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Starcraft 2

24.08.2010 | 10:30 Uhr |

Das vielleicht wichtigste Strategiespiel der Saison ist endlich erschienen: Die Kampagne von Starcraft 2: Wings of Liberty erfüllt die hohen Erwartungen. Sofern man etwas Geduld mitbringt.

Starcraft II Screenshot
Vergrößern Starcraft II Screenshot
© Blizzard

Starcraft 2 ist ein extrem komplexes Weltraum-Strategiespiel. Überall auf der Hyperion, dem Raumkreuzer und Hauptmenü warten Gesprächspartner, mit denen der Kampagnen-Hauptcharakter Jim Raynor gut übersetzte (allerdings nicht interaktive) Dialoge führt.

Viele Dialoge finden vor oder nach bestimmten Missionen statt, es gibt aber auch optionale Wortwechsel. Und selbst die wollen wir nicht verpassen, weil sie den Charakteren mehr Profil verleihen. In der Bar steht sogar ein Spielautomat, außerdem können wir in den Menübildschirmen immer wieder einzelne Details anklicken.

Die eigentliche Handlung wiederum kommt in den ersten fünf bis zehn Spielstunden extrem langsam in Fahrt. Nach dem trockenen Beginn gewinnt die Geschichte deutlich an Tempo. Erst das Ende enttäuscht wieder. Denn Blizzard inszeniert den Kampagnen-Abschluss zwar mit einer schicken Sequenz, allerdings ist der Ausgang zu offen und wenig befriedigend.

Wichtige Fragen werden dabei nicht geklärt. Dies ist dem Trilogiekonzept geschuldet, die nächste Starcraft-Episode "Heart of the Swarm" wird diese Handlung wohl weiterspinnen.

Der Spielablauf

Neben den Hauptmissionen gibt es einige Nebenzweige, die wir auch ignorieren können. Dennoch erledigen wir freiwillig alle der 26 Missionen, weil wir damit oft zusätzliche Truppentypen freischalten sowie Geld für Söldner und Upgrades verdienen. Durch bewältigte Nebenziele füllen wir zudem unser Konto mit Forschungspunkten. Diese Forschung trägt zur erhöhten Vielfalt bei: Wenn wir genug Forschungspunkte gesammelt haben, dürfen wir eine von zwei alternativen Technologien freischalten. So steigt auch der Wiederspielwert: Wir wüssten schon gerne, wie sich die Alternativ-Technologien auswirken.

Die vier Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich vor allem in der Anzahl und Stärke der einzelnen Gegner.

Grafisch hinterlässt Starcraft 2 einen guten Eindruck. Und zwar nicht nur dank der schönen Zwischensequenzen, sondern auch auf dem Schlachtfeld. Blizzard hat aus der betagten Engine alles herausgeholt.

Mehrspieler-Modus

Kein Wort fasst den Multiplayer-Modus von Starcraft 2 treffender zusammen als "Stress". Wer sich in die interstellare Völkerschlacht stürzt, steht ständig unter Hochdruck, muss schnell denken und noch schneller handeln, zumindest im Duell mit erfahrenen Gegnern. Der Mehrspieler-Modus von Starcraft 2 fußt auf Blizzards Online-Plattform Battlenet, die einen gravierenden Nachteil hat: Ein Netzwerk-Modus fehlt, Partien laufen ausschließlich über das Internet. Doch davon abgesehen ist das Battlenet die komfortabelste und stabilste Multiplayer-Plattform, die wir jemals gesehen haben.

Wings of Liberty analysiert sogar die eigene Spielweise, um passende Gegner zu finden. In unseren Test-Matches funktioniert das perfekt, sogar bei Formschwankungen. Die größten Stärken von Starcraft 2 sind der hohe Anspruch, der taktische Tiefgang und das rasante Tempo. Also noch mal: Den Stressfaktor niemals unterschätzen!

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