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Test Plustek Optic Film 7600i: Günstiger Diascanner

02.11.2010 | 11:40 Uhr |

Der Markt für hochauflösende Diascanner für Kleinbildvorlagen ist überschaubar geworden und das vormalige Referenzgerät, der Super Coolscan 5000 ED von Nikon, nur noch in vereinzelten Restposten verfügbar. In diese Nische dringt der Plustek Optic Film 7600i vor.

Der Scanner bietet eine Abstastrate von 7200 ppi, das liegt deutlich über den Abtastraten, die bessere Flachbettscanner wie der Epson Perfection V700 bieten. Laut Hersteller liegt die Dichteunterscheidung des 48-Bit-Scanners bei 3.5 D. Für die Kleinbilddia-Vorlagen werden ein Halter für vier gerahmte Dias und ein Halter für Filmstreifen bis zu sechs Aufnahmen mitgeliefert. Die Handhabung der Vorlagenhalter ist insgesamt befriedigend, speziell der Filmstreifenhalter ist verbesserungswürdig. Der Optic Film 7600i beherrscht keinen Auto-Vorschub der Halter, man muss den Halter für jede einzelne Vorlage von Hand bewegen. Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl für die Einrastpunkte, andernfalls erscheinen die Vorlagen im Vorschauscan angeschnitten.

Die Software Silverfast Ai Studio macht beim Kleinbilddiascanner Plustek Optic Film 7600i die halbe Miete aus. Insbesondere die Multiexposure-Funktion verbessert deutlich das Scanergebnis.
Vergrößern Die Software Silverfast Ai Studio macht beim Kleinbilddiascanner Plustek Optic Film 7600i die halbe Miete aus. Insbesondere die Multiexposure-Funktion verbessert deutlich das Scanergebnis.

Wir testen das Gerät mit dem Scanprogramm Silverfast Ai Studio 6.6, das zusammen mit einem IT8-Target zur Scannerprofilierung beiliegt. In einer preisgünstigereren Version erhält man Silverfast SE Plus mitgeliefert, das einen begrenzteren Funktionsumfang hat. Zum Beispiel muss man auf die Profilierung verzichten. Unsere erste Maßnahme ist denn auch die Profilierung mit dem Target, die Silverfast vorbildlich mit einem Profilierungsassistenten fast automatisch erledigt - das so erzeugte ICC-Profil wird im Anschluß gleich aktiviert.

Die normalen Scanzeiten sind flott: Ein Endscan vom KB-Positiv mit 400 Prozent Vergrößerung ist mit 20 Sekunden Scanzeit genauso schnell im Kasten wie ein Vorschauscan dauert. Bei 3600 ppi benötigt der Optic Film 7600i schnelle 47 Sekunden; mit 7200 ppi Vollauflösung ist er 175 Sekunden beschäftigt. Wer jedoch die Staub- und Kratzerentfernung namens iSRD nutzen will, die das Gerät mit einem Infrarot-Scan unterstützt, benötigt schon 149 Sekunden für den Scan mit 3600 ppi und knapp über zehn Minuten für die Vollauflösung. Die hardwaregestützte Staub- und Kratzerentfernung will Plustek gegenüber dem Vorgänger 7500i verbessert haben - sie sollte jedoch noch weiter optimiert werden, denn sie erledigt ihren Job nicht vollständig.

Bei den meisten unserer Testvorlagen aktivieren wir zusätzlich zur iSRD-Funktion auch die Multiexposure-Funktion von Silverfast, bei der die Scansoftware zwei oder noch mehr verschieden "belichtete" Scans der Vorlage zu einem Ergebnisscan kombiniert. Dabei verzeichnen wir eine sichtbar bessere Differenzierung der Bildtiefen. Im normalen Scanmodus erreicht der Optic Film 7600i nur eine befriedigende Dichteunterscheidung. iSRD und Multiexposure kombiniert verlängern nochmals die Scanzeiten: Der 3600-ppi-Scan benötigt nun drei Minuten 45 Sekunden, die Vollauflösung beschäftigt den Scanner nun ganze 13 Minuten und 20 Sekunden, wobei ein Teil der Scanzeit abhängig von der Rechnerleistung ist (Testrechner ist ein iMac Intel Core 2 Duo mit 2,16 GHz und 2 GB RAM). Im Gegensatz zu anderen Scannern benötigt der Plustek-Scanner für Negative übrigens nicht sehr viel länger als für Positive. Auch die optische Auflösung kann Plustek auf der Plus-Seite verbuchen: Aus 7200 ppi Abtastrate macht der Optic Film 7600i immerhin knapp über 3000 ppi Detailunterscheidung, womit er sich in der optischen Auflösung jenseits der von Flachbettscannern mit Durchlichteinheit platziert.

Empfehlung

Als besonders durchsatzstark erweist sich der Plustek Optic Film 7600i nicht und die Schwäche seines Vorgängers bei der Staub- und Kratzerentfernung ist noch nicht vollständig beseitigt. Die optische Auflösung ist eindeutig ein Vorteil dieses dezidierten Kleinbildscanners, der Geräte-Dynamikumfang sollte jedoch durch die zeitaufwändige Multiexposure-Funktion der sehr guten Scansoftware Silverfast Ai Studio optimiert werden. Damit ist der Optic Film 7600i weniger für die Digitalisierung umfangreicher Diabestände geeignet, sehr wohl erreicht man aber mit Scanner und Software ansprechende Scanergebnisse.

Optic Film 7600i
Vergrößern Optic Film 7600i
© Plustek
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