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Gebogener Monitor im Test: LG 34UC97

26.01.2015 | 14:27 Uhr |

Der LG 34UC97 ist der weltweit erste 34-Zoll-Bildschirm mit einem Curved Panel im 21:9-Kinoformat. Vor allem Anwender aus den Bereichen Fotografie und Videoschnitt sollen vom Breitbildformat profitieren. Dank zweier Thunderbolt-2-Anschlüsse dient er sich aber auch allen Mac-Anwendern als digitaler Riesen-Schreibtisch mit eingebautem Hub an.

Nach den Fernsehern finden sich Panels mit einer gebogenen Oberfläche auch in immer mehr Computer-Bildschirmen wieder. Durch sie sollen vor allem bei großformatigen Displays im Breitbildformat auch die Inhalte am seitlichen Bildschirmrand noch verzerrungsfrei für den Nutzer abgebildet werden. Darüber hinaus stören mögliche Reflexionen durch einfallendes Licht deutlich weniger.

Das in der Diagonale 34 Zoll (86,36 cm) messende Display im Cinemascope-Format hat einen Radius von 3,8 Meter. Mit einer Auflösung von 3440 mal 1440 Pixel beherbergt das AH-IPS-Panel knapp fünf Millionen Bildpunkten, die dank der exzellenten Blickwinkelstabilität von 178° horizontal wie vertikal auch in den Randbereichen noch gewährleistet ist. Die Hintergrundbeleuchtung besteht aus weißen LEDs. Daher kann der 34UM97 lediglich den Standard-Farbraum respektive sRGB und PAL/HDTV zufriedenstellend abbilden, AdobeRGB, ECI-RGB 2.0, ISOCoated und DCI jedoch nicht.

Um den großen digitalen Schreibtisch effizienter nutzen zu können, liefert LG eine Split-Screen-Anwendung mit. Über sie lässt sich der Bildschirm in bis zu vier Teilbereiche unterteilen. Hier können entweder vier unterschiedliche Dokumente einer Anwendung nebeneinander dargestellt oder jeweils ein Dokument von vier verschiedenen Programmen nahtlos aneinander geheftet werden.

Der Pixel-Bolide gibt sich sehr anschlussfreudig. Er kann über Thunderbolt 2 (2x), HDMI (2x) oder Display Port mit dem Mac und/oder PC kommunizieren. Dank der Dual Link up genannten Funktion können die Bilder zweier Quellen (Mac, PC, Camcorder, Kamera) über Picture-by-Picture gleichzeitig wieder gegeben werden, wobei eine Quelle per HDMI gespeist werden muss.

Über das OSD des Monitors lassen sich noch zwei weitere interessante Funktionen steuern. So können etwa Gamer die Reaktionszeit des Panels mittels des Overdrive in vier Geschwindigkeiten beschleunigen. Die Reader Modus genannte Bildvoreinstellung soll die Augen beim Lesen von Texten schonen, indem die Blauanteile im Backlight reduziert werden und somit eine papiergleiche Bilddarstellung verspricht. Weniger ergonomisch gedacht ist das Design des Displays. Es lässt sich nämlich nur neigen, jedoch nicht in der Höhe verstellen. Aufgrund des dreibeinigen Fußes kann man auch nicht einfach ein Buch unter den Fuß legen. Das Display kostet 1100 Euro, es wird aber bei einigen Händlern schon für unter 1000 Euro gehandelt.

Inbetriebnahme

Die Split-Screen-Software erlaubt es, den Bildschirm in zwei, drei oder vier Teilbereiche aufzuteilen, wobei die jeweilige Größe nicht symmetrisch sein muss. Sie kann in Grenzen variiert werden. Das Gleiche gilt für die Wiedergabe unterschiedlicher Bildsignale per Dual Link up. Die einzelnen Fenster können entweder in Originalgröße oder als Breitbild dargestellt werden. Beim Betrachten von Filmen in Cinemascope kann der Anwender eine Vollbild-Darstellung sowie eine mit schwarzem Rand für Untertitel wählen.

Über das OSD lassen mittels des zentriert an der Unterseite des Displays angebrachten Joysticks verschieden Bildparameter anpassen. Für die schnelle Orientierung bietet LG die Modi Anwender, Foto, Cinema und Spiel an. Einzelne Parameter wie Gamma und Farbtemperatur lassen sich zwar individuell anpassen, sind aber mit nichtssagenden Begriffen wie 0, 1, 2 (Gamma) oder warm, mittel, kalt (Farbtemperatur) bezeichnet. Angaben wie 1,8, 2,2 oder 2,6 resp. 5000K, 5800K oder 6500K wären hier hilfreicher. Die Farben lassen sich über eine umfangreiche 6-Farbensteuerung (Farbton und Sättigung für Primär- und Sekundärfarben) anpassen, passende Hilfsmittel einmal vorausgesetzt. Über HDMI werden drei Timings angeboten, 480p, 720p und 1080p, jeweils aber nur mit 60 Hz, nicht mit 50 Hz. Interlaced Formate kann er beim Anschluss einer entsprechenden Quelle, etwa ein Camcorder, auch (nur mit 60 Hz) darstellen.

Im Testcenter

Das Display ist mit 264 cd/qm recht hell ausgeleuchtet und kann dank eines Schwarzwertes von nur 0,09 cd/qm einen Kontrastumfang von bis zu 3040:1 darstellen. Allerdings ist das große Display nicht sonderlich homogen ausgeleuchtet. Die Helligkeitsschwankungen betragen durchschnittlich 14 Prozent und sind mit bloßem Auge sichtbar.

Wir bereits erwähnt, lässt sich die Reaktionszeit der Flüssigkristalle im Panel anpassen. Der Overdrive kennt vier Stufen, schnell, mittel, langsam und aus. Damit kommt das Panel auf Schaltzeiten beim Wechsel von Schwarz auf Weiß und zurück von 16,8/18,7/21,4/24,9 ms. Das sind zwar für IPS-Panel recht gute Schaltzeiten. Für First Person Shooter Games sind sie jedoch absolut inakzeptabel.

Die Energieaufnahme des 34UM97 ist aufgrund der aus weißen LEDs bestehenden Hintergrundbeleuchtung recht sparsam. Bei maximaler Helligkeit  beträgt sie 69,3 Watt, bei praxisrelevanten 120 cd/qm sind es noch 48,1 Watt, im Standby 0,4 Watt und ausgeschaltet schließlich 0,3 Watt.

Empfehlung

Edle Materialien, gute Verarbeitung sowie opulente Ausmaße machen den LG 34UM97 zu einem echten Hingucker. Dank Thunderbolt 2 ist er eine interessante Alternative zu Apples Thunderbolt Display. Professionelle Anwender werden neben der 7 Zoll größeren Bilddiagonale auch die matte Displayoberfläche schätzen. Wermutstropfen ist der auf sRGB beschränkte Farbraum sowie die eingeschränkte Ergonomie.

LC 34UC97

Hesteller: LG

Preis: € 1100, CHF 1100

Leistung (40 %) 1,7

Ausstattung (30 %) 1,4

Handhabung (20 %) 1,5

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 2,2

+ Sehr gute Bildqualität, blickwinkelstabil, zahlreiche Anschlüsse

- Bedingt ergonomisch, Farbraum nur sRGB

Alternative: AOC U3477PQU, LG 34UM995

Gesamtnote: 1,6 gut

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