2210582

Features von macOS Sierra: Neues im Finder

20.07.2016 | 14:18 Uhr |

Mit macOS Sierra verbessert Apple das Dateisystem und die Verwaltung von Dateien mit dem Finder. So bringt das neue System optional eine verbesserte Ansicht der Ordner und Dateien. Auch der Papierkorb lässt sich nach 30 Tagen automatisch löschen.

Generell steht der originale Finder des Mac immer wieder in der Kritik, weil Apple mit jeder Version neue Funktionen einführt oder Funktionen nicht zur Verfügung stellt, die Sie gerne hätten. So nutzen viele von Ihnen daher nicht den originalen Finder in OS X , sondern etwa den Total Finder , der knapp 12 Euro kostet, oder andere Finder-Alternativen . In der aktuellen Public Beta von macOS Sierra lässt sich TotalFinder noch nicht nutzen, unter OS X El Capitan wegen der System Integrity Protection nur mit Umwegen.

Siri gibt neuen Zugang auf Dokumente

Mit Siri in macOS Sierra profitieren Sie natürlich auch von den Suchfunktionen des persönlichen Assistenten. Siri kann auch dabei helfen, schnell und einfach Dokumente zu finden. Dazu ist der Assistent in der Lage, innerhalb der indexierten Dokumente zu suchen, und die Ergebnisse anzuzeigen. Parallel kann der Suchassistent natürlich auch im Internet nach Informationen suchen. Siri nutzt direkt Funktionen des Finders und zeigt den Inhalt einzelner Verzeichnisse an. ( Mehr zu Siri unter macOS Sierra lesen Sie hier ).

Siri und der Finder arbeiten zusammen. Außerdem kann Siri auch nach Dokumenten suchen
Vergrößern Siri und der Finder arbeiten zusammen. Außerdem kann Siri auch nach Dokumenten suchen

Siri hilft aber auch bei der Verwaltung von Dokumenten. Sie können zum Beispiel mit „Zeige mir die Dokumente, die ich letzte Woche geöffnet habe“ eine Liste aller Dokumente per Sprachsteuerung anzeigen lassen, die diesen Kriterien entsprechen. Danach können Sie die Suche weiter einschränken, zum Beispiel auf „Nur die Dokumente, die ich selbst erstellt habe“. Weitere Beispiele sind „Zeige mir alle PDFs in meinem Download-Verzeichnis“, und dann „Nur die PDFs, die ich letzte Woche geöffnet habe“. Auch Systemabfragen lassen sich durchführen, zum Beispiel „Wie viel Speicherplatz habe ich auf meinem Mac noch frei?“

Siri kann auch den freien Speicherplatz auf dem Mac anzeigen und mehr.
Vergrößern Siri kann auch den freien Speicherplatz auf dem Mac anzeigen und mehr.

Dateien und Ordner besser sortieren und übersichtlicher anzeigen

Sortieren Sie die Ansicht nach der Option „Namen“, können Sie die Ordner oberhalb der Dateien anzeigen lassen. Vor macOS Sierra konnten Sie Ordner und Dateien nur über die Sortierreihenfolge „Art“ unterschiedlich anordnen, bei der alphabetischen Sortierung nach „Name“ unterschied das System nicht zwischen Ordner und Datei. Nun erscheinen erst die Ordner in alphabetischer Reihenfolge, danach die Dateien. Das Verhalten ist aber einstellbar, so dass Anwender natürlich auch weiter die alte Sortierreihenfolge nutzen können.

Im Finder von macOS Sierra lassen sich Ordner und Dateien übersichtlicher anzeigen.
Vergrößern Im Finder von macOS Sierra lassen sich Ordner und Dateien übersichtlicher anzeigen.

Die Option dazu finden Sie über in den Einstellungen des Finders, dort unter „Erweitert“. Aktivieren Sie die Option „Beim Sortieren nach Namen Ordner oben behalten“ erzielen Sie den gewünschten Effekt. Die Option ist ab Werk nicht gesetzt. So können Anwender selbst entscheiden, ob sie die Funktion nutzen wollen, oder nicht.

