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Digitale Spiegelreflexkamera

01.06.2005 | 16:50 Uhr |

Einsteiger-DSLR-Kamera mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis

canon eos
Vergrößern canon eos

Canon legt mit der EOS 350D die Messlatte für eine Einstiegs-DSLR-Kamera höher. Mit ihren Leistungsmerkmalen rückt diese Kamera mehr in die Nähe teurerer Modelle wie der EOS 20D. Wie diese hat die EOS 350D einen acht Megapixel auflösenden CMOS-Sensor im APS-C-Format, allerdings bereits einer der neueren Generation mit einer kleineren Größe. Für Besitzer analoger Objektive wichtig: Die EOS 350D weist eine Brennweitenverlängerung des Faktors 1,6 auf. Anscheinend verraten die Marktstudien den Herstellern, dass für dieses Preissegment kompakte Gehäuse gefragt sind. Als Antwort hat Canon die Größe der 350D gegenüber der Vorgängerin um über 20 Prozent geschrumpft. Kleiner sollte indes das Gehäuse nicht mehr werden. Die DSLR ist bereits so kompakt, dass eine Bedienung bei größeren Händen schon leidet, beispielsweise bei Betätigung des Haupt-Wahlrads. Wer mit Normalmaß-Fingern ausgestattet ist, kann die Kamera gut in den Händen halten. Doch sollte er sich angewöhnen, mit den Fingern nicht an die Rückseite der Kamera zu kommen. Dort versammeln sich rund um das Display die Einstelltasten mit teilweiser Doppelbelegung für Aufnahme und Wiedergabe. Die wichtigen Parameter sind während der Aufnahmesituation halbwegs schnell gewechselt, jedoch vermissen wir ein schnelles Umschalten zwischen Bildgrößen beziehungsweise den Bildmodi JPEG und RAW. In jedem Fall muss man dabei die Kamera absetzen, um auf LCD-Anzeige und TFT-Display schauen zu können. Die Anzeige im hinreichend hellen Sucher dagegen fällt mager aus.

Flinker Fokus

Ebenso flott wie die Einschaltzeit der EOS 350D wirkt der Autofokus mit sieben Messpunkten, der merklich schneller zu Werke geht als der der EOS 300D. Die AF-Modi bieten bekannten Canon-Komfort: Wechselt das Motiv von unbewegt zu bewegt, ändert die Kamera automatisch den AF-Modus zu AF Servo mit Schärfenachführung. Per Pfeiltasten oder Haupt-Wahlrad lassen sich die einzelnen Messpunkte auch manuell anwählen. Einen guten Eindruck hinterlässt die äußerst treffsichere Belichtungsmessung, die auch bei schwierigen Kontrastverhältnissen ein Überbelichten meist vermeidet.

Sechs Motivprogramme und eine Vollautomatik weisen darauf hin, dass die EOS 350D besonders einsteigertauglich sein soll, und in der Tat kann man die Kamera auch mal der Verwandtschaft in die Hand drücken, ohne dass diese dann an der Bedienung verzweifeln muss. Daneben stehen fünf Modi für den fortgeschrittenen Fotografen bereit, darunter auch eine Schärfentiefeautomatik.

Messwerte und Bildqualität

Mit acht Megapixel spielt die EOS 350D bereits in einer Liga, in der sich Objektive als auflösungsbegrenzend erweisend können. Das im Kit enthaltene EF-S 18- 55mm zeigt sich jedoch als gutes Basisobjektiv. In der kurzen Brennweite schwächelt es etwas mit einer leicht tonnenförmigen Verzeichnung. Schlechter jedoch ist der Randabfall, der 0,6 bis 0,7 Blendenstufen beträgt. Das Kamera-Objektiv-Kombi erzielt eine gute und über alle Brennweiten konstante Auflösung (Wirkungsgrad 74,1 Prozent). Bei JPEG-Aufnahmen fällt eine etwas aggressive Scharfzeichnung auf sowie die kontrastreiche, steile Wiedergabe der Mitteltöne. Herausragend unter den Messwerten ist die sehr gute Eingangsdynamik von 8,9 Blendenstufen. Das Rauschverhalten liegt im mittleren Bereich und steigert sich bei höheren ISO-Werten nur moderat. Bildfolgen schafft die EOS 350D in JPEG und RAW mit knapp drei Aufnahmen pro Sekunde, mit schnellen Compactflash-Speicherkarten bis zu 25 Aufnahmen am Stück.

Insgesamt benötigen die Aufnahmen in der Regel keine weitere Beabeitung. Wer jedoch lieber seinen Aufnahmen am Computer den letzten Schliff geben will, sollte zum RAW-Modus wechseln, der Aufnahmen wahlweise auch zusammen mit JPEGs speichert. Canon packt Mac-Anwendern ein umfangreiches und gutes Software-Paket für das Betrachten, Organisieren und Nachbearbeiten bei.

Fazit

Mit der EOS 350D hat Canon das DSLR-Einsteigersegment mit einer Kamera mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis bedacht. Sie bietet sowohl taugliche Aufnahmen „auf Knopfdruck“ wie auch genügend Spielraum für den fortgeschrittenen Digitalfotografen. So eignet sie sich auch als Backup-Kamera für den Profi. ms

Note: 1,8 gut.

Vorzüge: guter Funktionsumfang, gute Allround-Eignung, nur moderater Anstieg des Rauschverhaltens bei höheren ISO-Werten, gute Software-Ausstattung

Nachteile: für große Hände etwas zu kompakt, etwas aggressive Scharfzeichnung, Objektiv: leichte Verzeichnung in der kurzen Brennweite

Alternativen: Nikon D70, Olympus E-300, Pentax

Preis: (mit Kit-Objektiv) € (D) 1000, € (A) 1050, CHF 1528; (nur Gehäuse) € (D) 900, € (A) 950, CHF 1378

Technische Angaben

Auflösung: 8 Millionen Pixel

Sensor: CMOS

Seitenverhältnis: 3:2

System: Bajonett für EF- und EF-S-Objektive

Brennweitenverlängerung: 1,6-fach

ISO-Empfindlichkeit: 100, 200, 400, 800, 1600

Optischer Sucher: Dachkanten-Prisma

LC-Display: 1,8"-TFT, 115 000 Pixel

Speichermedien: Compactflash I/II, Microdrive (Speicherkarte nicht mitgeliefert)

Kit-Objektiv: EF-S 18-55mm f/3.5-5.6

Systemanforderungen: Mac mit USB-Schnittstelle

Info: Canon

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