1449910

Die besten professionellen Datenrettungs-Dienste im Vergleich

12.04.2012 | 10:31 Uhr |

Wenn Festplatten, SSD oder andere Datenträger streiken, hilft nur noch der Auftrag beim Datenrettungs-Profi. Wir vergleichen die Anbieter, zeigen wie Datenrettung in der Praxis abläuft und worauf Sie achten müssen

attingo__analyse-cleanroom
Vergrößern attingo__analyse-cleanroom

Wenn die Festplatte mit wichtigen Daten oder der Mediensammlung nur noch klackende Geräusche von sich gibt, ist die Verzweiflung groß. Viel schlimmer ist die Angst, die darauf gespeicherten Daten könnten für immer im Nirvana verschwinden. Beim Privatanwender liegt heute mit Fotos, Videos und Musik praktisch das ganze Leben auf der Festplatte. Ein Crash kann die Erinnerungen der letzten Jahre verschwinden lassen. In Firmen oder bei Selbstständigen kann schon eine verlorene Datenbank existenzbedrohenden Schaden anrichten. Auf die beste und einfachste Schutzmaßnahme - das Backup - verzichten trotz Time Machine, günstigen Massenspeichern und Cloud-Diensten viele Anwender.

Festplatten-Defekte - Häufigste Ursachen

Wohnungsbrände, Wasserschäden oder Überspannung kommen zwar vor, sind aber laut Datenrettungs-Experten die seltenen Extremfälle, die einen Datenverlust auslösen. In der Regel kommen die Kunden wegen banaler Anwenderfehler oder Missgeschicke des Alltags. "Der Klassiker ist die heruntergefallene Festplatte. Desktop und mobile Speicher werden immer kleiner. Innen steckt aber immer noch sehr sensible Mechanik. Notebooks müssen noch nicht einmal herunterfallen, teils haben wir Fälle bei denen ein zu hartes Zuschlagen gereicht hat" berichtet Andreas Mortensen von Attingo in Hamburg.

Beschädigte Festplatten geben oft klackernde Geräusche von sich - mögliches Anzeichen für einen beschädigten Schreib/Lesekopf. Der häufig gegangene, aber leider falsche Weg, ist das wiederholte An- und Ausschalten der Festplatte. Die Experten empfehlen, das Gerät besser auszulassen. "Ein kleiner Spot auf der Magnetscheibe kann oft rasch zu einem Totalschaden führen. Der Schreib/Lesekopf schwebt normalerweise im Nanometer-Bereich über der Scheibe. Auch kaputte Laufwerke bewegen sich weiterhin über die drehenden Scheiben. Schnell kann durch Kratzen der Köpfe auf der Magnetschicht ein Ring entstehen und den fatalen Headcrash auslösen" warnt Mortensen. Der bessere Weg ist ein Anruf bei den Spezialisten. Die erste Beratung, bei der man das Problem beschreiben und sich zu weiteren Schritten beraten lassen kann, ist kostenlos und unverbindlich.

Datenrettung von Profis: Alle Datenträger, gute Erfolgsaussichten

Wenn bei versehentlich gelöschten Daten die Rettungssoftware versagt, oder ein Datenträger ein physikalisches Problem hat und das Medium nicht mehr vom Mac erkannt wird, bleibt nur noch der Gang zum Datenretter. Die Spezialisten verfügen nicht nur über das nötige Wissen, um die Daten zurückzuholen, sondern auch das Equipment wie Software und die nötige Laborumgebung zum Öffnen der Festplatten und Ersatzteile. Attingo hält zum Beispiel über 10 000 Ersatzteile wie Schreib/Leseköpfe von allen gängigen Herstellern und Modellen bereit - rund 99 Prozent der Bauteile werden abgedeckt, um im Ernstfall schnell Teile wechseln zu können. Zudem bedeutet Datenrettung permanent, sein Know-how weiterzuentwickeln. "Es gibt kontinuierlich neue Bauteile, neue Systeme und daher immer eine neue Situation. Man muss vorbereitet sein, um die Daten zeitnah den Kunden zur Verfügung stellen zu können" sagt Mortensen.

Profi-Datenretter sind heute auf alle Typen digitaler Datenträger vorbereitet: Festplatten, Raids, Flash-Speicher wie USB-Sticks, Speicherkarten oder SSDs. Ebenso gehören Exoten wie Bandlaufwerke, optische Datenträger wie DVD und Bluray und Disketten zum Repertoire. Da heute immer mehr kritische Daten auf dem Smartphone landen, die mobilen Begleiter aber nicht selten Erschütterungen und extremen Temperaturen ausgesetzt sind, bieten einige wie Kuert Datenrettung explizit auf ihrer Website auch die Datenrettung vom iPhone an. Profis arbeiten Betriebssystem-unabhängig und können von allen Plattformen die Daten wiederherstellen.

Die Chancen stehen nicht schlecht die Daten komplett oder zum Großteil wiederzubekommen. Die Profis nennen im Schnitt Erfolgsquoten von rund 85 bis 90 Prozent, bei manchen Datenträgern, wie Raid-Systemen, stehen die Chancen sogar noch besser. Die Erfolgsaussichten sind nicht nur von Art und dem Grad der Beschädigung des Datenträgers, sondern auch von der Art der Daten abhängig. Hier gilt: Je simpler die Daten, desto einfacher. Ralph Hensel , Senior Data Recovery Manager bei Convar in Pirmasens erläutert: "Werden zum Beispiel 99,8 % einer Datenbank wiederhergestellt, hat es unter Umständen keinen Nutzen, da die wiederhergestellten, miteinander verknüpften Daten trotzdem nicht lauffähig sind. Anders sieht es eventuell bei Bildern, Dokumenten, et cetera aus. Hier stellt ein Verlust in der Regel von einigen Prozent kein Problem dar, da jedes einzelne Bild an sich verwendet werden kann."

0 Kommentare zu diesem Artikel
1449910