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Draytek Vigor 2900G

20.02.2004 | 14:15 Uhr |

Erst haben die Geräte auf sich warten lassen, jetzt gibt es bereits eine stattliche Auswahl von Airport-Extreme-kompatiblen (IEEE 802.11g mit max. 54 Mbit/s) ADSL-Routern auf dem Markt. Draytek gehört zu den Nachzüglern in diesem Bereich, aber der neue Vigor 2900G bringt dafür viele Vorteile gegenüber seiner Konkurrenz mit.

Zunächst wäre da beispielsweise der USB-Printserver, der in heterogenen Netzen einen modernen Drucker für jeden Client verfügbar macht. Draytek und Apple bilden in dieser Hinsicht die Ausnahmen bei den 802.11g-ADSL-Routern, was sich allerdings auch in einem deutlichen höheren Produktpreis von nahezu 300 Euro bemerkbar macht. Bei der Router-Funktionalität bietet Drayteks Vigor 2900G alles, was das sicherheitsbewusste Herz eines Administrators begehrt. URL- und Schlüsselwort-Filter mit optionalem Zeitplan, ausführliche Sicherheitslogbücher, integrierte Firewall mit Stateful Packet Inspection (SPI) zur Abwehr von Denial-of-Service-Attacken (DoS) sowie den Eintrag eines DMZ-Servers, der durch den Router über das Internet sichtbar ist (Demilitarized Zone). Draytek hat dem Router zusätzlich noch VLAN (Virtual Local Area Network) nach dem IEEE-Standard 802.11q spendiert, für diese Preisklasse besonders bemerkenswert. VLAN erlaubt die Unterteilung eines LANs in logische Einheiten, beispielsweise nach Abteilungen oder nach verwendeten Applikationen. Diesen Einheiten kann der Administrator seitens des Routers individuelle Prioritäten einrichten, um die verfügbare DSL-Bandbreite effektiv im Netz zu verteilen. Wie einige andere 802.11g-DSL-Router auch unterstützt der Vigor 2900G fragmentierte UDP-Pakete (Unified Datagram Protocol), die vor allem bei Onlinespielen zum Einsatz kommen. Draytek liefert für diese Funktion eine verständliche Erklärung, die Konkurrenz nennt diese Funktion vollmundig "Gaming-Mode".

In der WLAN-Ecke hält sich Draytek an den 802.11g-Standard ohne zusätzliche Beschleunigungsfunktionen, wie es beispielsweise US Robotics oder Netgear anbieten. Draytek setzt auf den Prism-GT-Chipsatz von Globespan Virata (früher Intersil), der im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen aus dem 11g-Umfeld besser mit der Broadcom-Hardware (Airport Extreme) von Apple zurechtkommt. So liefert der Vigor 2900G in unserem Helios-Lantest-Benchmark über AFP in direkter Nähe hervorragende Wert, und muss sich nur von Netgears WGR614 (Hardware-Revision V2) geschlagen geben. In einer Entfernung von 20 Metern innerhalb eines Gebäudes verliert aber auch der Prism-GT-Chipsatz irgendwann die Begeisterung für die Broadcom-Clients und landet nur noch beim doppelten Durchsatz eines guten 802.11b-WLAN.

Fazit

Drayteks Vigor 2900G ist für alle sicherheitsbewussten DSL-Kunden eine gute Alternative zur Apple Airport-Extreme-Basisstation. Kleinere Agenturen oder Wohngemeinschaften können die VLAN-Funktion sinnvoll einsetzen, beispielsweise zur direkten Kosten- und Transferkontrolle. Dank des Prism-GT-Chipsatzes ist der WLAN-Teil des Routers auch mit gängigen PC-Adaptern kompatibel, so dass die Geschwindigkeitsvorteile von 802.11g auch tatsächlich bei alltäglichen Anwendungen spürbar sind. Trotz zwei verwendeten Antennen ist die Reichweite jedoch nicht so gut wie beim momentanen Macwelt-Testsieger Netgear WGR614.

Download: 802.11g-ADSL-Router - Benchmarks (PDF, 19 KB)

Download: 802.11g-ADSL-Router - Ausstattung und Bewertung (PDF, 23 KB)

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