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Design-Programm

Adobe-Konkurrent Affinity Designer ab sofort erhältlich

02.10.2014 | 11:10 Uhr |

Eine Kombination aus Pixel- und Vektor orientierter Bearbeitung bietet Affinity Designer. Bald sollen weitere Programme kommen, die zu einer komplette Publishing-Suite werden.

UPDATE: Affinity Designer ist ab sofort im App Store erhältlich, nach vier Jahren Entwicklungszeit, laut Entwickler einige Millionen Code-Zeilen und vielen schlaflosen Nächten. Bis zum 9. Oktober 2014 gibt es das Programm zum Einführungspreis von 35,99 Euro, danach zahlt man 20 Prozent mehr. Hier geht es zum App Store .

Hier unser Test der Beta-Version:

Adobe könnte mit seiner Creative Suite bald nicht mehr konkurrenzlos dastehen. Das in Großbritannien ansässige Unternehmen Serif ist seit vielen Jahren in der Windows-Welt mit verschiedenen Programmen für Grafikdesign, Fotobearbeitung oder Videoschnitt unterwegs. Mit Affinity Designer entwickelt Serif eine kombinierte Lösung für Vektorgrafik-und Pixelbearbeitung für OS X, die sich an Illustrator und Photoshop orientiert. Affinity Designer ist der erste Vertreter einer insgesamt drei Programme umfassenden Publishing-Suite. Es sollen noch Affinity Photo und Affinity Publisher folgen. Der Affinity Designer ist bis zum Herbst noch im öffentlichen Beta-Test, Affinity Photo erscheint demnächst, Affinity Publisher folgt im Jahr 2015.

Eine neue Suite

Die Benutzeroberfläche des Affinity Designers orientiert sich an den immer beliebter werdenden integrierten Oberflächen, bei denen alle Funktionen und Werkzeuge in eine Fläche eingebettet sind. Das Programm fügt sich elegant in Apples Exposé, Spaces und Mission Control ein. Optional lassen sich alle Elemente herauslösen und als einzelne Paletten nutzen. Ein von Serif entwickeltes Dateiformat ermöglicht es, Zeichnungen, Fotomontagen oder Layouts beliebig zwischen den Applikationen auszutauschen. Hohe Arbeitsgeschwindigkeit, eingebaute Unterstützung für Farbmanagement und ein gut gefüllter Werkzeugkasten versprechen eine reibungslose Integration in das professionelle Arbeitsumfeld.

Funktionen

© 2015

· Pixel- und Vektor-Bearbeitung

· Ebenenverwaltung mit Kompatibilität zu Photoshop

· Interaktive Formen

· Farbmanagement mit Unterstützung für RGB, CMYK und Lab

· 64 Bit und Open-GL Unterstützung

· Retina Display Auflösung der Benutzerschnittstelle sowie der Dokumentansicht.

Daten können in RGB, CMYK, LAB und Graustufen im- und exportiert werden. Mit einem Beta-Symbol gekennzeichnete Funktionen sind noch nicht final. Manche vom Hersteller beschriebene Option ist noch nicht freigeschaltet. Die Arbeitsweise von Affinity Designer basiert auf drei miteinander verknüpften Arbeitsumgebungen für die Bereiche Vektor-Grafik, Pixel-Bearbeitung und Dokumentexport. Je nach dem, in welcher Umgebung der Anwender arbeitet, stellt das Programm andere Werkzeuge zur Verfügung. Ein „Navigator“ getauftes Fenster erleichtert die Übersicht. Dort kann auch die Dokumentdarstellung per Schieberegler auf unglaubliche 1.000.000 Prozent vergrößert werden. Eine Ebenen-Verwaltung unterscheidet Pixel- und Vektor-Ebenen und unterstützt Einstellungsebenen und Ebeneneffekte aus Photoshop. Beim Zeichnen kann im Retina-Modus eine besonders gute Darstellungsqualität erzielt werden. Eine „History“-Palette zeichnet die Arbeitsschritte auf. Per Schieberegler kann man in Echtzeit durch die getane Arbeit rauschen.

Vektor-Umgebung

Sowohl Vektor- als auch die Pixel-Umgebung bieten das „Move“-Werkzeug zur Handhabung von Objekten aller Art. Mit acht Punkten und einem Hebel können Elemente interaktiv skaliert und rotiert werden. Wer Punkte von Pfaden bearbeiten möchte, wählt das „Node“-Werkzeug. Zum Zeichnen dient das „Pen“-Werkzeug, das Linien mit klassischen Vektor-Hebeln erzeugt. Neben einfachen Linien, mit definierbaren Eck- und Endpunkten kann der Brush-Manager noch eine ganze Menge an natürlichen Vektor-Pinselformen generieren. Mit dem „Pencil“-Werkzeug entstehen einfache Linien. Zahlreiche Grundelemente und Formen stehen für die kreative Arbeit bereit. Kreis, Quadrat, Rechteck mit abgerundeten Ecken, Pfeile, Sprechblasen und vieles mehr. Alle Formen sind mit interaktiven Punkten versehen, mit denen sich die Parameter spielend bearbeiten lassen. Illustrator-Anwender staunen über die Möglichkeiten.