In den erweiterten Finder-Einstellungen aktivieren Sie die Option zum Anzeigen von Verzeichnissen über den Dateien.
Vergrößern In den erweiterten Finder-Einstellungen aktivieren Sie die Option zum Anzeigen von Verzeichnissen über den Dateien.

Wie in den Vorgängerversionen kann man auch in macOS Sierra Ordner bequem in neuen Fenstern öffnen. Dazu müssen Sie den Ordner mit der rechten Maustaste anklicken, und die Option In neuem Tab öffnen auswählen. Ziehen Sie die neue Registerkarte mit der Maus nach außen, öffnet sich im Finder ein neues Fenster. Das funktioniert bereits in OS X 10.10/10.11, aber eben auch mit den neuen Sortiermöglichkeiten von macOS Sierra, zudem lassen sich die Ordnerpfade kopieren. Dazu müssen Sie lediglich das Verzeichnis mit der rechten Maustaste anklicken und dabei die Alt-Taste gedrückt halten.

Objekte im Papierkorb automatisch löschen

Sie können in macOS Sierra Objekte automatisch löschen lassen, die seit mehr als 30 Tagen im Papierkorb liegen. Dazu rufen Sie im Finder die Einstellungen auf und klicken dann auf „Erweitert . Durch die Option „Objekte nach 30 Tagen aus dem Papierkorb löschen“ entfernt macOS Sierra die gelöschten Objekte automatisch. Leider lassen sich keine unterschiedlichen Zeiträume festlegen, sondern nur die Option mit den 30 Tagen verwenden. Sollten Sie zu den Vergesslichen gehören, die nie ihren Papierkorb leeren, profitieren Sie von der automatischen Leerung und haben wieder mehr Speicherplatz zur Verfügung.

Apple File System erst einmal nur angekündigt

Zusammen mit macOS Sierra hat Apple auch das neue Dateisystem Apple File System (APFS) angekündigt. APFS wird jedoch nicht zusammen mit macOS Sierra in diesem Herbst erscheinen, und ist auch noch kein vollständiger Bestandteil der aktuellen Public Beta. Für externe Laufwerke lässt sich das System bereits testen. In der Vorabversion fehlt es noch an Unterstützung von Boot-Datenträgern und Time Machine. Verschlüsseln lassen sich die Datenträger derzeit auch noch nicht.  Apple hat angekündigt, APFS erst im Laufe des Jahres 2017 verfügbar zu machen. In macOS Sierra wird es vermutlich durch eine Aktualisierung integriert. Auch auf iOS-Geräten soll APFS nutzbar werden.

Zusammen mit dem neuen Dateisystem lassen sich in macOS Sierra auch Software-RAIDs erstellen, doch dazu später mehr. APFS ist vor allem für große Dateien und schnelle Datenträger wie SSD optimiert. Generell bietet APFS alle Features, die auch in HFS integriert sind. Zusätzlich unterstützt das neue Dateisystem aber weitere neue Funktionen, wie Snapshots, Sparse-Files, Verschlüsselung, das Klonen von Dateien und Ordnern und mehr. Auch die Zusammenarbeit mit dem TRIM-Befehl, zum Löschen von Dateien auf SSD, will APFS verbessern.

Derzeit ist noch nicht klar, welche Anforderungen das neue Dateisystem an Hardware und Software stellt, und ob alle aktuellen Anwendungen für macOS auch mit APFS funktionieren. Sie sollten auf alle Fälle vorsichtig bei der Datenspeicherung auf in APFS formatierten Datenträgern sein, solange sich das System noch in der Testphase befindet.

Das sind die Vorteile von APFS

Sobald APFS aber in macOS Sierra integriert ist, profitieren Sie von einer schnellen Datenspeicherung und deutlich mehr Datensicherheit. Das schnelle Klonen von Dateien und Ordnern erstellt Kopien, die keinen Speicherplatz verschwenden. Denn APFS erkennt die Klone und behandelt diese wie getrennte Objekte. Natürlich lassen sich die Klone bearbeiten. In diesem Fall speichert macOS Sierra nur die Änderungen im Klon , aber nicht die doppelten Teile der Dateien.

