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Everquest

08.08.2003 | 12:12 Uhr |

Online-Rollenspiele für den Mac gibt es nicht viele. Also ist in diesem Bereich jede Abwechslung herzlich willkommen. Sony Online Entertainment beglückt uns mit einer speziellen Version des erfolgreichen PC-Rollenspiels "Everquest" - Zeit für Macwelt, ein bisschen die Welt von Norrath aus der Mac-Perspektive zu erkunden.

Macs sind schon was spezielles. Mit diesem Gedanken muss sich Sony an die Konvertierung des weltweit erfolgreichsten Online-Rollenspiels "Everquest" gewagt haben. In der PC-Version des fantastischen Kontinents Norrath tummeln sich bereits rund 600.000 zahlende Fans, aufwändige Erweiterungssets halten die Kundschaft bei der Stange. Eine ordentliche Basis und Technik ist also vorhanden, da sollte doch der Sprung auf den Mac kein großes Problem sein. Ist es aber anscheinend doch: Wer sich mit dem Mac-Everquest beschäftigen möchte, um sich mit ein paar Kumpels in der Online-Welt zum fröhlichen Monster-Schnetzeln zu treffen, bekommt nach der Installation von 2,6 GB Daten erst einmal einen Dämpfer. Bedingt durch "technische Limitationen" setzt Sony Mac-Everquestler auf eigenen Servern ab, die völlig unabhängig von den bekannten Plattformen für die PC-Version existieren. Gemischt-Abenteurergruppen bestehend aus PC-Elfen und Mac-Zwergen sind bis auf weiteres Utopie. Gegenüber Macwelt bestätigt Sony allerdings, dass die Entwickler beider Everquest-Fassungen bereits an einer Lösung arbeiten, damit die beiden Welten irgendwann miteinander verschmelzen können.

Fünfer-Pack

Everquest für den Mac ist keine billige Angelegenheit. Derzeit lässt sich das Spiel, bestehend aus vier CD-Roms, vier Karten und einer ausführlichen Anleitung, nur über den Online-Shop von Sonys "Station Store" bestellen. Nachdem sich bisher kein deutscher Vertrieb für das Game gefunden hat, kommen zu den 39 US-Dollar für das Hauptprogramm auch noch rund 30 US-Dollar Versandkosten hinzu. Für umgerechnet 65 Euro erhält der Käufer das originale Everquest sowie die vier Erweiterungspakete "Ruins of Kunark", "Scars of Velious", "Shadows of Luclin" und "Planes of Power". Angesichts eines Einzelpreises von rund 15 Euro für jedes Add-On ist also selbst der Import über den Sony-Store gar nicht mal so teuer. Zusätzlich zahlt der Everquest-Spieler noch rund 12 Euro pro Monat für den Zugang zu den offiziellen Servern. Per individuellem Zugangscode gewährt Sony einem Everquest-Neuling immerhin eine kostenlose Testphase von 30 Tagen. Als Zahlungsmittel ist derzeit nur eine Kreditkarte wie Visa oder Mastercard vorgesehen, was die mögliche Zielgruppe in Europa erheblich einschränken dürfte. Wer 70 Dollar für das Spiel und 10 Dollar pro Monat ausgibt, muss aber auch noch gutes Englisch beherrschen: Im Gegensatz zur PC-Version finden die Abenteuer in Everquest auf dem Mac in bestem Englisch statt, inklusive der Chat-Kommunikation mit anderen Spielern. Als Eingangsfrage beim Kontakte knüpfen lohnt sich auf jeden Fall ein "Where are you from?" - vielleicht ist das Gegenüber zufällig aus dem europäischen Raum und beherrscht ein paar Bruchstücke Deutsch.

Abenteurer-Ausrüstung

Wie bereits oben erwähnt macht sich Everquest auf einem aktuellen Mac mit etwa 2,6 GB Daten auf der Festplatte breit. Als Plattform eignet sich schon ein Mac mit G3-Prozessor, allerdings sollten hier schon 600 oder mehr MHz dahinter stecken. Bei der Grafikkarte darf es eine Geforce 2 oder eine Radeon 7000 sein, idealerweise mit 16 MB Videospeicher. Als Internetzugang reicht Everquest sogar eine Verbindung über ein 56k-Modem, der Wechsel zwischen verschiedenen Landschaftszonen vollzieht sich mit DSL allerdings deutlich schneller.
Sind die technischen Hürden schließlich überwunden, geht es an die Erstellung einer Heldenfigur. Bis zu acht verschiedene Identitäten kann der Spieler annehmen - sehr praktisch, denn dadurch lassen sich unterschiedliche Kombinationen aus den 15 Klassen (Kämpfer, Zauberer, Kleriker, Waldläufer etc.) und 15 Rassen (Mensch, Zwerg, Elf, Ork etc.) in Ruhe erforschen. Bei der Namensgebung gibt es keine Einschränkungen, es können in Everquest durchaus Charaktere mit dem gleichem Rufnamen die Welt durchwandern. Ab der 15. Erfahrungsstufe darf sich der Spieler sogar einen Nachnamen für seine Figur ausdenken, bis dahin gilt es mit einem einfachen Vornamen ordentlich Eindruck zu schinden.

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