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Test Datacolor Spyder 4 Elite

06.04.2012 | 18:12 Uhr |

Dass Farbmanagement weder teuer noch komplex sein muss, möchte Datacolor mit der Spyder-4-Serie belegen. Ideal also für Fotografen, wenn es nicht ein paar Nachteile gäbe.

Den Spyder 4 gibt es in den Ausführungen Express, Pro und Elite. Wir testen den Spyder 4 Elite, der mit einem Preis von 210 Euro für Hard- und Software den größten Funktionsumfang aufweist. Der Datacolor Spyder Elite fehlte uns noch im großen Vergleich der Monitor-Kalibrierlösungen .

Der Spyder 4 ist ein 7-Kanal-Colorimeter, das nicht nur LCD-Displays, CRTs und Beamer, sondern gegen Aufpreis auch Fernseher kalibriert. Darüber hinaus können mittels der kostenfreien App SpyderGallery auch iPhone und iPad kalibriert werden. Im Vergleich zu seinem Vorgänger wurden sowohl die Analysemöglichkeiten und das Feintuning als auch die Messgenauigkeit des Sensors verbessert.

Handhabung

Der Messsensor findet per USB Anschluss an den Monitor. Gleichzeitig fungiert er als Dongle für die Software. Nach der Installation führt ein deutschsprachiger Assistent durch den gesamten Kalibrationsprozess. Zunächst wird überprüft, ob die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kalibration gegeben sind, wie etwa das Vorwärmen des Monitors oder das Anpassen des Umgebungslichts. Anschließend muss der Monitor hinsichtlich Farbraum und Hintergrundbeleuchtung spezifiziert werden, da Monitore mit erweitertem Farbraum und/oder LED-Hintergrundbeleuchtung andere Farbeigenschaften aufweisen als etwa ein Standard-TFT-Display (72% NTSC, CCFL-Backlight). Kalibriert werden die Parameter Gamma, Weißpunkt und Helligkeit. Die Presets sind sinnvoll gewählt und erlauben aber auch benutzerdefinierte Werte. Ein erweiterter Modus gestattet dann auch den Zugriff auf benutzerspezifische Kalibrationsziele. Allerdings fehlen die für Fotografen relevanten Presets für sRGB und AdobeRGB .

Um den Anwender vor ungünstigen Arbeitsbedingungen warnen zu können, wird vor der eigentlichen Kalibration das Umgebungslicht gemessen. Nach der Kalibration, muss man nur noch das erstellte ICC-Profil abspeichern. Hier vermissen wir Optionen zu Art (Matrix, LUT), chromatischer Adaption (Bradford, von Kries) und Spezifikation (ICC v3, v4). Eine Erinnerungsfunktion soll den Anwender für eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Farben sensibilisieren. Zwei kleine Tools, SpyderProof und SpyderTune, erlauben schließlich anhand von Bildern eine Vorher-Nachher-Ansicht und ermöglichen ein nuanciertes visuelles Korrigieren. Große Anstrengungen hat Datacolor in die Verbesserung der Analysefunktionen für den Monitor gelegt. Der Anwender kann den Farbumfang im Vergleich zu einer Referenz wie sRGB oder AdobeRGB, die Homogenität (nur Helligkeit, nicht Farbe) ermitteln sowie Kontrast und Weißpunkt ermitteln.

In der Praxis

Im Test kalibrieren wir ein Apple Cinema HD Display auf AdobeRGB (Gamma 2,2, 6500K) und eine Luminanz von 120 cd/m2. Die Kalibration dauert im Test beim ersten Mal wegen der manuell vorzunehmenden Helligkeitsanpassung knapp sieben Minuten. Die erneute Kalibration benötigt dann nur noch 3:30 Minuten. Mit den Ergebnissen können wir zufrieden sein. Die Farbtreue liegt im Durchschnitt bei 1,08 DeltaE und im Maximum bei 3,08 DeltaE. sRGB kann der Bildschirm zu 90 Prozent und AdobeRGB lediglich zu 74 Prozent darstellen. Für diesen Monitor sind das gute Ergebnisse.

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