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Getestet und für gut befunden: Bildbearbeitung Luminar

02.12.2016 | 10:14 Uhr |

Macphun hat mit Luminar eine "All-in-One”-Bildbearbeitung herausgebracht, die am liebsten alle anderen Fotoeditoren überflüssig machen will.

Kurz nach unserem Test veröffentlicht Macphun ein Update für seine neue Bildbearbeitung auf Version 1.0.2. Die wichtigste Veränderung ist Unterstützung für die Touch Bar der neuesten Macbook Pro . Dazu kommen Verbesserungen beim Öffnen von Raw-Dateien, die nun auch als neue Ebene geladen werden können. Insgesamt soll Luminar noch flotter reagieren, über die F-Taste lässt sich nun zudem ohne Umstände der Vollbildmodus aktivieren. Und das in der Tat etwas bockige Klon-Werkzeug wurde ebenfalls verbessert. Dazu sollen diverse Fehlerverbesserungen kommen. Auch wenn wir noch nicht alle neuen Features testen konnten, dürfte dieses Update ein schon gutes Programm noch besser machen – wie Sie im ansonsten unveränderten Artikel weiter lesen können:

Um es vorweg zu nehmen: Der Anspruch von Luminar, eine All-in-One-Bildbearbeitung zu sein, ist derzeit viel zu hoch. Die Entwickler räumen selbst ein, dass wichtige Aspekte wie etwa Stapelverarbeitung (noch) fehlen. Dennoch lässt sich mit Luminar bereits sehr gut arbeiten, je nachdem, welchen Anspruch und Zweck man im Sinn hat.

Arbeitsbereiche machen die Bearbeitung übersichtlich

Dabei wird, wer mit Programmen wie Aurora HDR und anderen von Macphun vertraut ist, sich mit der Bedienoberfläche von Luminar schnell zurechtfinden, denn viele Werkzeuge und deren Anordnung sind von der Entwicklerschmiede schon bekannt. Natürlich geht es zuerst um die Bildverbesserung inklusive Histogramm. Allerdings fehlt ein einfacher Knopf für die automatische Bildkorrektur. Hier muss man sich die gewünschten Parameter schon selbst zusammen suchen. Dafür sind diese mit den klaren Benennungen und den Schiebereglern leicht zu bedienen – eine Anzeige des Fotos, wie es vor und nach der Korrektur oder Bearbeitung aussieht, lässt diesbezüglich keine Fragen offen. Etwas Besonderes an Luminar sind die Arbeitsbereiche von Standard über Straße bis Landschaft oder Schwarz-Weiß (B & W). Wählt man eine derartige Kategorie aus, werden gezielt Filter und Werkzeuge angezeigt, die man speziell für diese Arbeiten benötigt. Es lassen sich auch eigene Arbeitsbereiche anlegen und jederzeit schnell aufrufen.

Filter, Maskierung und Ebenen an Bord

Mit einem Klick auf das etwas unscheinbare Plus-Zeichen für weitere Filter zeigt sich ein Menü, das die diversen Filter mit einer Kurzbeschreibung und einer kleinen Vorschau versieht, was man davon erwarten darf – in diesem Fall mit einem von Macphun vorgegebenen Foto in Vorher-/Nachher-Ansicht. Selbstverständlich gibt es in einer Bildbearbeitung mit diesem Anspruch auch komplexere Filter wie zur Reduzierung des Bildrauschens oder auch Gradationskurven. Ebenen werden ebenso unterstützt wie die Maskierung von Bildbereichen. Es finden sich zudem Funktionen wie Radialfilter, Verlaufsmasken, Werkzeuge zum Transformieren und Klonen. Manchmal ist hier die Bedienung ein wenig anders, als man es etwa aus den Adobe-Produkten gewohnt ist. Doch man findet sich recht schnell zurecht. Eine Hilfedatei etwa als PDF oder im Rahmen der Apple-Hilfe gibt es aber nicht – hier ist man auf das Internet angewiesen und auf die englische Darstellung von Macphun, wogegen das Programm selbst komplett auf Deutsch erhältlich ist. An dieser Stelle sollte der Entwickler auch bei der direkten Unterstützung des Anwenders noch nachhelfen.

Intuitive Bedienung, gute Exportoptionen

Eine Stärke von Luminar ist ganz klar, dass Schärfe und Struktur von digitalen Fotos mit den diversen Werkzeugen leicht zu optimieren ist. Auch die Bedienung mit den Schiebereglern sorgt für ein fast müheloses Gefühl bei der Arbeit, selbst auf unserem Test-iMac von 2010.


An Exportmöglichkeiten findet man im Grunde alles, was man braucht, einschließlich im Photoshop-/PSD-Format. Zwar gibt es keine Unterstützung für CMYK, dafür aber für den professionellen Farbraum Pro Photo RGB. Luminar unterstützt ebenso RAW-Aufnahmen. Und, für viele Mac-Anwender auch nicht ganz unwichtig: Das neue Macphun-Tool arbeitet mit Apples Fotos für macOS zusammen.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Luminar 1.01 setzt mindestens einen Intel-Mac mit 64-Bit-Prozessor sowie OS X 10.10.5 voraus. Die Kosten dafür liegen bei 59 Euro – als Originalpreis wird (wenn auch durchgestrichen) auf der Website 209 Euro angegeben, aber das wäre mehr als überpreisig für dieses Programm. Im Mac App Store ist Luminar übrigens schon für 49 Euro zu haben, was uns auch im Vergleich mit ähnlichen Mac-Apps als angemessen erscheint.

Fazit und Empfehlung

Keine Frage, Luminar reiht sich schon in der ersten veröffentlichten Version unter einige andere gute Bildbearbeitungen für den Mac ein und findet seine Stärken in einer übersichtlichen Darbietung der Arbeitsflächen und guten Filter. Selbst vergleicht der Entwickler sich lieber mit Lightroom als RAW-Editor. Die Bildbearbeitungen von Adobe Photoshop oder auch Photoshop Elements haben dagegen ganz andere Ansätze und bieten deutlich mehr an Umfang, bei Elements auch an Assistenten und direkten Hilfen bei der Bildverbesserung. Hier sollte man lieber nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern Luminar als flotte und übersichtliche Bildbearbeitung für zahlreiche Alltagszwecke sehen, die zu einem günstigen Preis eine ganze Reihe von guten Werkzeugen und Filtern zu bieten hat.

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