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Gemini 2: Doppelte Dateien finden und löschen

31.05.2016 | 12:00 Uhr |

Was sich im Laufe der Zeit auf der Festplatte an doppelten oder ähnlichen Dateien ansammelt, ist erstaunlich. Gemini 2 will den Platzfressern den Garaus machen.

Fotos, die man bearbeitet und deren Originale gespeichert werden. Die man vielleicht doppelt importiert hat und/oder an verschiedenen Orten aufbewahrt. Musikdateien, die man als lizenzgeschützten Download aus dem iTunes-Store konvertiert auch als MP3 vorliegen hat. Programme, die in unterschiedlichsten Versionen auf der Festplatte schlummern, oder zumindest deren diverse Disk Images. Und so weiter, und so fort – da kommen in der Zeit schon einige Gigabyte an Speicherplatz zusammen, die einen angesichts von Laufwerken von bis zu einem Terabyte zwar nicht unmittelbar stören. Das war in früheren Zeiten, als Speicherplatz auf der Festplatte rar und teuer war, wesentlich dramatischer.

Es muss nicht alles doppelt und dreifach sein

Trotzdem sind manche Dateien in doppelter und mehrfacher Ausfertigung überflüssig, was durchaus auf die Performance gehen kann. Insbesondere bei der Suche, denn wenn man die Datei XY sucht, wird sie einem von Spotlight auch mehrfach vorgeschlagen, nachdem sie eigens aufgespürt werden musste. Und man ”darf” sich nun selbst damit beschäftigen, welche davon man denn gern nutzen würde. Da ist Abhilfe gar nicht so leicht. Helfen wollen Programme wie Gemini 2 von Entwickler Macpaw , das verspricht, flott doppelte und mehrfache Dateien gleicher oder auch sehr ähnlicher Art aufzuspüren.

Schicke Bedienung, flotte Performance

Die Oberfläche von Gemini 2 ist sehr ansprechend gemacht, wie man den Screenshots der Bildergalerie oben entnehmen kann. Wir ziehen unseren Benutzer-Ordner auf das Bearbeitungsfenster des Tools, denn im User-Verzeichnis befinden sich die wichtigsten Dateien, die unter dem Verdacht stehen könnten, auch doppelt vorhanden zu sein, wie Dokumente, Bilder aus iPhoto/Fotos, iTunes und andere mehr. Auch Programme, Cloud-Speicherplätze wie die Dropbox oder Google Drive und unser Download-Ordner sind dort abgelegt. Da kommen immerhin gut 240 GB zusammen. Dafür benötigt Gemini 2 nicht einmal 30 Minuten – und findet Duplikate (166 MB, also überschaubar) sowie beeindruckende 8 GB ”ähnliche” Dateien. Dazu muss gesagt werden, dass dies nicht die erste ”Bereinigung” unserer Festplatte ist, Gemini 2 geht aber anscheinend nicht nur flott, sondern auch gründlich durch die Ordner und Dateien.
 Und es ist überraschend, was so alles auf der Festplatte schlummert, was man längst vergessen hatte und dabei tatsächlich gleich in mehrfacher Ausfertigung vorliegen hat. Der Gemini-Vergleich gelingt dabei sehr intuitiv in einer Ansicht mit Vorschau der Bilder oder Dokumente (allerdings keine PDFs aus Mail-Anhängen), mit Angabe der Fundstellen respektive des Pfads und des Datums, was für den Vergleich besonders wichtig ist. Dazu kommt eine schnelle Suchfunktion. Man kann es nun entweder dem Programm mit einer ”smarten Bereinigung” selbst überlassen, was gelöscht wird. Empfehlenswerter aber dürfte es sein, im Zweifel noch einmal selbst hin zu schauen und entsprechende Dateien zum Löschen manuell auszuwählen. Oder auf jeden Fall so einzustellen, dass die gelöschten Dateien vorläufig nur in den Papierkorb verschoben werden, wo man noch einmal nachprüfen kann, falls einem Bedenken über die Löschaktion kommen.

Audio-Duplikate, lernfähige Software

Dies gilt auch für Audiodateien, etwa bei einem Hörbuch. In der Vertonung von Richard David Prechts populärem Philosophie-Buch ”Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?” wählt Gemini 2 beispielsweise unter den ähnlichen Dateien ganz verschiedene Kapitel aus und steckt sie in einen Ordner. Hier sollte man also unbedingt genauer hinsehen. 
Bleiben wir bei den Audio-Dateien: An anderer Stelle lesen wir, dass Gemini 2 gleiche Audiodateien in iTunes findet, auch wenn sich die Tracks in Bitrate, Format oder Länge unterscheiden. Wir stellen außerdem fest, dass Gemini 2 sich nicht durch unterschiedliche Dateinamen irritieren lässt. So haben wir ein Stück von Scooter aus irgendwelchen Gründen einmal mit dem Titel ”Alive” und außerdem als ”Free” von Starsplash gespeichert. Die Musikvorschau, die man unmittelbar in Gemini 2 ablaufen lässt, bestätigt, dass es keinen Unterschied im Hörerlebnis gibt. Also weg mit einem davon. Doch dann duplizieren wir für den Test versuchsweise einen anderen Song, speichern diesen als MP3 ab und geben ihm einen anderen Namen. Diesen Titel spürt das Tool dann aber erstaunlicher Weise nicht auf. Dagegen findet es bei Fotos wiederum ”ähnliche”, die sich immerhin durch eine starke Filterbearbeitung oder verschiedene Blickwinkel oder auch nur Gesten unterscheiden. Ein weiterer Vorzug: Gemini 2 lernt laut Entwickler mit der Zeit, wie der Nutzer mit mehrfachen Dateien beim Löschen verfährt und gestaltet die Vorschläge entsprechend.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Gemini 2 läuft ab OS X 10.10 auf Intel-Macs (64 Bit). Die kostenlose Demoversion (nur auf der Entwicklerseite verfügbar) findet doppelte und ähnliche Dateien lediglich bis zu 500 MB Datenmenge, die Vollversion schlägt mit 20 Euro zu Buche, erhältlich entweder im Mac App Store   oder beim Anbieter selbst – Upgrades von der früheren Version gibt es für die Hälfte.

 Fazit und Empfehlung

Insgesamt ist Gemini 2.0.8 ein zwar nicht perfektes, aber doch sehr gutes und besonders schnelles Tool, um Dubletten und mehrfache oder auch nur sehr ähnliche Dateien auf der eigenen Festplatte, angeschlossenen Laufwerken wie auch auf verbundenen Online-Speicherplätze wie Dropbox aufzuspüren. Nur auf die automatische Reinigung sollte man sich nicht blindlings verlassen, sondern besonders bei wertvollen Dokumenten und Dateien lieber genauer hinsehen. Belohnt wird man mit einer übersichtlichen Festplatte, schnelleren und vor allem komfortableren Suchergebnissen und so insgesamt mit einer besseren Performance.

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