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Duden Fremdwörterbuch

14.03.2005 | 13:03 Uhr |

Die Aussprachehilfe des Fremdwörterlexikons auf CD lässt einige Wünsche offen.

Wenn ich was hasse, sind das Weicheilösungen à la neue deutsche Rechtschreibung. Endlich verspricht eine anerkannte Instanz wie das neu aufgelegte Duden-Fremdwörterbuch auf CD mit seinen 9000 "akustischen Aussprachehilfen" aus der Aussprachedatenbank der ARD Klarheit in die Redaktion zu bringen, die sich seit Jahren nicht einigen kann, ob der Level-2-Pufferspeicher nun eher französisch "casch" oder englisch "cäsch" ausgesprochen wird. Doch was sagt der Duden: beides geht. Und so sind wir wieder nicht schlauer geworden.

Überhaupt ist das Ergebnis unserer Stichproben ein zwiespältiges: Die Frage, ob China nun mit "ch", "k" oder etwa gar "sch" am Anfang ausgesprochen wird, ignoriert der Duden und fertigt uns mit einem Verweis auf das Knochenporzellan "Bone-China" ab. Weitere Anfragen beantwortet das Fremdwörterbuch unterschiedlich: Portemonnaie findet er über die Suche nicht, obwohl es in der alphabetischen Liste steht, dafür gibt es zur Übersetzung ein Aussprachebeispiel. Den in der Computerwelt durchaus üblichen Begriff Maintenance kennt die aktuelle Version des Duden Fremdwörterbuches ebenso wenig wie die Bezeichnung Sajadeh für Gebetsteppich, über dessen Aussprache die Redaktion noch letzte Woche heftig diskutierte.

Dafür klärt er uns im Vorfeld der Cebit darüber auf, dass CAD (computergestütztes Design) ebenso englisch auszusprechen ist wie IT (Informationstechnologie), vom aktuellen Schlagwort "Voice over IT" hatte die Duden-Redaktion wohl noch nichts gehört. Ein Blick auf die Homepage der Zeit verhilft uns zu zwei weiteren schönen Fremdwörtern und deren Erklärungen: Xylem und Phloem. Ersteres ist der Wasser leitende Gefäßteil der Pflanze, Letzteres ein Siebteil der pflanzlichen Leitbündel. Für Zeit-Leser ist das neue Fremdwörterbuch also in jedem Fall eine Empfehlung.

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