Von Peter Müller - 31.01.2003, 14:04

Erster Test: Powerbook G4

12 Zoll misst das kleinste Powerbook G4, das wir bereits getestet haben. Beim Tester hinterlässt das Powerbook G4 aber einen fahlen Nachgeschmack. Denn die Abgrenzung zum iBook ist dem Mac-Hersteller nicht ganz gelungen.
Ein Juwel nennt Steve Jobs das nach seiner Aussage kompakteste und am besten ausgestattete 12-Zoll-Notebook der Welt. Sicherlich ist die Aufgabe des Apple-Bosses seine Produkte so gut wie möglich anzupreisen. Doch bei genauer Betrachtung handelt es sich beim kleinen Powerbook G4 um ein solide aufgewertetes iBook. Das Gehäuse des Mini-Powerbooks ähnelt sehr dem des iBooks, allerdings ist letzteres etwa vier Millimeter dicker. Statt Plastik besteht das Gehäuse des Powerbooks aus Aluminium.

Prozessorgeschwindigkeit mit Kompromissen


Lediglich einen 256 KB großen Level-2-Cache verwendet der G4-Prozessor des 12-Zoll-Powerbooks. Einen 1 MB großen Level-3-Cache bietet das Powerbook-Nesthäkchen im Gegensatz zu seinen großen Brüdern leider nicht. Dieser zusätzliche Zwischenspeicher versorgt wie der Level-2-Cache den Prozessor jedoch schneller mit Futter als es der langsamere Arbeitsspeicher kann. Zwar muss auch der G3-Prozessor des iBooks ohne Level-3-Cache auskommen, dafür bietet er gegenüber dem G4-Prozessor einen doppelt so großen Level-2-Cache.
In der Praxis macht sich der fehlende Level-3-Cache deutlich bemerkbar. Etwa gleich schnell wie das 800 MHz schnelle iBook arbeitet der Prozessor des 12-Zoll-Powerbooks bei Appleworks und bei Microsoft Word und das, obwohl der Prozessor des iBooks um 86 MHz geringer taktet. Diese Anwendungen verwenden wie Cinema 4D nicht die Velocity-Einheit des G4-Prozessors. Bei diesem 3D-Programm erledigt das iBook seine Renderjobs sogar durchwegs schneller als das kleine Powerbook G4. So erledigt das 800-MHz-iBook das Rendern einer Beispielsszene in 43 Sekunden, das 12 Zoll große Powerbook braucht hier 5 Sekunden länger.
Auftrumpfen kann das 12 Zoll große Powerbook bei Anwendungen wie etwa Photoshop, iTunes oder iMovie. Diese Anwendungen greifen oft auf die zusätzliche Fließkommaeinheit des G4-Prozessors zurück. Unseren Photoshop-Test, der aus 10 Filterberechnungen besteht, erledigt das kleine Powerbook nach insgesamt 72 Sekunden immerhin 23 Sekunden schneller als das 800-MHz-iBook. Auch in iTunes hängt das Mini-Powerbook das iBook ab. Für das Rippen unseres Testlieds braucht das kleine Powerbook mit 58 Sekunden deutlich weniger Zeit als das iBook, das erst nach 94 Sekunden mit dieser Aufgabe fertig ist.

Flotte Grafik


Für das Bild sorgt statt des ATI-Grafikchips im 15 Zoll großen Bruder nun die neue Nvidia Geforce4 420 Go, die auf 32 MB Videospeicher zugreift. Diese mobile Variante der Geforce4 arbeitet in unseren Tests zwar langsamer als die ATI Radeon Mobility 9000 des 15-Zoll-Powerbooks, dafür aber vor allem bei der 2D-Grafikbeschleunigung deutlich schneller als die Grafikkarte des iBooks.
59 Sekunden braucht das 12-Zoll-Powerbook um einen 500-seitigen Text in Microsoft Word zu scrollen. Während das 15-Zoll-Powerbook diese Aufgabe 15 Sekunden schneller erledigt, braucht das 800-MHz-iBook 19 Sekunden länger. Mit 54 Bildern pro Sekunde (fps, frames per second) kann das 12-Zoll-Powerbook allerdings bei unserem 3D-Test mit Quake 3 nur drei Bilder pro Sekunde mehr Anzeigen als das iBook. Letzteres verwendet den Grafikchip ATI Mobility Radeon 7500 an einer halb so schnellen AGP-Schnittstelle als beim Powerbook. Deutlich schneller in dieser Disziplin ist das 15-Zoll-Powerbook, dessen Grafikchip ATI Radeon Mobility 9000 bei unserem Test 75 Bilder pro Sekunde darstellen kann.

