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Finder-Erweiterung Default Folder X 5 – schnell und umfangereich

07.03.2016 | 14:46 Uhr |

Nützliche Erweiterung für OS X: Mit Default Folder X 5 navigiert man leicht bis in die Tiefen seiner Mac-Ordner und öffnet und speichert komfortabel.

Update bringt Beschleunigung

 St. Clair Software hat seinem Programm ein Update auf Default Folder X 5.0.2 gegönnt, das einige wichtige Neuerungen mitbringt, darunter eine umfassende Lokalisierung auf Deutsch und andere Sprachen. So sind nun Menüsteuerung, Einstellung der Optionen und die Toolbar im Speicherdialog (ebenso in dem für Öffnen von Dateien) auf Deutsch und damit für deutschsprachige Nutzer verständlicher zu bedienen. Es gibt jetzt auch eine umfassende Hilfedatei, diese ist aber nach wie vor nur auf Englisch verfügbar. Außerdem soll Default Folder X 5.0.2 schneller und zuverlässiger sein. Wir können nach ersten Versuchen bestätigen, dass die Toolbar sich jetzt auch auf unserem älteren iMac etwas flotter aufbaut. Dazu kommt eine ganze Reihe von Fehlerbereinigungen und Verbesserungen in Bedienung und Übersichtlichkeit. Dadurch ist Default Folder X 5 aus unserer Sicht noch empfehlenswerter geworden.

Das Update auf Version 5.0.2 macht die Software schneller
Vergrößern Das Update auf Version 5.0.2 macht die Software schneller

Unser Test im Original:

Im klassischen Mac-OS konnte man Ordner in das Kontrollfeld ”Apple-Menü Optionen” legen und  über das Apfel-Menü direkt in diese Ordner und Unterordner hinein navigieren. Mit entsprechenden Systemerweiterungen ging das praktisch unbegrenzt bis in die abgelegensten Winkel der Macintosh-Festplatte. Diese ”hierarchischen Menüs” ermöglicht Default Folder X 5 von St. Clair Software ebenfalls – über das Menulet in der Systemleiste hangelt man sich leicht durch die Festplatten-Ordner oder beginnt gleich bei seinen Favoriten (die sich extra anlegen lassen), kürzlich geöffneten oder benutzten Ordner und anderes mehr. Praktischerweise erhält man eine Vorschau von mit der Maus angesteuerten Dateien wie Bildern oder Dokumenten. Diese sind tendenziell leider etwas zu klein, aber die Performance soll beim Aufbau dieser Vorschau offenbar nicht zu stark einbrechen. Diese Features lassen sich ebenso in den Dialogmenüs nutzen.

Komfortables Öffnen und Speichern auf allen Ordnerebenen

Denn der Hauptzweck der funktionalen Erweiterung – der Entwickler legt Wert darauf, dass es sich nicht um eine Systemerweiterung handelt, die in Konflikt mit den Sicherheitssperren im aktuellen OS X geraten könnte, sondern um ein eigenständiges Programm – liegt darin, beim Öffnen und Speichern von Dokumenten wesentlich flotter und komfortabler voranzukommen als mit Apples unflexiblen Speichermenüs. In der Tat: Öffnet man ein normales Dialogfenster nach der Installation von Default Folder X 5, legt sich um dieses wie ein dreiseitiger Rahmen (links, rechts und optional unterhalb des Apple-Dialogfensters) ein zusätzliches Bedienelement mit rechts sechs Schaltern. Damit nutzt man die Optionen (Utilities) von Default Folder X direkt, darunter Befehle wie: die Datei im Finder öffnen, den Ordner-Pfad kopieren, das geöffnete Dokument umbenennen (womit das OS X im Unterschied zu Windows zum Glück sehr tolerant umgeht), eine Datei unmittelbar löschen oder archivieren.

Über das ”Computer-Menu” hat man Zugang zu der obersten Ebene der Verzeichnisse und von dort aus auch etwa auf den Desktop oder externe Geräte und deren Ordner. Es folgen die Favoriten, die sich als bevorzugte Ordner vorher oder direkt in der Aktion neben den regulären (wie ”Dokumente”) zusätzlich festlegen lassen; dann die kürzlich geöffneten Ordner und Dateien; schließlich das ”Finder Fenster-Menü”. Eine Spezialität  von Default Folder X 5 sei passender Weise schon an dieser Stelle erwähnt: Bei aktiviertem Dialogmenü kann man mit der Maus über den Hintergrund des Bildschirms fahren und dort geöffnete Finder-Fenster hervorholen.

Diese lassen sich per Mausklick unmittelbar im Dialogmenü zur Weiterarbeit (wie Öffnen oder Speichern) bereitstellen.
 Auf der linken Fensterseite sieht man ein größeres, mit Strichen umrahmten Plus-Zeichen, die ”Drag-Zone”. Hierhin zieht man Bilder oder Dokumente, auf die man per Rechtsklick oder Kontroll-Klick direkten Zugriff haben möchte, respektive deren Heimordner sich darüber blitzschnell öffnen lässt. Diese Funktion lässt sich in den Voreinstellungen auch als ”Schublade” (Drawer) allen Finderfenstern zuweisen, was beispielsweise hilfreich ist, um dort abgelegte Dateien ohne Stress in anderen Ordnern abzulegen. Ebenso wie man variabel die bereits erwähnte untere Bedienleiste über einen kleinen Pfeil jederzeit an- und abschalten kann. Der Vorteil: Hier erhält man außer einer sofort verfügbaren Vorschau auch Auskunft über die Dateiinfo (Name, wie groß, wann entstanden und anderes), Tags, Kommentare und Zugriffsrechte (Permissions). 


