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Test Nikon D5000: Digitale Spiegelreflexkamera mit Video-Funktion

05.06.2009 | 18:30 Uhr |

Ein neuer Trend bei Spiegelreflexkameras ist die Videofunktion, die durchaus mehr als nur eine nette Spielerei ist. Auch die Nikon D5000 bietet eine Videofunktion, wie in der Amateurklasse ihre schärfste Konkurrentin Canon EOS 500D sowie die Nikon D90 und Pentax K7.

Als direkte Konkurrentin zur Canon EOS 500D tritt die Nikon D5000 an. So bietet sie auch vergleichbare Ausstattungsmerkmale wie Staubschutz, Kit-Objektiv mit Bildstabilisator und HD-Videofunktion. Der Canon-Kamera voraus hat sie allerdings das schwenkbare Display sowie die Möglichkeit, per externen GPS-Empfänger die Geodaten direkt in die Exif-Informationen der aufgenommenen Fotos zu schreiben - iPhoto erkennt bei einem Import dann automatisch den jeweiligen Aufnahmeort.

Die Bedienelemente der Nikon D5000 verraten gleich, dass die Kamera vor allem für unerfahrene Anwender gedacht ist, die oft Motivprogramme und Automatikfunktionen verwenden - ganz so wie ihre direkte Konkurrentin Canon EOS 500D . Zusätzlich bietet die Nikon-Kamera über eine extra Info-Taste eine Hilfe-Funktion, sie erklärt und zeigt die verschiedenen Einstellungen. Dennoch bietet die Kamera auch für ambitionierte Fotografen ausreichend Einstellmöglichkeiten für kreative Aufnahmen, beispielsweise wie in der Preisklasse üblich eine Reihenaufnahme (Bracketing) von drei unterschiedlich belichteten Fotos. Das ist ausreichend für HDR-Fotos (High Dynamic Range), also Fotos, bei denen man durch das Zusammensetzen unterschiedlich belichteter Einzelaufnahmen ein Bild mit erhöhter Dynamik erhält.

Nichts zu bemängeln gibt es bei der Geschwindigkeit der Kamera: Nach dem Einschalten ist sie sofort einsatzbereit. Wie die Canon EOS 500D fokussiert die Nikon D5000 sehr flott und präzise. Bei der Serienbildgeschwindigkeit ist die Nikon-Kamera der Canon-Konkurrentin sogar überlegen: 3,7 Bilder pro Sekunde schafft sie bei JPEG oder RAW, die Canon EOS 500D dagegen 3,4 Bilder pro Sekunde.

Liveview

Die Nikon D50000 bietet ein nach unten und oben insgesamt um 180 Grad schwenkbares und um 270 Grad drehbares Display. Das ist ein Novum bei DSLR-Kameras von Nikon. Auch Canon sowie Pentax (sowie baugleiche DSLRs von Samsung) sollten hier bald folgen, denn sie sind die letzten Hersteller, der in keiner seiner DSLR-Kameras ein schwenkbare Displays verwenden. Das schwenkbare Display ist vor allem in Verbindung mit der Liveview-Funktion sinnvoll, also der Voransicht des aufzunehmenden Motivs im Display statt im Sucher. Hier hat Nikon aber einiges aufzuholen, denn der Autofokus im Liveview-Modus arbeitet äußerst langsam: Selbst bei guten Lichtverhältnissen braucht die Kamera im Liveview-Modus meist rund vier Sekunden um auf das Motiv scharf zu stellen - ganz anders als beim klassischen Modus, bei dem man durch den Sucher das Motiv wählt, denn hier arbeitet die D5000 äußerst flott. Auch der Autofokus der Canon EOS 500D ist im Liveview-Modus nicht der schnellste, dennoch ist er mindestens doppelt so flott wie bei der Nikon D5000. Bislang am besten arbeitet der Autofokus im Liveview-Modus bei den DSLR-Kameras von Olympus und Sony.