Mit dem Gradient „Fill“-Werkzeug bekommen Formen per Mausklick einen Verlauf zugewiesen. Die Auswahl der Verlaufsfarben wird in einer Pop-Up-Palette vorgenommen. Richtung, Winkel und Feineinstellung des Verlaufs am Objekt wird über Steuerpunkte angepasst. Das „Transparency“-Werkzeug verpasst Objekten partielle Transparenz. Deckkraft, Abnahme, Winkel und Linearität werden ebenfalls über interaktive Punkte gesteuert. Mit dem „Vektor Crop“-Werkzeug lassen sich beliebige Objekte nachträglich beschneiden. Mit „Targeted Insert“ kann der Anwender Objekte wahlweise hinter oder vor der Auswahl eingefügt werden. Für ehemalige Freehand-Anwender sicherlich die spannendste Funktion, denn Elemente können auch innerhalb von Rahmen eingefügt werden. Typografen positionieren mit dem „Art Text“-Werkzeug Zeichen und Symbole. Das Schriftmenü zeigt eine Vorschau der im System zur Verfügung stehenden Schriftarten. Der Clou ist, dass wenn der Anwender mit dem Mauszeiger über die Schriftliste gleitet, ändert sich die Schriftart im angewählten Rahmen im Dokument. Verschiedenfarbige interaktive Hilfslinien helfen beim Platzieren und Verschieben von Elementen. Umfangreiche „Snapping“-Optionen helfen beim Ausrichten.

Pixel-Umgebung

In der Pixel-Umgebung bearbeitet der Anwender alle Bitmap-Komponenten der Grafik. Verschiedene Auswahlwerkzeuge wie Ellipse, Rechteck, Zeilen oder Spalten sowie ein Freihand-Lasso sind vorhanden. Mit der Palette „Refine Selection“ kann umfangreich eine weiche Auswahlkante bearbeitet werden. Die Darstellung der Auswahl lässt sich ebenfalls vielfältig verändern. Mit dem „Selection“-Brush wählt der Bildbearbeiter farbige Bereiche aus. Wer Pixel editiert, greift zum „Pixel Brush“. Für größere Aufgaben wird mit dem „Paint Brush“ gemalt. Die Unterstützung von Wacom-Tabletts funktioniert. Eine überbordende Fülle an Einstellmöglichkeiten setzen der Experimentierfreude keine Grenzen. Wer möchte, legt einfach ein Bitmap-Bild als Pinseltextur fest. Große Flächen werden mit „Flood Fill“ eingefärbt. Mit dem „Eraser“ werden Pixel- oder Vektor-Objekte partiell oder komplett ausradiert. Für die Foto-Bearbeitung stehen Klassiker wie „Dodge“ und „Burn“ zur Verfügung, mit denen sich Bildbereiche aufhellen oder abdunkeln lassen. Mit „Smudge“, „Blur“ und „Sharpen“ kann der Bildbearbeiter Pixel- und Vektoren verschmieren, Weichzeichnen oder Schärfen. Auch hier werden über den „Brush Manager“ die Einstellungen vorgenommen.

Für die Ausgabe lassen sich Elemente, Ebenen oder ganze Dokumente wahlweise als PNG, JPEG, GIF, TIFF, PDF, SVG, EPS oder PSD ausgeben. Der PDF-Export macht einen guten Eindruck. Die Prozessfarben separieren einwandfrei. Die PDF lassen sich in Quark Xpress 10 und Indesign CS6 platzieren und von dort aus wiederum als CMYK-PDF exportieren. Lediglich native Transparenzen im PDF sorgen für Fehler. Überraschender Weise werden diese bei Export aus Quark Xpress „repariert“, die Indesign-Ausgabe behält die Fehler bei. Einer Beta-Version kann man das aber verzeihen. Alle Kreationen lassen sich direkt aus Affinity Designer per E-Mail versenden oder über Facebook, Flickr oder Twitter publizieren. Der Dokumentaustausch soll bald auch iCloud unterstützen.

Empfehlung Affinity Designer

Wer glaubt, der Markt für Design- und Layout-Werkzeuge sei endgültig aufgeteilt, täuscht sich. Affinity Designer ist ein ganz großer Wurf. Die gut dosierte Mischung aus Vektor-Werkzeugen, gepaart mit allen wichtigen Funktionen zur Pixel-Bearbeitung fügen das Programm nahtlos in jeden professionellen Workflow ein. Der reibungslose Zugriff auf Photoshop-, EPS oder Vektor-Daten ist verblüffend. Der Preis macht das Programm auch interessant für Gelegenheitsanwender, zumal die Werkzeuge spielend zu erlernen sind. Momentan kann sich jeder Interessierte von der gebotenen Qualität überzeugen und eine Beta-Version laden.

Steckbrief

Hersteller: Serif

Preise: Bei Veröffentlichung US-$ 50

Note: keine, da Beta

Vorteile: Verarbeitet Photoshop-Ebenen und -Effekte, nahtlose Integration in OS X, unterstützt Retina-Displays auch beim Zeichnen

Nachteile: Manche beworbene Funktion noch nicht freigeschaltet

Alternative: Illustrator , Photoshop , Pixelmator , iDraw, Artboard

Ab OS X 10.7, Mac mit Intel Core Duo Prozessor

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