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Test Sony Alpha A77

08.11.2011 | 15:52 Uhr |

Starke Konkurrenz bekommen die Semi-Professionellen Spiegelreflex-Kameras Canon 7D und Nikon D7000. Denn die Sony Alpha A77 bietet einige Vorzüge.

Als einziger Hersteller hat Sony Spiegelreflex-Kameras im Portfolio, die ohne einen beweglichen Spiegel auskommen. Eine Vertreterin dieser Gattung ist die Alpha A77, die diese Produktreihe nach Oben abrundet und sich auf Augenhöhe mit semiprofessionellen Kameras wie die Canon 7D und Nikon D7000 befindet.

Der fest verbaute Spiegel der Sony Alpha A77 lenkt ein Teil des Lichts zu den Phasen-Autofokus um. Der Vorteil dieses Systems liegt darin, dass der Phasen-Autofokus auch während des Liveview sowie einer Filmaufnahme aktiv bleibt. Bei einer herkömmlichen Spiegelreflex-Kamera kann der Phasen-Autofokus nicht arbeiten, solange der Spiegel für die Aufnahme nach oben geklappt ist. Daher verwenden unter anderem Canon und Nikon den Bildsensor zur Schärfebestimmung. Der Nachteil hier ist, dass der Autofokus so sehr viel langsamer arbeitet als mit dem Phasen-Autofokus, der Vorteil indes, dass die Schärfebestimmung so exakter ist als mit dem Phasen-Autofokus. In der Praxis kann dies vor allem bei extremen Makro-Aufnahmen von Bedeutung sein, da hier der Schärfebereich oft nur im Millimeter-Bereich liegt. In unseren Praxis-Tests mit herkömmlichen Objektiven fokussiert die Sony Alpha A77V exakt.

Ausstattung

Ganz auf die Bedürfnisse eines ambitionierten Hobby-Fotografen, der Profi-Ergebnisse erzielen möchte, ist die Sony Alpha 77V ausgerichtet. Das ordentlich verarbeitete Gehäuse wird durch ein Aluminium-Chassis gehalten. Das Gehäuse ist zwar klassentypisch wuchtig, allerdings liegt die Kamera sehr gut in der Hand und bietet üppig gummierte Ablageflächen für einen sicheren Halt.

Sehr guter Sucher

Das drei Zoll große OLED-Display bietet auch bei heller Umgebung eine ausgezeichnete Darstellungsqualität, zudem kann man es schwenken und drehen. Zusätzlich bietet die Kamera einen elektronischen Sucher mit OLED-Display, der mit 786 432 Pixel hoch auflöst. Nähert man sich mit dem Auge dem Sucher, schaltet die Kamera automatisch um. Gut gefällt, dass man sowohl im Display wie im Sucher neben Gitterlinien auch eine Wasserwaage einblenden kann.

Bedienelemente

Wie es sich für eine semiprofessionelle Kamera gehört, findet man viele Bedienelemente an der Kamera. Diese sind klar gegliedert und logisch untergebracht. Die Bedienführung der Kamera gelingt nach kurzer Eingewöhnung intuitiv, man merkt der Kamera noch etwas das Erbe der sehr gut bedienbaren Konica-Minolta-Kameras an .

Als Besonderheit bietet die Kamera einen DRO- und HDR-Modus: Im DRO-Modus (Dynamikberich Optimierung) verbessert die Kamera automatisch die Lichter- und Tiefenzeichnung. Bei der HDR-Aufnahme erstellt die Kamera drei Aufnahmen in schneller Folge und berechnet daraus ein HDR-Bild. Allerdings gelingt dies nur, wenn man keine RAW-Aufnahmequalität wählt. Ein HDR-Bild braucht indes schon mal rund acht Sekunden Berechnungszeit. Dieser Modus ist vor allem für Landschaftsaufnahmen mit hellem Licht und tiefen Schatten oder auch Gegenlicht-Aufnahmen interessant, allerdings sollte sich nichts im Motiv schnell bewegen. In unseren Praxistests fällt der Effekt teilweise zu stark aus, so können Wolkenstrukturen zu hart wiedergegeben werden. Belichtungsreihen lassen sich entweder mit drei oder fünf Bildern in Folge aufnehmen, so kann man später am Mac ein besser angepasstes HDR-Bild erstellen.

Eingebaut ist auch ein GPS-Modul. Ist es aktiviert, werden die Geo-Daten zu einem Foto gespeichert. iPhoto erkennt diese Ortsbestimmung problemlos. Allerdings braucht das GPS zusätzlich Strom, daher sollte man diese Funktion deaktivieren, wenn man mit der Akku-Laufzeit haushalten möchte.

Der Akku hält laut Sony für rund 470 Aufnahmen, wenn man nur den elektronischen Sucher verwendet, beziehungsweise 530 Aufnahmen mit aktiviertem Display. In unserem Test hält der Akku einen ausgedehnten Foto-Nachmittag mit rund einer viertel Stunde Filmen, ohne dass er endgültig zu neige geht. Wir empfehlen, einen Ersatzakku einzukalkulieren.

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