit solchen Kabeln hantieren zu können, doch da gibt es eine Hürde: der Preis. 300 Euro kostet das Kabel mit 10 Metern Länge. Wer 60 Meter überbrücken will, zahlt satte 1300 Euro. Müssen es nur 5,5 Meter sein, zahlt man immer noch 180 Euro. Das ist happig und dürfte dafür sorgen, dass die Kabel auf absehbare Zeit nur im professionellen Umfeld zum Einsatz kommen werden.

Corning Thunderbolt Glasfaserkabel - 10 Meter

Hersteller: Corning

Preis: € 300, CHF 330

Leistung (40%): 1,1

Austattung/Kapazität (30%): 1,1

Handhabung (20%): 1,4

Ergonomie/Verbrauch (10%): 1,5

Vorzüge: hohe Datenraten, einfache Handhabung, sehr leicht, dünner als Kupferkabel, enge Biegeradien möglich.

Nachteile: hoher Preis

Alternativen: dezeit keine

Gesamtnote: 1,2 sehr gut

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