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Test: Cisco Linksys EA4500

24.08.2012 | 09:07 Uhr |

Cisco bringt die Router-Modelle der Linksys-EA-Serie in die Cloud. So lassen sie sich von iPhone und iPad aus bequem bedienen. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test

Der Cisco Linksys EA4500 hat große Ähnlichkeit mit dem Cisco Linksys E4200, der im letzten Jahr in unserem Test (Macwelt 8/11) überzeugt hat. So sind Gehäuse und Anschlüsse (1x WAN, 4x Gigabit-LAN, 1x USB-Port) identisch. Bei Geschwindigkeit und Reichweite kann der Linksys EA4500 jedoch zulegen und stellt nun sowohl im 2,4-GHz-Band als auch im 5-GHz-Band den theoretischen Wert von 450 MBit/s zur Verfügung. Als Top-Modell der neuen „Smart Wifi-App Enabled Router“ von Linksys, zu denen auch die beiden kleineren Modelle EA3500 und EA2700 gehören, verspricht der Linksys EA4500 dank Cisco Cloud Connect stets und allerorten Zugriff auf den Router und das heimische Netzwerk. Doch Ciscos Cloud-Konzept ist schon kurz nach Erscheinen auf Protest gestoßen, Cisco verzichtet daher auf einen Cloud-Zwang – allerdings mit Einschränkungen der Konfigurationsmöglichkeiten , dazu später mehr.

Konfiguration

Die Einrichtung erfolgt drahtlos über das auf CD mitgelieferte Installationsprogramm. Das WLAN des Linksys EA4500 ist ab Werk unverschlüsselt. Der folgende Einrichtungsdialog ist intuitiv und gut strukturiert. Hier erfolgt dann auch die Verschlüsselung des WLANs. Für die entsprechende Einrichtung übernimmt man wahlweise die Vorschläge des Routers oder trägt seine eigenen Wünsche ein. Nach Eingabe aller Daten überträgt das Programm alle Parameter an den Router. Als Bestätigung erzeugt der Router eine Textdatei der wichtigsten Einstellungen, in der jedoch sowohl das WLAN-Passwort als auch das Router-Passwort im Klartext stehen.
Für den vollen Zugang zur Cisco Connect Cloud ist das Anlegen eines Benutzerkontos Pflicht. Hierzu benötigt der Anwender eine valide E-Mail-Adresse, an die nach Eingabe der Benutzerdaten eine E-Mail mit einem Aktivierungs-Link für das Cloud-Konto geschickt wird. Bevor man sich in die Cloud begibt, ist das sehr genaue Lesen der umfangreichen Lizenz- und Nutzungsbedingungen jedoch Pflicht, da der Anwender dem Hersteller umfangreiche Zugeständnisse bezüglich Datenschutz und Privatsphäre erteilt.

Der Linksys EA4500 lässt sich auch ohne Cloud-Funktionalität verwenden, doch ohne ein Connect-Cloud-Benutzerkonto beschränken sich die Konfigurationsmöglichkeiten des Routers auf ein Minimum. Dies gilt auch, wenn kabelgebunden per LAN auf den Router zugegriffen wird. Hier sollte Cisco dringend nachbessern.
Nach erfolgreicher Aktivierung des Connect-Cloud-Benutzerkontos lässt sich der Router komfortabel über den Mac konfigurieren. Das Benutzer-Interface ist übersichtlich, was bei der Fülle der Konfigurationsmöglichkeiten von Vorteil ist. Die Firewall ist standardmäßig aktiviert, bei Bedarf lassen sich beispielsweise Kinderschutzfunktionen oder Medien-Server einrichten. Die Einbindung externer Datenträger über den USB-Port des Routers ist in wenigen Schritten erledigt.

Per App lässt sich der Linksys AE4500 sehr bequem konfigurieren, allerdings muss man dafür die Cisco Connect Cloud verwenden und deren umstrittenen Bestimmungen zustimmen.
Vergrößern Per App lässt sich der Linksys AE4500 sehr bequem konfigurieren, allerdings muss man dafür die Cisco Connect Cloud verwenden und deren umstrittenen Bestimmungen zustimmen.

Für Besitzer eines iPhone oder iPad steht die kostenlose App Cisco Cloud Connect im App Store zur Verfügung. Nach Eingabe der Benutzerdaten findet die App den Router automatisch und erteilt beispielsweise Auskunft über Netzwerkstatus und angeschlossene Geräte. Per iPad oder iPhone lassen sich dann die wichtigsten Router-Einstellungen konfigurieren. Einige Funktionen und Möglichkeiten des Routers bleiben der mobilen App aber verschlossen. Der Zugang funktioniert sowohl im lokalen Netz als auch über das Internet zuverlässig. Die Reaktionszeiten erscheinen dabei gelegentlich etwas träge.
Im App Store sind von Drittanbietern weitere Apps verfügbar (teilweise kostenpflichtig), die die Funktionalität der Linksys-EA-Serie erweitern. Zusätzliche Apps und Funktionalitäten sind laut Hersteller in Vorbereitung.

Die Rückansicht des Cisco Linksys AE4500: Die Anschlüsse entsprechen dem des älteren Linksys E4200
Vergrößern Die Rückansicht des Cisco Linksys AE4500: Die Anschlüsse entsprechen dem des älteren Linksys E4200
© Cisco

Leistungen

Als Dual-Band-Router funkt der EA4500 sowohl auf 5-GHz-Band als auch auf dem 2,4-GHz-Band. Für jedes Funknetz lässt sich der zu verwendende Standard (802.11a/b/g/n) ebenso wie eine individuelle Netzwerkkennung zuweisen. Bei Bedarf ist es möglich, jedes Funknetz separat ein- oder auszuschalten. Netzwerk-Performance und Reichweite liefern jeweils sehr gute Werte. In unserer Testumgebung überzeugt besonders die Signalstärke des 5-GHz-Bands gegenüber anderen Routern. Parallele Zugriffe und Aufgabenstellungen durch verschiedene Clients erledigt der Router während unserer Tests ohne Verbindungsabbrüche.

Ergonomie

Der Verbrauch des Linksys EA4500 beträgt bei eingeschaltetem WLAN knapp acht Watt. Der Router hat insgesamt sechs interne Antennen, deren Sendeleistungen für eine sehr gute Reichweite in Haus oder Wohnung sorgen. Daher geht der Verbrauchswert in Ordnung. Lobenswert ist der Netzschalter, mit dem sich der Router vom Netz trennen lässt. Das ansprechende flache Gehäuse erlaubt leider keine Wandmontage.

Empfehlung

Der Cisco Linksys EA4500 punktet durch seine umfangreiche Ausstattung, hohe Übertragungsraten und die  sehr gute Reichweite. Die beschränkten Nutzungsmöglichkeiten ohne Connect-Cloud-Benutzerkonto und die zweifelhaften Nutzungsbedingungen sind jedoch echte Wermutstropfen, die einer Kaufempfehlung zu diesem Zeitpunkt entgegenstehen. Der Hersteller hat zwar Änderungen angekündigt, aber wie diese letztendlich aussehen werden, bleibt abzuwarten.

Linksys AE4500

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