Von Stefan von Gagern - 27.08.2012, 16:37

Creative Suite CS 6

Adobe Fireworks CS 6 im Test

Adobes Webgrafikspezialist legt ebenfalls in Sachen mobilem Oberflächendesign und CSS-Unterstützung nach
Der Webgrafikeditor Fireworks bekommt oft nicht die gebührende Aufmerksamkeit, obwohl er für die Erstellung von Menüs, Knöpfen und der Aufbereitung von Fotos für das Web eigentlich unschlagbar ist. Im Gegensatz zu Photoshop, einem bis auf ein paar Vektorfunktionen rein pixelorientierten Grafikeditor, kombiniert Fireworks echtes Vektorprogramm-Bearbeitungsgefühl mit rein auf Bildschirme ausgerichtete Pixelgrafik. Zudem kann Fireworks Quellcode für interaktive Menüs und mehr beim Export mitliefern.
Die neue Version unterstützt das Erstellen oder Bearbeiten von jQuery Mobile Themes und ist damit nicht nur eine wichtige Ergänzung der neuen Gestaltungsmöglichkeiten in Dreamweaver.
jQuery Mobile macht es möglich, Oberflächen-Elemente wie Boxen (auch mit abgerundeten Ecken), Textschatten und Verlaufsfüllungen für die Bedien­oberflächen von mobilen Applikationen zu gestalten und in einer Datei zu speichern. Statt Pixelbilder nutzt ein Thema CSS-Eigenschaften für die Darstellung und kommt daher mit minimaler Dateigröße und wenig Server-Anfragen aus – bedeutet am Ende eine bessere Performance der App.
Fireworks kann per Befehl eine Vorlage erzeugen, die alle Elemente eines Themas wie Knöpfe, Hintergründe und Icons enthält. Die können mit den Grafik-Werkzeugen und dem Komfort eines Pixeleditors verändert werden.


Pixel durch CSS ersetzen


Die bessere CSS-Unterstützung macht es Fireworks CS6 möglich, viel öfter als bisher Pixelgrafiken komplett durch schlanken Code zu ersetzen. Das neue CSS-Eigenschaften-Bedienfeld erlaubt es Grafiken, die mit den normalen Werkzeugen gezeichnet wurden, wie Kästen mit abgerundeten Ecken, Verlaufsfüllungen und Schattenwürfen, in Quellcode zu wandeln. Dazu reicht es, die Grafik zu markieren. Die Palette zeigt die CSS-Eigenschaften an. Per Zwischenablage transportiert man den Quellcode zu Dreamweaver und erzeugt so komplexe Grafiken, komplett ohne Code und ohne sich lange mit dem nicht einfachen Thema beschäftigen zu müssen. Auch bisher gerade bei abgerundeten Ecken nötiges, mitunter haarsträubendes Slicing, ein Trick, bei dem Pixelgrafiken zerlegt und wieder per Code zusammengesetzt werden, können so gespart werden. Und noch wichtiger: Der Desig­ner kann selbst die Grafiken zeichnen und den Code aus der Zwischenablage kopieren und an die Entwickler weitergeben.
Eine weitere neue Möglichkeit ist der Export von CSS-Sprites. Damit können viele kleine Icons oder Animationsphasen auf einem Bild gezeichnet werden. Mit CSS werden dann per Code kleine Teile der Gesamtgrafik sichtbar gemacht. Vorteil: Nur eine Grafik wird einmal geladen und dann nur noch ein- oder ausgeblendet. Fireworks exportiert nicht nur die Grafik sondern erzeugt auch den CSS-Code dazu.

Daneben gibt es einige Feinarbeit in der neuen Version: Die Eigenschaftenpalette zeigt schneller beim Markieren eines neuen Objekts die richtigen Details an und insgesamt wirkt die neue Version deutlich reaktionsfreudiger. Optimierte Werkzeuge machen die Arbeit mit Verläufen und Füllungen einfacher, da die benötigten Werkzeuge schneller, direkt unter den Farbfeldern im Kontextmenü griffbereit sind.


 
Empfehlung

Nur die Möglichkeit, Grafiken einfach zu zeichnen und in sauberen CSS-Code zu wandeln, reicht als Argument für das Update. Fireworks CS6 zeigt sich runder, reaktionsfreudiger und stabiler denn je.
Hersteller Adobe
Preis € 400 CHF 477
Update von CS5 € 178 CHF 210
Note: 1,4 sehr gut
Leistung 50% 1,4
Ausstattung 20% 1,5
Handhabung 20% 1,5
Dokumentation 10% 1,3
Vorteile: Schnelles, einfaches Erstellen und Anpassen von jQuery Mobile Oberflächenelementen, visuelles Gestalten von Grafiken auf CSS-Basis, neue interessante Exportmöglichkeiten, bequemere Arbeit mit Farbfeldern
Nachteile: jQuery Mobile Befehle umständlich im Extensions-Menü versteckt
Alternative: Keine
Systemvoraussetzung: Ab OS X 10.6
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