Von Nikolaus Netzer - 29.08.2012, 17:01

Creative Suite CS 6

Adobe Illustrator CS 6 im Test

©Adobe

Eine rundum erneuerte Arbeitsumgebung für Illustratoren und Designer verspricht Adobe mit der Renovierung des Vektorzeichenklassikers. Wir suchen die Highlights der neuen Version
Eine Augen schonende Benutzeroberfläche, einfacheres Gestalten von Mustern, besseres Nachzeichnen von Bildern und Erweiterungen bei Werkzeug- und Funktionspaletten – mit diesen Verbesserungen kann Illustrator in der aktuellen Version punkten. Mit der Unterstützung von 64 Bit unterstreicht Adobe den professionellen Anspruch des Programms, denn Illustrator erhält erstmals kompletten Zugriff auf den im System verfügbaren Arbeitsspeicher.
Das unterbindet etwa beim Exportieren großer Dateien mit vielen Ebenen in das Format Photoshop lästige Fehlermeldungen und ermöglicht einen einwandfreien Export. Testdateien, deren Export Illustrator CS5.5 mit einer Fehlermeldung abbricht, lassen sich in Illustrator CS6 einwandfrei speichern. Je nach Aufgabe zeigt sich Illustrator allerdings speicherhungrig.

Classroom in a Book zu Adobe Illustrator CS6

Macwelt verlost ein offizielles Lehrbuch zu Adobe Illustrator CS 6 von Addison-Wesley im Wert von 40 Euro. Melden Sie sich bitte über unsere Kommentar-Funktion am Artikel, falls Sie an der Verlosung teilnehmen wollen. Sie wird bis Dienstag, den 4. September, dauern.

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Mehr Tempo dank Mercury


Das Mercury Performance Sys­tem, das Berechnungen des Bildschirmaufbaus auf die Grafikkarte verlagert, macht sich bei unseren Aufgaben aus dem Grafikeralltag nicht besonders bemerkbar. Ausnahmen sind die neue Musterfunktion, der Webexport und der Gaußsche Weichzeichner, der sogar deutlich profitiert. Schade, dass bei der Gelegenheit nicht auch das stufenlose Zoomen von Photoshop in Illustrator Einzug gehalten hat.

Das ist neue in Illustrator CS6

  • "Mercury“-Beschleunigung des Bildschirmaufbaus und 64 Bit Unterstützung für bessere Ausnutzung verfügbaren Arbeitsspeichers;
  • Verbesserte Mustererstellung mit eigener Palette und interaktivem Werkzeug;
  • Neue Palette für die Steuerung der überarbeiteten Nachzeichenfunktion;
  • Individuelle Konfiguration der Werkzeugpalette mit andockbaren Werkzeugsymbolen;
  • Verläufe lassen sich in verschiedenen Ausrichtungen auf Pfade legen;
  • Beschleunigter Gaußscher Weichzeichner;
  • Farbspektrum der Farbpalette lässt sich für genauere Farbwahl aufziehen und der Hexadezimalwert für Webdesigns ausgeben;
  • Verbesserte Transformierenpalette kann die Linien und Effekte in die Transformation einbeziehen ;
  • Erweiterte typografische Funktionen in der Zeichenpalette;
  • Versteckte Werkzeuge lassen sich an die Palette andocken;
  • Verbesserte Palettentransparenz, Control Panel;


Bessere Oberfläche in Illustrator CS6


Neben der Möglichkeit, die Helligkeit der Oberfläche in groben Schritten oder per Schieberegler den Vorlieben des Anwenders anzupassen, haben auch alle Symbole eine Überarbeitung erfahren und viele Paletten sind in Details verbessert. Hier hat sich Adobe sogar mehr ausgedacht, als bei der neuen Photoshop-Oberfläche. Aus der Werkzeugpalette lassen sich versteckte Werkzeuge nicht nur dauerhaft lösen, sie lassen sich auch zu einer vergrößerten Werkzeugpalette andocken. Mit den Doppelpfeilen lassen sich Werkzeugsymbole wahlweise horizontal oder vertikal ausrichten. Für die bessere Auswahl von Farben kann man die Farbpalette am rechten unteren Palettenrand mit der Maus aufziehen und das Farbauswahlfeld vergrößern. Wählt man als Farbmodell „Websicheres HTML“, erscheint ein Eingabefeld mit dem Hexadezimalwert der gewählten Farbe. Alternativ kann man einen Farbwert eintippen oder aus einem anderen Programm kopieren. Das klappte schon in der Vorversion, ist jetzt aber weitaus eleganter gelöst.


Neue Namen auf Doppelklick


In den Listenansichten verschiedener Illustrator-Paletten (Ebenen, Farbfelder, Pinsel und Zeichenflächen) kann man Bezeichnungen des Listeneintrags direkt per Doppelklick auf den Namen verändern, ohne Umweg über ein Dialogfeld. Es hat 20 Jahre gedauert, bis Illustrator-Anwendern in diesem Bereich die gleiche Funktionalität wie in Photoshop zur Verfügung steht.
Die jetzt standardmäßig in Grau gehaltene Arbeitsfläche kann unabhängig von der Benutzeroberfläche dauerhaft in Weiß dargestellt werden. Wer sich durch die zahlreichen Dialoge der Software arbeitet, stellt jedoch fest, dass bei weitem noch nicht alle Fenster das neue, veränderbare Aussehen haben. Immerhin hat Adobe in allen Dialogboxen die Knöpfe zum Bestätigen und Abbrechen in die rechte untere Ecke gesetzt. In der Vorgängerversion sind sie noch an unterschiedlicher Stelle in den Dialogboxen zu finden.


Das Nachmalen von Bildern


Um pixelbasierende Bilder in Vektorpfade zu wandeln, gibt es in Illustrator schon länger die Möglichkeit, sie per Befehl automatisch nachzeichnen zu lassen. Die dahinter liegende Technologie hat Adobe komplett überarbeitet und dem Modul eine eigene Palette mit dem Namen „Bildnachzeichner“ spendiert, in der endlich alle Optionen übersichtlich angeordnet sind. Die Palette lässt sich dauerhaft in die Benutzer­oberfläche einbinden oder als eigene Arbeitsumgebung namens „Nachzeichnen“ aufrufen. Ein Mausklick auf die Schaltfläche „Erweitert“ präsentiert eine Reihe von Zusatzoptionen. Im oberen Bereich der Palette entscheidet der Anwender durch Auswahl eines Symbols über die Anzahl der Farben oder Graustufen.
Voreinstellungen steuern die Umwandlung, die den Nachzeichnen-Optionen der Vorversion stark ähneln. Pfiffig ist, dass nun alles an einem Platz zu finden ist und zwischen den Versuchen, eine Umwandlung zu verbessern, lästige Menüaufrufe wegfallen. Die neue Palette gibt interaktiv Auskunft über die entstehende Anzahl von Flächen, Farben und Ankerpunkten beim Ändern der Einstellungen. Zusätzlich kann der Anwender entscheiden, ob neue Flächen miteinander verschmelzen oder gestapelt werden. Können Vorversionen von Illustrator Farben der Umwandlung bisher nur automatisch aus dem zugrunde liegenden Bildmaterial generieren, lassen sich jetzt Farben aus der Dokumentbibliothek einer Umwandlung zuweisen, was zu ganz neuen ästhetischen Ergebnissen führt.
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