Von Stefan Rubner - 01.03.2007, 12:38

D-Link Horstbox sDVA-G3342SD

Mit der neu überarbeiteten Horst-Box läutet D-Link die nächste Runde im Kampf um die Krone bei den Alleskönner-Routern ein. Dabei glänzt der Neuling nicht nur mit ansprechendem Design.
Einfache WLAN-Router bekommt man inzwischen beinahe schon an der Tankstelle. Will man aber neben drahtlosem Netzwerk, ein paar LAN-Anschlüssen und einem Port zum Anschluss des externen DSL-Modems mehr, wird das Angebot schnell dünn. Speziell wenn es darum geht, vorhandenes Telefon-Equipment und zusätzlich Internet-Telefonie zu integrieren, dann blieb bislang eigentlich nur der Griff zu Produkten von AVM. Diese Vormachtstellung versucht D-Link schon etwas länger mit der Horstbox zu brechen. Deren erste Version, offiziell DVA-G3342SB genannt, bietet zwar interessante Funktionen, wartete dafür aber auch mit klobigem Design und einigen Kinderkrankheiten auf. Völlig neu konzipiert präsentiert sich nun die jüngste Generation der Horstbox. Beim Produktnamen selbst weist nur der letzte Buchstabe auf den Neuling hin: sDVA-G3342SD heißt der Nachfolger, und der hebt sich schon rein optisch extrem wohltuend von seinem Urvater ab. Nach dem Öffnen der Verpackung präsentiert sich ein schlankes Gerät, dessen Gehäuse in Beinahe Klavierlack-Weiß gehalten ist. Die abgerundeten Kanten tun ein Übriges dazu, dass sich die neue Horstbox gut in Mac-Umgebungen einfügt. Neben dem eigentlichen Produkt enthält der Karton noch die Installationsanleitung nebst Treiber-CD, das Steckernetzteil sowie eine große Menge an Kabeln für die diversen Anschlussmöglichkeiten.

Alles dran

Obwohl die Bauhöhe auf etwa die Hälfte der Urversion geschrumpft ist wartet die aktuelle Horstbox mit einem Anschluss mehr auf. So bietet sie vier Netzwerkanschlüsse mit 100 MBit/s, zwei Telefonbuchsen für analoge Geräte, je einen ISDN-Port für interne Telefone und die Amtsanbindung, einen DSL-Port, der das integrierte DSL-Modem mit dem Breitbandnetz verbindet und nun eben zwei USB-2.0-Anschlüsse, die eine Verbindung zu Druckern oder externen Massenspeichern herstellen. Da alle Eingänge farblich gekennzeichnet sind ist ein versehentliches Anstecken der diversen Kabel an der falschen Buchse eigentlich nur mutwillig zu bewerkstelligen. Über einen Druckschalter auf der Rückseite lässt sich auf Wunsch auch der komplette WLAN-Teil abschalten, ein versenkter Reset-Taster ermöglicht das Zurücksetzen der Horstbox in den Auslieferungszustand.

Erleichterte Installation

Auch im Inneren hat sich einiges getan. Das fängt schon bei der Ersteinrichtung an, die sich dank vorinstallierter WPA2-Verschlüsselung und auf dem Router aufgedrucktem Schlüssel auch drahtlos und trotzdem vor Lauschern geschützt vornehmen lässt. Auf den von der Berliner Konkurrent AVM gebotenen Komfort einer per Bonjour übermittelten Konfigurationsadresse für den Browser muss man allerdings nach wie vor verzichten. Wie in guten alten Zeiten erfolgt das Erst-Setup über die IP-Adresse 192.168.0.1. Erfreulich ist dabei, dass nicht wie bei anderen Produkten üblich auf Firefox als Browser ausgewichen werden muss. Alle Einstellungen sind auch mit Safari problemlos erreichbar.
Das Web-Interface zur Konfiguration präsentiert sich ebenfalls stark überarbeitet. Eine klare Optik mit Reitern erleichtert die Navigation, gute Beschreibungstexte bei den einzelnen Optionen vermeiden ständiges Blättern im Handbuch oder den häufigen Abruf der stets verfügbaren, ausführlichen Online-Hilfe. Während erfahrene Anwender direkt die einzelnen Punkte anspringen dürfen bietet sich für weniger wagemutige Nutzer die Einrichtung mithilfe des Assistenten an. Dieser führt in logischer Abfolge durch die einzelnen Schritte. Dabei unterstützen gute Grafiken die textuellen Hinweise, so dass zur Inbetriebnahme wirklich kein Spezialist mehr erforderlich ist.
Vorhandene ISDN- oder Analog-Geräte lassen sich auf diesem Weg ebenso leicht mit der Horstbox koppeln wie das Einrichten von Voice-over-IP-Anschlüssen von der Hand geht. Auch um die Freigabe von angeschlossenen Festplatten im Netzwerk oder das Bereitstellen eines mit der Horstbox verbundenen Druckers kümmert sich der elektronische Helfer. Es empfiehlt sich trotzdem, die einzelnen Einstellungen zu kontrollieren, da beispielsweise Wählregeln nicht automatisch erzeugt werden.

Problemloser Betrieb

Sind die Konfigurationsarbeiten abgeschlossen überzeugt die Horstbox mit problemlosem Betrieb. Sowohl die Telefoniefunktionen wie auch die Netzwerkdienste arbeiten einwandfrei. Getrübt wird der positive Eindruck nur durch die etwas sparsame Ausstattung hinsichtlich des Stands der Technik. Die verbauten Fast-Ethernet-Schnittstellen bremsen moderne Rechner mit Gigabit-Ports deutlich aus und auch das WLAN nach Standard 802.11g leistet mit maximal 54 Mbit/s nur in etwa ein Viertel dessen, was moderne WLAN-Router bieten, die nach einer Vorab-Version des Standards 802.11n arbeiten. Trotz dieser Mängel kann die Horstbox im Gesamteindruck überzeugen.

Fazit

Mit einem Preis von - je nach Anbieter – um 125 Euro bietet die Horstbox sDVA-G3342SD alles, was das Anwender-Herz begehrt: WLAN, DSL-Modem, LAN-Switch für vier Geräte, zwei USB-Ports und eine vollwertige Telefonanlage für ISDN, analoge Geräte und Internet-Telefonie. Das alles verpackt in einem ansprechenden Gehäuse und garniert mit einer einfach zu bedienenden Oberfläche. So ein Angebot ist auf dem freien – also nicht von einem DSL-Anbieter subventionierten – Markt momentan nicht zu schlagen. sr
Steckbrief
Günstiger, funktionsreicher und unkomplizierter WLAN-Router
Note: 1,9 gut
Vorzüge ansprechendes Design, Vielfältige Anschlüsse, einfache Bedienung
Nachteile WLAN nur mit 54 Mbit/s, LAN-Ports nur 100 Mbit/s
Alternative AVM FritzBox DSL WLAN 7170
Preis € (D) 125, € (A) 127, CHF 179
Technische Angaben
Systemanforderungen: Mac mit Ethernet- oder Airport-Schnittstelle
Info D-Link, www.d-link.de
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