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Display für Farbprofis: LG 27MB85Z-B im Praxistest

06.02.2015 | 14:01 Uhr |

Mit dem 27MB85Z-B bringt LG ein Hardware-kalibrierbares Display mit erweitertem Farbraum für professionelle Grafik-Anwender heraus. Doch ist es mit einem Straßenpreis von unter 700 Euro eine Alternative zu echten Premium-Anbietern?

Das 27-Zoll-Display im 16:9-Format wartet mit einer Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel auf. Im Innern werkelt ein AH-IPS-Panel , dessen Hintergrundbeleuchtung aus GB-r-LEDs besteht. Daher kann es den Adobe-RGB-Farbraum zu 99 Prozent abbilden. Dank Hardware-Kalibrierung, integriertem Farbmanagement und matter Displayoberfläche soll sich der Bildschirm vor allem für professionelle Grafik-Anwender eignen. Mit dem Mac kommuniziert das Display über Thunderbolt 2 (2 mal), HDMI (1.4) oder Display Port (1.1). USB 3.0 (1x up, 3x down) und Audio-Out komplettieren die umfangreiche Schnittstellenausstattung.

Der Bildschirm ist dreh-, neig- und höhenverstellbar, was ihn zu einem sehr ergonomischen Gerät macht. Darüber hinaus lässt er sich hochkant in den Porträt-Modus drehen. Über die Dual-Link-up-Funktion können dank Picture-by-Picture zwei Signalquellen gleichzeitig am Monitor betrieben werden. Allerdings muss eine der Quellen per HDMI eingespielt werden. Zum Lieferumfang gehören die Kalibrierungs-Software "Tru Color Pro" sowie eine Split-Screen-Software. Der Preis für das Premium-Display liegt bei 829 Euro. Er wird aber bereits für 680 Euro gehandelt.

Installation

Der Zusammenbau des 7,6 kg schweren Displays geht absolut problemlos. Die Kalibrierungs-Software Tru Color Pro (ab OS X 10.7) ist eine LG-Eigenentwicklung und erlaubt die Kalibrierung auf einen Arbeitsfarbraum wie Adobe RGB über die Monitor-Hardware. Die Split-Screen-Software gestattet die Aufteilung des Bildschirms in bis zu vier separate Bereiche, in denen etwa Dokumente von vier verschiedenen Anwendungen nahtlos nebeneinander dargestellt werden können. Sie wurde für die Modelle im 21:9-Format entwickelt, um Bildschirminhalte besser verwalten zu können. Beim 16:9-Format macht ist sie nur bedingt sinnvoll einsetzbar.

Im Testcenter

Über das OSD des Monitors kann man verschiedene Bildvoreinstellungen auswählen. Neben den für Grafiker relevanten Arbeitsfarbräumen sRGB und Adobe RGB stehen auch Dicom (für medizinische Anwendungen) sowie ein Lesemodus zur Verfügung. Bei Aktivierung des letzteren werden die Blauanteile im Backlight reduziert, was die Augen bei längerem Lesen vor Ermüdung schonen soll. Daneben gibt es noch einen anwenderspezifischen Modus sowie einen Speicherplatz für die per Hardware-Kalibrierung gemessenen Einstellungen von Helligkeit, Gamma und Weißpunkt. Fern der Bildparameter können etwa Gamer die Schaltzeiten des Panels in drei Stufen (schnell, mittel, langsam) anpassen.

Der Bildschirm ist mit 368 cd/qm ausgesprochen hell, dank eines maximalen Kontrastverhältnisses von 1187:1 auch noch recht kontrastreich. Die Helligkeitsschwankungen liegen bei durchschnittlich 12 Prozent, was allerdings nur befriedigend ist. Die Schaltzeiten der Flüssigkristalle variieren je nach gewählter Einstellung. Sie reichen von 13,6 ms (schnell) über 17,4 ms (mittel) bis hin zu 21,6 ms (langsam). Das ist für ein IPS-Panel ordentlich, zumal es sich vornehmlich an Grafiker richtet. Abschließend ermitteln wir noch die Energieaufnahme. Bei maximaler Helligkeit  beträgt sie 67,1 Watt, bei praxisrelevanten 120 cd/qm sind es noch 40,5 Watt, im Standby 0,1 Watt und ausgeschaltet schließlich 0,0 Watt.

Empfehlung

Der bestens ausgestattete und ergonomisch einstellbare Bildschirm lässt nur wenige Wünsche offen. Die Kalibrierungs-Software ist vergleichsweise einfach und offeriert nicht so viele Optionen wie etwa Spectraview Profiler von NEC oder Color Navigator von Eizo. Weniger Fachkundigen erleichtert dies aber auch den Einstieg ins Thema Farbmanagement. Farbmanagement-Profis werden aber einige Optionen vermissen. Aufgrund seiner beiden Thunderbolt-2-Anschlüsse eignet sich das Display ausgesprochen gut für die Verwendung mit einem aktuellen Mac Pro.

LG 27BM85Z

Hersteller: LG

Preis: € 830, CHF 879

Leistung (40 %) 1,6

Ausstattung (30 %) 1,4

Handhabung (20 %) 1,6

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 1,0

+ Sehr gute Bildqualität, blickwinkelstabil, viele Anschlüsse

- mäßige Homogenität

Alternative: NEC Spectraview 272, Eizo CG277

Gesamtnote: 1,5 sehr gut

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