APFS wird in der finalen Version mit Time Machine zusammenarbeiten. Die Snapshot-Funktion des Dateisystems erstellt Sicherungen über Time Machine enorm schnell und belastet dabei das System nur wenig. Arbeiten Sie vorwiegend mit großen Dateien und Ordnern, sollten Sie von der besseren Leistung des Dateisystems profitieren, vor allem mit SSD oder anderen Flash-Datenträgern. Mehr zu APFS lesen Sie hier .  

Software-RAIDs wieder möglich

Mit dem neuen Festplattendienstprogramm in OS X El Capitan hat Apple Software-RAIDs abgeschafft. Diese Funktion ist in macOS Sierra aber wieder an Bord. Sie können in macOS Sierra RAID 0 ( Verteilt ) für eine bessere Leistung und RAID 1 ( Gespiegelt ) für eine höhere Verfügbarkeit nutzen sowie JBOD ( Just a buch of disks ), um einzelne Festplatten zusammen zu fassen, und damit als gemeinsamen Datenträger zu verwenden. Den Assistenten starten Sie über das Menü „Ablage > RAID-Assistent .

In macOs Sierra können Sie wieder RAIDs erstellen.
Vergrößern In macOs Sierra können Sie wieder RAIDs erstellen.

Mit diesem wählen Sie aus, welche Datenträger auf dem Mac Sie im RAID einbinden wollen.

Im RAID-Assistenten wählen Sie die Festplatten aus, die Sie im RAID verbinden wollen.
Vergrößern Im RAID-Assistenten wählen Sie die Festplatten aus, die Sie im RAID verbinden wollen.

Im Anschluss können Sie noch das Dateisystem bestimmten, das das verwenden soll. Hier legen Sie auch den Namen und die Blockgröße fest. Der Assistent zeigt darüber hinaus die Größe des Datenträgers an.

Im Rahmen der Erstellung des RAIDs legen Sie das Dateisystem und den Namen fest.
Vergrößern Im Rahmen der Erstellung des RAIDs legen Sie das Dateisystem und den Namen fest.

Das RAID-System ist als herkömmliches Laufwerk verfügbar und erscheint Im Festplattendienstprogramm in einem eigenen Bereich. Sie können also durchaus mehrere RAIDs anlegen. Wollen Sie das RAID nicht mehr nutzen, markieren Sie es und klicken auf „RAID löschen . Dieser Vorgang löscht jedoch alle Daten auf den beteiligten Festplatten.

Storage Optimization - Dateien in die Cloud auslagern und mehr

macOS Sierra verspricht, Dateien, die nicht häufig in Gebrauch sind, automatisch in iCloud auszulagern. Das soll den Speicher auf Macs deutlich entlasten, setzt aber auch eine stabile und schnelle Internetverbindung voraus. Diese „Storage Optimization“ befindet sich in einem frühen Stadium und ist natürlich stark umstritten. Parallel zum Auslagern von Daten in die Cloud kann Storage Optimization Ihnen auch Erinnerungen anzeigen, damit Sie nicht mehr benötigte Dateien löschen, zum Beispiel doppelte Downloads, Protokolldateien oder den Webcache.

Fazit

Richtig spektakulär sind die Neuerungen im Finder von macOS Sierra nicht gerade, dafür aber durchaus praktisch. Vor allem das neue Dateisystem APFS bringt echten Mehrwert für die Arbeit mit großen Dateien auf einer SSD. Die Storage Optimization ist generell sinnvoll, wenn der Speicherplatz auf einem Mac ausgeht, allerdings sind nicht alle Anwender damit einverstanden, dass das Betriebssystem darüber entscheidet, welche Daten in die Cloud ausgelagert werden sollen. Hier bleibt aber abzuwarten, welche Einstellungsmöglichkeiten in der fertigen Version von macOS Sierra enthalten sein werden. Das wieder eingeführte RAID-System erlaubt Anwendern mit mehreren Festplatten das Zusammenfassen der Datenträger. Zwar sind Hardware-RAIDs dazu besser in der Lage, aber auch Software-RAIDs können durchaus hilfreich sein. Wie bei fast allen Neuerungen gilt: Wer die neuen Funktionen nicht nutzen will, kann sie abschalten oder nicht nutzen. Das gilt hoffentlich auch für die Storage Optimization in macOS Sierra.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2210582