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Filemaker Bento

01.03.2008 | 10:13 Uhr |

Vom Wortursprung lässt sich nicht nachvollziehen, welche Aufgabe das Programm Bento hat. Denn das Bento ist eigentlich eine in Japan weit verbreitete Darreichungsform von Speisen, bei der in einem speziellen Karton mehrere Speisen durch Schieber voneinander getrennt sind. Den Karton zusammen mit den Speisen nennt man ebenfalls Bento.

Bento Bild 1
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An Stelle von japanischen Speisen ermöglicht die gleichnamige neue Datenbanksoftware aus dem Hause Filemaker das Zusammenfassen diverser Datenbestände unter einer einheitlichen Oberfläche. Wir haben die englische Version getestet, die deutsche Ausgabe ist für Anfang März angekündigt.

Im Gegensatz zum großen Bruder Filemaker Pro zielt Bento auf den in Computerfragen weniger bewanderten Einzelanwender. Funktionen zum Datenaustausch über ein Netzwerk sucht man bei dem Programm ebenso vergebens wie eine Skriptsprache zum Automatisieren von Abläufen. Nach dem Programmstart sucht Bento erst einmal im Internet nach Updates. Nervig dabei: Ist eine InternetVerbindung gerade nicht aktiviert, dauert es trotzdem etwa zweieinhalb Minuten bis man mit dem Arbeiten loslegen kann. Ein Hinweis hierauf würde gerade im Hinblick auf die angepeilte Nutzergruppe nicht schaden.

Oberfläche wie iTunes

Die dreigeteilte Oberfläche erinnert an jene von iTunes. Sie bietet in ihrem linken Teil eine Übersicht über die Datenbanken, hier Bibliotheken genannt. Die Daten der gewählten Bibliothek sind in der Mitte untergebracht, rechts daneben eine Liste mit den Feldnamen. Unter den Datenquellen befinden sich auch das Adressbuch von Mac-OS X sowie die Aufgaben und Ereignisse von iCal. Bento greift direkt auf sie zu, Änderungen oder Ergänzungen erscheinen sofort in der jeweiligen Anwendung. Zum Anlegen eigener Bibliotheken stehen etwa zwei Dutzend Vorlagen mit vordefinierten Layouts und Feldern zur Auswahl. Zu den Einsatzgebieten zählen Inventarisierungen, Fotosammlungen, Ausgabenermittlung, Terminplanung und vieles andere mehr. Datensätze lassen sich, ähnlich den Wiedergabelisten von iTunes, zu verschiedenen Kollektionen zusammenfassen. In ihrer intelligenten Variante basiert ihr Umfang auf definierten Suchkriterien. Beziehungen zwischen Bibliotheken oder Kollektionen lassen sich auf einfache Art per Drag-and drop herstellen.

Tabellen und Formulare

An Layoutformen unterstützt Bento Tabelle und Formular. Bei den künstlerischen Freiheiten in puncto Gestaltung setzt das Programm aber enge Grenzen. So ist ein Duplizieren der Tabellenansicht nicht vorgesehen und Modifikationen beschränken sich im Wesentlichen auf das Positionieren sowie das Ein- und Ausblenden von Spalten.

Detailansichten mit maximal vier Spalten lassen sich dagegen in beliebiger Zahl anlegen, für sie stehen 20 Farbschemen (Themen) zur Verfügung. Das Anordnen von Objekten beim Verschieben eines Elements erfolgt automatisch, ein freies Platzieren ist den Nutzern verwehrt. Einfach gestaltet sich die Definition von Feldern. Auf das Pluszeichen unter der Feldliste klicken, einen Namen vergeben, einen Typ auswählen und danach, falls gewünscht, das Feld aus der Liste auf ein Layout ziehen. Bento bietet knapp 20 verschiedene Feldarten zur Wahl, darunter den Typ „Media“ zur Speicherung und Wiedergabe von Liedern, Fotos oder Videos.

Datenaustausch

Zum Datenaustausch mit anderen Anwendungen wie Excel oder Numbers bietet Bento eine Im- und Exportfunktion, die allerdings lediglich das Format CSV beherrscht. Immerhin, die erste Zeile der Importdatei lässt sich zur Definition von Feldern heranziehen. Auch an anderen Stellen glänzt Filemaker Bento nicht gerade mit übermäßigem Komfort. Die Formularansicht bietet weder eine Sortierfunktion noch Tasten zum Sprung an den Anfang oder an das Ende einer Datenquelle. Die nachträgliche Änderung von Feldtypen ist nicht möglich, zudem fehlen Werkzeuge zum Ausrichten von Text in einem Textfeld.

Fazit

iWork verfügt über keine eigene Datenbank, somit kann Bento hier gut in die Bresche springen. Zwar mangelt es dem Programm zum Teil noch an Komfort, aber sein Preis ist attraktiv und immerhin handelt es sich ja um die allererste Ausgabe. Der Ansatz ist viel versprechend, Datenbank-Profis stoßen mit ihm recht schnell an seine Grenzen. hg

Wertung

Note: 2,6 befriedigend

Vorzüge einfache Bedienung, niedriger Preis

Nachteile spärliche Im- und Exportfunktion, unzureichende Sortiermöglichkeiten

Alternative keine

Preis € (D, A) 39, CHF 56

Technische Angaben

Systemanforderungen: Intel oder Power PC G4 / G5 Prozessor mit mindestens 867 MHz, Mac-OS X 10.5

Info Filemaker

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