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Final Cut Filter

02.06.2005 | 16:57 Uhr |

Umfangreiche Filtersammlung mit einigen sehr guten Effekten

Apple Final Cut Express HD Boxshot
Vergrößern Apple Final Cut Express HD Boxshot

Wem die Standard-Plug-in-Sammlung von Final Cut pro oder Express nicht ausreicht, kann beide Schnittprogramme über eine offene Plug-in Architektur erweitern. Genutzt wird hier sowohl die (leider sehr eingeschränkte) Kompatibilität zu Adobe After Effects als auch eine eigene Programmiersprache names FX Script. Diese Sprache nutzt die deutsche Firma CGM, für ein ganzes Sammelsurium an Effekten, Übergängen und Generatoren, welches sich in drei einzelne Pakete mit den Titeln Volume 1 bis 3 sowie einem Gesamtpaket aller Plug-ins aufteilt. Die Installation erfolgt mittels Drag-and-drop in den Applikation Support Order von Final Cut Pro oder Express.

Alleine 46 Übergänge finden sich in der Complete-Sammlung, von denen einige identisch oder zumindest sehr ähnlich zu den Standard-Effekten wirken. Andere Übergänge wiederum sind derart verspielt, dass man sie dem Zuschauer eigentlich nicht zumuten möchte, zum Beispiel ein sich wegdrehender Würfel, ein vierfach-Seitenaufroller oder das Nach-hinten-Wegschwingen des Ausgangsclips. Doch es finden sich auch ein paar Perlen unter den neuen Übergängen, die man als durchaus Fernseh-tauglich einstufen kann. So ermöglicht es der Movie-FX-Übergang, das Aufflackern einer 16-mm-Kamera zu simulieren. Sehr wirkungsvoll erscheint der Effekt, wenn man einen Verlauf als Maske definiert. Hierfür eignen sich unter anderem einfache Graustufen-Bilder, erstellt in Photoshop oder herunter geladen von der CGM-Website, welche man per Drag-and-drop in das Masken-Feld zieht. Auch kann man mittels CGM-Plug-in ein Morphing von einem Clip auf den Nächsten erstellen, was jedoch durch eine nicht ganz einfache Maskierungs-Technik einiger Übung bedarf.

Videofilter

Über 80 Videofilter befinden sich in der CGM-Sammlung. Man findet einfache Generatoren wie eine Timecode-Anzeige, mehr oder minder komplexe Farbkorrektur-Möglichkeiten bis hin zu hochwertigen Film-Filtern. Wer also mal kurz einen Kamerasucher, ein Fernglas oder eine Lupe braucht und diese nicht zwangsläufig in Photoshop erstellen und über Masken animieren möchte, wird hier fündig.

Die meisten Plug-ins von CGM laufen in einer Echtzeit-Vorschau auf einem Power Mac G5 und sind zumindest in Final Cut Pro fast vollständig per Keyframes animierbar. Wie auch bei den Übergängen finden sich in der Filtersammlung einige Plug-ins, die im Wesentlichen identisch zu den original Final-Cut-Pro-Effekten sind und keinen Mehrwert darstellen. Andere Filter wiederum ermöglichen visuelle Effekte, die mit Hausmitteln nur sehr umständlich zu erreichen wären. Beispielsweise der Sunshine-Filter, welcher das Bild sonnig einfärbt oder ein Silk-Filter für eine sehr feine und selektive Weichzeichnung heller Töne. Generell besonders beliebt beim Anwender sind Filmfilter, die sterilem, digitalem Videomaterial einen Filmlook á la 8, 16 oder 35mm verleihen und dabei nicht nur Grain (Filmkorn) sondern auch jegliche Art von Schmutz, Kratzern und Unschärfen herbeizaubern. So finden sich in der CGM-Sammlung gleich zwei Zelluloid-Effekte, wobei der eine Filter (Film) eher der mutwilligen Zerstörung und Verschmutzung alter Super-8-Filme dient, während der andere Effekt (Film Pro) für zusätzliche Körnung und Färbung professioneller 35-mm-Filme gedacht ist. Beide Filter verfügen über etliche individuelle Einstellungen, sind Echtzeit-fähig und rendern ein brauchbares Endergebnis.

Fazit

Ob man nun alle 136 Filter und Übergänge tatsächlich braucht, sei dahingestellt. Viele Effekte sind obsolet, ein paar einfach nur kitschig, und andere wiederum sehr komplex anzuwenden. Nichtsdestotrotz finden sich hier und da echte Perlen auch für den professionellen Gebrauch. Alle von uns getesteten Filter und Effekte sind sauber programmiert und liefern qualitativ hochwertiges Rendering. Wünschenswert wäre, dass man die Filter auch einzeln und nicht nur als komplette Sammlung kaufen könnte. az

Note: Gut, 2,2.

Vorzüge: sehr umfangreiche Sammlung, gute Programmierung, sauberes Rendering, Echtzeit-fähig, weitgehend animierbar (in Final Cut Pro), viele individuelle Einstellungen

Nachteile: viele Effekte obsolet oder kitschig, teilweise sehr komplex in der Anwendung, vergleichsweise teuer, da Filter nur in einer größeren Sammlung bezogen werden können

Alternativen: Plug-ins von chv electronics, Digi Effects, The Foundry, Red Giant

Preise: (Download-Versionen): CGM Vol. 2 und Vol. 3 US$ 174, CGM Vol. 1 US$ 99, CGM Complete Vol. 1 bis Vol. 3 US$ 324

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Power Mac G4, Final Cut Pro 3 bis HD, Final Cut Express 1 bis HD

Info: CGM

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