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Foto Magico 5 Pro: Das beste Präsentations-Tool am Mac

18.04.2016 | 16:32 Uhr |

Foto Magico für den Mac erstellt schon lange sehr gute Präsentationen für Fotos und hat sich in Version 5 noch einmal spürbar verbessert.

Die Erstausgabe von Foto Magico haben wir bereits 2006 getestet, zuletzt die Version 4 im Jahr 2012 , auch da schon mit einem guten Ergebnis. Nun hat Entwickler Boinx noch einiges an Funktionen und Optimierungen draufgelegt, wovon wir uns im aktuellen Testdurchlauf überzeugen wollten. Und konnten, um dies vorwegzunehmen.

Vertrautes und sinnvoll Neues

Zunächst glänzt das komplexe Tool für Diashows mit den bekannten Funktionen, darunter die Vielzahl von Übergängen zwischen Bildern, die man wie gewohnt aus iPhoto oder jetzt Fotos für OS X, Lightroom und Aperture sowie dem Bilderordner oder anderen Orten importieren kann. Beeindruckende Effekte mit Text und Musik sind ebenso weiterhin möglich. Für professionellere Ansprüche hat Foto Magico 5 Pro ebenfalls einiges zu bieten, darunter die Arbeit mit Ebenen und Masken, Audiokommentaren und dem Teleprompter inklusive eigenen Notizen für die Vorführung auf größerer Bühne. Es gibt die zahlreichen Exportmöglichkeiten, von der klassischen DVD über eine Bereitstellung via Youtube, über das Apple TV oder als HD-ProRes-Video. Auch der Export als Standalone-Player ist nach wie vor an Bord und wie bisher leider nur für Macs, nicht aber für Windows-Rechner verfügbar. So kann man den Kollegen oder Freunden am PC diese direkte Möglichkeit des Abspielens einer Präsentation nicht bieten, eine Alternative ist der Export als MP4.
 Und vieles ist dazu gekommen. So eine Überarbeitung der Benutzeroberfläche, die sich seit der ersten Version noch deutlich komplexer gestaltet. Grundsätzlich kann man seine Bilderpräsentation im übersichtlichen Storyboard oder für das Feintuning in der detaillierten Zeitleiste bearbeiten. Foto Magico zeigt sich nun im derzeit als stylish empfundenen dunklen Outfit, man kann aber auch jederzeit auf eine helle Oberfläche umschalten.

Assistenten und Snippets

Neu ist unter anderem der Animationsassistent, mit dem sich Bilder, Übergänge, Texte und das Präsentationstempo übersichtlich einstellen lassen. Auch die Unterstützung für die Audio-Spuren ist deutlich verbessert, etwa durch den Audiomaker-Assistent, oder die Option, die Musik im Hintergrund abzublenden, wenn man einen Kommentar aufspricht, oder auch, wenn ein Video mit Ton sich in den Vordergrund spielen will.
 Persönlich hat uns besonders gut gefallen die ganze Reihe neuer Vorlagen für Sound, Musik, Titel und Abspann und anderes mehr, die sogenannten Snippets oder auf Deutsch ”Bausteine”. Damit löst Entwickler Boinx unter anderem das Problem, wenn man lizenzierte Musik zum Beispiel aus iTunes-Downloads für öffentliche Vorträge und Präsentationen nutzen möchte. Das ist streng genommen nicht erlaubt. Dafür stellt Foto Magico 5 verschiedene Tracks lizenzfreier (respektive mit CC-Lizenz; Details hier ) Musik mit ganz unterschiedlichen Themen und Stimmungen (etwa fröhlich, dramatisch oder melancholisch) zur Verfügung, die auf uns einen professionellen und brauchbaren Eindruck machen. Richtig klasse, wir müssen das mal so ohne die sonst gebotene Zurückhaltung zum Ausdruck bringen, sind auch die ”Geschichten” genannten Module zu Themen wie Tierpark, Museum oder Strand. Diese bieten animierte Hintergründe inklusive Musik, die man natürlich bearbeiten und mit eigenen Bildern versehen kann. Das macht es in vielen Fällen deutlich einfacher, eine ansehnliche Präsentation oder Diashow zu erstellen. Übrigens lassen sich eigene Kombinationen auch speichern und später als Vorlagen wiederverwenden. Zusätzlich gibt es weitere Angebote im Internet, die sich bisher auf weitere musikalische Stücke von Kevin McLeod und Josh Woodward beschränken.

4K geht jetzt auch

Eine weitere Neuerung, die nicht nur Profis interessieren wird, ist die Unterstützung für hochauflösende 4K-Videos. Und bei all diesen differenzierten und distinguierten Funktionen und Optionen gibt es immer noch die relativ einfache Möglichkeit, flott ein paar Dias in die Arbeitsfläche zu ziehen und mit Übergängen automatisch sowie dem Ken-Burns-Effekt als Standardanimation rasch eine Präsentation zu erstellen. Im Unterschied etwa zu iPhoto oder Fotos gelingt es aber auch in der komplexen Oberfläche von Foto Magico 5, die Blenden wie auch die Musik variabel zu gestalten. Wer prinzipiell nicht mehr als das und ein paar Titel benötigt, für den ist die einfachere und günstigere Ausgabe beispielsweise im Mac App Store   sicherlich geeigneter. Hier muss man zwar auf bestimmte Profi-Optionen verzichten, darunter die ausgefeilten Editiermöglichkeiten für Audio oder den Teleprompter sowie Exportoptionen wie den Standalone-Player und als ProRes – doch für den vornehmlich privaten Gebrauch kann man damit seine Zuschauer schon ausreichend unterhalten. Die einklappbaren Kapitel, die gerade bei kleineren Bildschirmen hilfreich sein können, gibt es freilich nur wieder in der Pro-Variante. Einen exakten Vergleich der Ausgaben gibt es beim deutschen Distributor Application Systems Heidelberg , der beide Versionen anbietet. Über Abstürze bei der Arbeit konnten wir uns übrigens nur selten beklagen – im Zweifel hilft die kürzlich nachgelieferte Funktion der automatischen Sicherung, schlimmere Verluste zu vermeiden.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit


Foto Magico 5 benötigt mindestens OS X 10.10. Demoversionen sind etwa bei Application Systems Heidelberg erhältlich. Der Preis für die einfachere Variante liegt bei 50 Euro, die Pro-Version schlägt mit 100 Euro zu Buche. Upgrades gibt es ebenfalls ab 50 Euro.

Fazit und Empfehlung

Foto Magico 5 ist sicherlich eines der besten Programme, um beeindruckende und differenzierte Präsentationen von Fotos inklusive Filmabschnitten samt Titeln, Sound und Effekten auf dem Mac zu erzeugen. Freilich, die Komplexität des Tools hat in den letzten Jahren noch zugenommen und kann einen bisweilen förmlich erschlagen. Man muss sich mit dem Programm ernsthaft beschäftigen, um auch den einfachen Zugang zu finden. Dann aber lässt die Software praktisch keine Wünsche für die kreative Gestaltung mehr offen.

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