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RAW-Konverter

16.01.2009 | 12:28 Uhr |

RAW-Konverter mausern sich zu Anwendungen, die fast alle fotografischen Bearbeitungsaufgaben meistern. Das Schönste dabei: Sie arbeiten alle nicht destruktiv.

Aperture vs Lightroom: aufmacher
Vergrößern Aperture vs Lightroom: aufmacher

Dem Vergleichtest stellen sich vier aktuelle RAW-Konverter, von denen Apples Aperture eine ausschließliche Mac-Anwendung ist. Das Apple-Pro-Programm hat sich mit Version 2 endgültig als ernstzunehmende Alternative etablieren können. Der Nestor der RAW-Bildkonvertierung ist Capture One; die neue Pro-Version 4.5.2 des Programms ist gerade erst erschienen und wird von uns noch mit englischer Benutzeroberfläche getestet. Der Pro-Version weit gehend entsprechend ist die normale Capture-One-Version, die schon gut ein halbes Jahr länger und auch auf Deutsch erhältlich ist. Ihr fehlen einige Pro-Funktionen wie der ausgebaute Farbeditor oder das Hautton-Tool. Der Spezialist für Bildfehlerkorrektur DxO Optics Pro entwickelt sich mit Version 5.x immer mehr zum Bildoptimierer mit integriertem RAW-Konverter. Schließlich stellt sich Adobe Photoshop Lightroom 2.2 dem Test. Das Programm mit seinem modularen Aufbau und der gelungenen Benutzeroberfläche ist das bislang einzige, das auf Intel-Macs 64-Bit-Computing unterstützt.

Pflichtprogramm

Bei RAW-Aufnahmen übernimmt das Programm Funktionen des Bildprozessors einer Digitalkamera, und das ausgelagert in den Computer und sowohl zeitlich wie nach Bildgeschmack steuerbar vom Anwender. Die wichtigsten Aufgaben dabei sind das Demosaicing, die Steuerung der Belichtung und das Regeln der Farbtemperatur. Beim Demosaicing werden aus einem RAW-Bild die Farbinformationen je Pixel zusammengesetzt. Ein Sensorelement sieht nämlich nur in Graustufen, jeweils gefiltert für Rot, Grün und Blau. Erst das Demosaicing setzt die komplette Farbinformation für alle RGB-Werte eines Pixels zusammen. Die Art der Berechnung der Farbinformation ist entscheidend für die resultierende Bildqualität, etwa bei der Aufgabe, feine Strukturen wiederzugeben oder beim Verhalten in Grenzbereichen der Belichtung wie bei fotografierten Lichtquellen. Das ist in der Regel vom Anwender nicht beeinflussbar, nur Aperture macht hier eine Ausnahme und erlaubt das Feinjustieren des von Apple Decoding genannten Vorgangs. Bei Lightroom hat man inzwischen die Möglichkeit, Kameraprofile mit einem eigenen Editor zu bearbeiten und so zumindest die Eingangsfarbgebung zu beeinflussen.

Diese Eingangs- beziehungsweise Standardfarbgebung fällt je nach Konverter unterschiedlich aus. Am neutralsten ist die Wiedergabe unserer Color-Checker-Farbkarte bei Aperture, während DxO Optics Pro die Farben deutlich mehr sättigt. Bei Hauttönen fällt dies unangenehm auf, lässt sich aber schnell über eine Änderung des Farbwiedergabeprofils beheben. Fast langweilig neutral gelingt Aperture die Hauttonwiedergabe, während Lightroom die natürlichste Portraitfarbe zeigt. Capture One Pro zeigt bei Tageslichtaufnahmen eine leichte Tendenz Richtung zuviel Sättigung, wirkt aber bei kontrolliertem Studiolicht besser.

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