Präferenzen und Optionen ohne Ende

Damit noch lange nicht genug. In den Präferenzen kann man nicht nur zahlreiche Optionen dazu- oder wegklicken. Man richtet sich hier die Ordner mit den Favoriten in aller Ruhe ein, legt Tastaturkürzel (Shortcuts) an und bestimmt das Aussehen und generelle Verhalten des Tools. Schade nur, dass das Präferenzen-Fenster nicht offen bleibt, wenn man kurz in ein anderes Programm gewechselt hat, das macht es etwas umständlich.


Wer jetzt meint, er müsste einmal nach Luft schnappen angesichts dieser unglaublichen Anzahl von Möglichkeiten und Entscheidungen, dem geben wir recht. Einerseits gewöhnt man sich recht schnell daran, deutlich flotter als bisher Ordner für das Sichern oder Öffnen seiner Dateien zu finden. Man erhält durch die hierarchischen Menüs einen unbegrenzten Einblick in seine Ordner und Unterordner auf der Festplatte oder an angeschlossenen Geräten. Es hagelt geradezu Informationen und Details über Bilder, Dokumente und Ordner. Will man die wichtigste Funktion von Default Folder nennen, den unverzichtbaren Alltagsnutzen, dann ist es die Möglichkeit, mit dem Tool auch im gewohnten OS-X-Dialogfenster leichter und komfortabler auf benutzte Ordner oder Favoriten zugreifen zu können. Das ist in OS X alleine so nicht möglich: In den Dialogfenstern von OS X kann man nicht auf seine Favoriten oder die zuletzt benutzten Ordner zugreifen, mit Default Folder X aber schon.

Mit der Default-Option sieht man die kürzlich genutzte Ordner im Finder.
Vergrößern Mit der Default-Option sieht man die kürzlich genutzte Ordner im Finder.

Eine Frage der Geschwindigkeit

Das Gute an Default Folder X 5 ist: Man kann die durchaus verwirrende Vielzahl an Funktionen auch etwas reduzieren. Für diesen Test haben wir gewissermaßen das Maximum aus dem Tool heraus geholt und ausprobiert. Für wen es sich eignet, und wer es vielleicht lieber bleiben lässt, erfahren sie gleich im Fazit.

Zuvor noch ein Wort zur Performance: Auf unserem leicht betagten Test-iMac (2010, i3 mit 8 GB RAM) läuft Default Folder X 5 zwar fehlerfrei, es dauert aber einen kleinen, wahrnehmbaren Moment, bis sich die Toolleisten rund um das Dialogfenster aufgebaut haben. Auf schnelleren Systemen mag sich das nicht bemerkbar machen – aber auch unter diesen Umständen bringt Default Folder X 5 immer noch einen Zeitgewinn, sofern man die Optionen nutzt.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Vorausgesetzt für Default Folder X 5.0.1 wird mindestens OS X 10.10 Yosemite. Es ist voll kompatibel mit OS X 10.11 El Capitan (getestet). Das Tool ist nicht gerade billig: Immerhin 35 Euro verlangt der Entwickler dafür. Ein Upgrade von früheren Versionen (oder wenn man den Vorgänger ab dem 1. Juni 2015 erworben hat) gibt es für 15 Euro. Die Mehrwertsteuer kommt hinzu. Eine 30 Tage lang lauffähige Demoversion ist verfügbar.

Fazit und Empfehlung

Unser Macworld-Kollege Glenn Fleishman ist begeistert von Default Folder X 5 . Doch er sieht sich auch als versierten Mac-”Poweruser” an, und  als ”Veteran” auf Apple-Rechnern zudem. Sein detaillierter Artikel über Default Folder X 5 ist unbedingt empfehlenswert, wenn man noch tiefer in de Materie einsteigen will.

Nach dem Test ist auch für uns klar, das Tool weiter auf unserem Mac laufen zu lassen. Doch ist es unbegrenzt zu empfehlen? Bei diesem Preis muss man schon einmal nachdenken. Aber dann wiederum ist die Antwort ganz einfach: Wer bisher beim Navigieren, Öffnen und Speichern auf seinem Mac nichts vermisst hat, der darf weiterhin zufrieden sein. Denn in Default Folder X 5 muss man sich erst einmal konzentriert einarbeiten, um alle zudem nur englischsprachige Optionen und Möglichkeiten zu erfassen. Wem gewissermaßen bei bei der Beschreibung der vielfältigen Funktionen das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, der sollte sich zumindest einmal die Demoversion gönnen. Und dann ganz entspannt entscheiden, ob ihm oder ihr die zusätzlichen Funktionen 35 Euro wert sind. Das ist so individuell wie jeder Mac und User davor, die bekanntlich beide – ”Herr wie’s Gescherr” – ihren ganz eigenen Kopf haben …

Nachtrag zu Default Folder X 5: Deutsche Version kommt

 

Nachdem wir unseren Test dem Entwickler zur Kenntnis gegeben haben, verweist uns dieser auf die aktuelle Public Beta von Default Folder X 5.0.2b1 . Diese bietet unter anderem eine deutsche Lokalisierung, und das Tool soll auch flotter werden – die Performance auf unserem Mac fanden wir ja etwas zäh. Dazu kommen Verbesserungen in der Bedienung und Fehlerbereinigungen. Wann die Version final ist und beispielsweise über den Updatedialog von Default Folder X 5 verfügbar ist, steht noch nicht fest.

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