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Formac-DVD-Brenner Devideon

24.05.2002 | 14:12 Uhr |

Mit seinem externen DVD-Brenner auf der Basis des Pioneer DVR-A04 bringt Formac eine eigene Authoring-Software heraus.

München/Macwelt - DVD-Brennern aus dem Fachhandel liegt für Windowsanwender häufig Authoring-Software für die Erstellung von Video-DVDs bei. Schließlich eignet sich das Medium DVD sehr gut, um seine DV-Filme auf einem Platz sparenden Medium zu archivieren. Für Mac-Anwender, die sich nicht nur auf Daten-DVDs beschränken wollen, gab es bisher neben dem teuren DVD Studio Pro nur das einfache iDVD, das unter Mac-OS X auch externe DVD-R-Brenner unterstützt. Käufer des neuen Devideon-Drives von Formac haben es jetzt besser: zum Lieferumfang des externen DVD-Brenners gehört die neue Authoring-Software Devideon.
Als Hardware verwendet Formac in seinem nierenförmigen Firewire-Gehäuse die neueste Generation des Pioneer-DVD-Brenners, das Apple als Superdrive verbaut. Die technischen Daten entsprechen exakt dem in der Macwelt 4|2002 von uns getesteten Pioneer DVR-A04. Disc Burner unterstützt den Brenner, so dass man Daten-DVDs auf DVD-R- oder DVD-RW-Rohlingen erstellen kann. Auch CD-R und CD-RWs beschreibt das Laufwerk ohne Probleme.

Das System Devideon richtet sich vor allem an Nutzer einer DV-Kamera, Besitzer eines DV-Konverters oder eines Digital-TV-Empfängers, also Personen mit großen Mengen an DV-Material auf ihrer Festplatte. Das mitgelieferte Programm Devideon wartet mit einer einfachen Bedienoberfläche auf. Formac bezeichnet die Software zwar als Authoring-Programm, es bietet jedoch keine individuellen Gestaltungsmöglichkeiten wie etwa ein selbst erstelltes DVD-Menü oder die Festlegung von Kapiteln. Im Grunde besteht das Programm aus einem Encoder, der Quicktimedateien oder DV-Streams in das DVD-taugliche Format MPEG2 umwandelt. In einem Arbeitsschritt erstellt das Programm dann noch eine DVD-typische Dateistruktur (VOB) inklusive einem Standard-Startbildschirm mit einem einzelnen Startbutton. Brennt man diese Datei auf DVD-R, kann man nun seinen mit DV-Kamera aufgenommenen Urlaubsfilm mit fast jedem handelsüblichen DVD-Player abspielen. Die selbstgebrannte DVD hat aber kein echtes Startmenü und keine einzeln ansteuerbare Kapitel.
Kleine DVD-Filme brennt der Devideon als Pseudo-DVD auf CD-R, nur wenige DVD-Player erkennen dieses Format jedoch. Für erste Versuche im Decodieren eignet sich die preisgünstige Variante wohl besser als die immer noch teuren DVD-R-Medien.
Sowohl das Digitalfilmformat DV als auch Quicktimedateien importiert die Software, die leider nur jeweils eine Datei bearbeitet und in eine DVD-Datei umwandelt. Ein DV-Filmer, der gerne 10 GB an DV-Clips auf eine DVD brennen will, muss deshalb zuerst mit iMovie oder Quicktime Pro eine zusammenhängende Datei erstellen. Je nach Datenmenge erfordert dieser vorbereitende Arbeitsschritt bereits einige Zeit. Pro Gigabyte an DV-Material benötigt dann der Encoder von Devideon auf einem Powermac G4/450 bei der Standardeinstellung etwa eine halbe Stunde Umrechnungszeit. Leider funktionierte bei der uns zur Verfügung stehenden Version 1fc (Final Candidate) das Konvertieren von großen Dateien über einem GB nur unter Mac-OS 9. Formac hat auf unsere Nachfrage hin eine baldige Korrektur des Problems versprochen.

Die Gestaltung eines eigenen Starbildschirms oder eine eigene Kapitelnavigation ist nicht möglich. Hier bietet iDVD mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Das Programm Devideon stellt dagegen eine Vielzahl an möglichen Qualitätsstufen zur Auswahl. Bis zu sechs Stunden Video passen bei maximaler Kompression auf eine 4,7 GB fassende DVD, bei minimaler Kompression und maximaler Bildqualität eine Stunde Video. Auch die Tonqualität kann in den Qualitätsstufen 32 KHz bis 48 KHz weiterverarbeitet werden. Bei minimaler Bitrate, zwischen 1,0 bis 9,8 MBit pro Sekunde sind einstellbar, könnten theoretisch bis zu sechs Stunden Video auf einer DVD Platz finden. Allerdings entstehen bei Videos mit niedrigen Bitraten bei Bewegungen starke Kammeffekte, die den Videogenuss stark beeinträchtigen. Sinnvoll sind derart hohe Kompressionsstufen wohl nur, wenn man auf gute Bildqualität verzichten kann. Möglich ist dies etwa bei Zeichentrickfilmen, die mit niedrigen Bitraten auskommen. Für den Normalfall ist die vorab eingestellte Kompressionsstufe von etwa 5 der beste Kompromiss aus Laufzeit und Bildqualität.

Nach der Konvertierung erhält man ein DVD-Player-taugliches DVD-Image, das man mit Toast oder Disk Burner auf eine DVD brennen kann. Ein eigenes Brennprogramm gehört nicht zum Lieferumfang, Formac will es aber demnächst in das Programm integrieren. Vor dem Brennen auf DVD-RW oder DVD-R kann die fertige Datei zur Sicherheit noch einmal mit dem Apple-DVD-Brenner abgespielt werden.
Das praktische kleine Programm setzt als Hardware den DVD-Brenner von Formac voraus, der wie ein Kopierschutz-Dongle das Encoden erst frei gibt.

Fazit


Das Programm ist ein praktische Erweiterung für den DVD-Brenner. Besonders interessant ist es für passionierte DV-Filmer oder Besitzer eines Formac Studio-Konverters, der seine DV-Dateien auf DVD sichern will.
Stephan Wiesend

Formac Devideon

Vorteile:

Flexible Einstellungsmöglichkeiten für Bild und Tonqualität

Nachteile:

Lange Encodierungzeit, nur zusammen mit DVD-Brenner von Formac erhältlich. Keine Menü- oder Kapitelerstellung möglich. Relativ teuer.

Wertung:

Keine Wertung, da Programm noch im Teststadium

Externer DVD-Brenner mit DVD-Authoring-Software

Anschluss:

Firewire

Internes Laufwerk:

Pioneer DVR-A04

Arbeitet unter Mac-OS X:

ja, mit Einschränkungen

Abmessungen:

15,4 x 7,7 x 19 cm (B/H/T)

Systemvoraussetzung:

Mac-OS 9.2.2 oder Mac-OS X 10.3.

Preis:

€ (D) 800, € (A) 828, CHF 1096

Alternativkauf:

unter Mac-OS X die Kombination aus iDVD 2 mit einem externen DVD-Brenner.

Info:

Formac

Technische Angaben

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