Ausstattung: Teilweise mit Kompromissen


Wie das iBook kommt das kleine Powerbook mit einer Mini-VGA-Schnittstelle, während seine großen Brüder mit einer DVI-I-Schnittstelle aufwarten, an der man neben digitalen Bildschirmen auch analoge VGA-Monitore anschließen kann. Immerhin lässt sich beim kleinen Powerbook auf einem extern angeschlossenen Monitor ein anderer Bildschirminhalt als auf dem Powerbook-Display anzeigen, das iBook kann den Monitorinhalt des iBook-Displays lediglich spiegeln. Neben dem Adapter von Mini-VGA auf VGA legt Apple dem Powerbook einen Adapter auf S-Video und Composite bei.
An der rechten Seite befindet sich beim kleinen Powerbook das Slot-In-Laufwerk: je nach Modell ein Superdrive- oder Combo-Laufwerk. Der Stromanschluss ist anders als beim iBook auf der linken Seite. Daneben reihen sich die Anschlüsse für das Modem, das Ethernet, Firewire, USB, Mini-VGA sowie die beiden Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon.
An den Arbeitsspeichersteckplatz sowie an den Steckplatz für die Airport-Extreme-Karte gelangt man auf der Unterseite des 12-Zoll-Powerbooks. Nachdem wir die mit vier kleinen Kreuzschlitzschrauben befestigte Abdeckung für den Arbeitsspeicher-Steckplatz entfernt haben, entdecken wir den SO-Dimm-Steckplatz. Dieser ist leider bereits mit einem 128 MB großen Speichermodul bestückt. Will man also dem Powerbook mehr Arbeitsspeicher spendieren, muss dieses Modul weichen. Entfernt man die Batterie, gelangt man im Batterieschacht leicht und ohne Werkzeug an den Steckplatz für die Airport-Extreme-Karte. Wer eine größere interne Festplatte möchte, dem raten wir diese vor dem Kauf einbauen zu lassen. Wir haben den Versuch schnell aufgegeben, an das Innere des Aluminium-Books zu gelangen.
Uns überrascht, dass im 12 Zoll großen Modell ein schnelleres Combo-Laufwerk als im 15 Zoll Modell arbeitet. Mit 24-facher statt mit 8-facher Geschwindigkeit beschreibt das Combo-Laufwerk des 12-Zoll-Powerbooks CD-RWs, auch beschreibt er CD-RWs mit 10-facher Geschwindigkeit etwas flotter als das Combo-Laufwerk im 15-Zoll-Modell, das diese Aufgabe mit 8-facher Geschwindigkeit erledigt. Ebenfalls etwas schneller arbeitet das Superdrive-Laufwerk des 12-Zoll-Modells gegenüber dem des 15-Zoll-Modell, denn statt mit 6-facher Geschwindigkeit liest es DVDs mit 8-facher Geschwindigkeit.

Fazit


Gemischte Gefühle hinterlässt der Test des kleinen Powerbook G4. Der Geschwindigkeitsgewinn ist angesichts des satten Aufpreises gegenüber dem iBook zu gering, auch die bessere Ausstattung rechtfertigt den tiefen Griff in den Geldbeutel kaum. Für den Mehrpreis gegenüber den 800 MHz schnellen iBook bekommt man ein Powerbook, dessen Äußeres manch einem besser gefällt als das Plastikgehäuse des iBooks. Zudem bietet es einen Steckplatz für eine Airport-Extreme-Karte sowie die Möglichkeit, einen externen Monitor unabhängig vom eigenen Display zu betreiben. Diese Funktion hat der Mac-Hersteller übrigens beim iBook in der Open-Firmware gesperrt.
Markus Schelhorn
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