Videoaufnahmen

Einen eigenen Aufnahmeschalter für Videoaufnahmen, wie es die Canon EOS 500D bietet, gibt es bei der Nikon D5000 nicht. Vielmehr muss man, nachdem man den Liveview-Modus aktiviert hat, den OK-Knopf der Fünfwege-Steuerung drücken. Das ist am Anfang etwas ungewohnt aber durchaus komfortabel.

Wie bei der Canon EOS 500D kann auch die Nikon D5000 während einer Videoaufnahme nicht automatisch die Schärfe regeln. Bei der Canon EOS 500D kann man zwar noch während der Aufnahme selber den Autofokus bedienen, doch davon raten wir wegen den so verursachten Störgeräuschen und der oft auftretenden Pump-Effekts beim Scharfstellen ab. Nikon verzichtet aus diesen systembedingten Problemen gleich ganz auf die Möglichkeit, während der Aufnahme den Autofokus zu verwenden. So muss man bei der Nikon D5000 vor der Aufnahme entweder manuell oder per Autofokus auf das Motiv scharf stellen. Doch für die meisten Aufnahmen reicht dies auch aus und als Videofilmer sollte man ohnehin nur sehr sparsam mit Zoomfahrten während der Aufnahme umgehen. Videos lassen sich direkt per HDMI an einen HD-fähigen Fernseher betrachten. Übrigens lassen sich die Videoclips wie bei der Canon EOS 500D ohne Probleme und ohne langwieriges Konvertieren direkt in iMovie importieren und bearbeiten.

Bildqualität

Im Vergleich zur Canon EOS 500D ist die Bildqualität laut unseren Labormessungen etwas schlechter aber immer noch auf einem sehr guten Niveau. Auch wenn der mittlere Wirkungsgrad "nur" befriedigend ist - die Nikon D5000 produzierte in allen drei Messbereichen eine relativ gleichmäßige Auflösung, die zum Bildrand hin nur wenig nachließ. Besonders lobenswert war jedoch ihr Rauschverhalten. Denn sogar bei ISO 3200, der höchstmöglichen Einstellung, war der Messwert noch gut. Aber auch hier ist die Canon EOS 500D etwas besser und liefert bei hohen ISO-Werten rauscharmere Fotos. Gleiches gilt für den Dynamikumfang: Die Eingangsdynamik war sehr hoch, indes einen hauch schlechter als bei der Canon EOS 500D. Das bedeutet, dass selbst bei besonders kontrastreichen Motiven Lichter nicht ausbrennen und und Schatten nicht absaufen. Die ebenfalls hohe Ausgangsdynamik besagt, dass die D5000 zwischen den hellen und den dunklen Bildbereichen viele Helligkeitsstufen darstellen kann. Einziger Kritikpunkt der Bildqualität: Das Kit-Objektiv 18-55 VR verlor zum Bildrand hin deutlich an Helligkeit, bei kurzer Brennweite waren es sogar 0,9 Blenden. Hier empfehlen wir, wie auch bei der Canon EOS 500D, ein höherwertigeres Objektiv. Gut gefällt die moderate Scharfzeichnung, die auf den ersten Blick indes teils als unschärfer als bei den meist zu aggressiv scharfgezeichneten Fotos von Kompaktkameras wirkt. Doch gerade für die Nachbearbeitung ist die dezente Schärfung der D5000 von großem Vorteil.

Empfehlung

Wie bei der Canon EOS 500D bekommt man auch mit der Nikon D5000 viel Leistung für sein Geld. Die Wahl zwischen den Kameras ist zuallererst eine Wahl zwischen den Systemen und hier bieten beide Hersteller eine riesige Auswahl von Objektiven. Die Videofunktion der D5000 ist keine Spielerei sondern eine nützliche Zusatzfunktion, die den Einsatzbereich der Kamera sinnvoll erweitert. Wer allerdings darauf verzichten kann, für den ist die Nikon D60 die bessere Wahl, sie bietet sogar eine etwas bessere Bildqualität. Allerdings ist sie für HDR-Fotos nicht geeignet.

Nikon D5000
Vergrößern Nikon D5000
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