Von Mike Schelhorn - 13.01.2009, 12:17

Gleiche Farben von Display bis Druck

Kalibrationslösungen im Vergleichstest

Lesen Sie am Dienstag: Farbmanagement-Lösungen für Monitor und Druck waren bisher den Profis überlassen. Zwei Profilierungspakete mit Messgeräten zielen nun auf Grafiker und Bildbearbeiter mit kleinerem Budget

Farbmanagement wird zunehmend demystifiziert. Ermöglicht wird dies durch einfacher anzuwendende Software und Hardware für die nötige Kalibrierung und Profilierung von Farbdarstellungs- und Ausgabegeräten. Mittlerweile finden sich im Einsteigersegment auch zwei Komplettlösungen für Monitor und Druckausgabe. Gäbe es die Firma Datacolor mit ihrer Spyder-3-Produktlinie nicht, würde X-Rite hier alleine das Feld besetzen: Nach der Eingliederung von Gretag McBeth und von Pantone dominiert X-Rite den Farbmanagement-Markt.
Im Test stehen sich Spyder 3 Studio und das völlig neu entwickelte Color Munki Photo gegenüber. Spyder 3 Studio besteht aus den zwei verschiedenen Geräten Spyder 3 Elite zur Monitorkalibrierung und Spyder 3 Print zur Druckerprofilierung, während die Color-Munki-Lösung beide Aufgaben mit nur einem Spektralphotometer-Gerät löst. Beide Lösungen werden mit Software ausgeliefert, die den Anwender durch die Kalibrierungs- und Profilierungsprozesse führen. Color Munki benötigt zur Installation aktueller Software einen Internet-Anschluss. Für Grafiker gibt es die Design-Version in weißer Gehäusefarbe und angepasster Software, während die hier getestete Photo-Version sich an Bildbearbeiter wendet.

Monitorkalibrierung

Die Kalibrierung des Monitors und die anschließende Erstellung des Monitorprofils gestalten sich bei beiden Lösungen ähnlich einfach. Nach Platzierung des Messkopfs vor dem Monitor leitet der jeweilige Software-Wizard durch den Vorgang. Datacolor verwendet dazu das dezidierte Colorimeter Spyder 3 Elite, während man beim Color Munki ein Einstellrad in die Position zur Monitormessung dreht. Bei den Optionen zur Monitorkalibrierung zeigt sich Color Munki Photo etwas limitiert. CRT-Monitore lassen sich nicht kalibrieren, und als Weißpunkt stehen nur das native Monitorweiß sowie die Lichtarten D65 als Standard und D50 zur Wahl. Das Gamma wird ab Werk auf 2.2 geregelt, seit Version 1.0.5 (die uns erst nach Testende erreichte) ist auch Gamma 1,8 wählbar. Im erweiterten Modus sind außerdem eine Kontrast- und Helligkeitsoptimierung und eine Berücksichtigung des Umgebungslichts möglich.
Beim Spyder 3 Elite ist der Monitorkalibrierungsvorgang etwas umfassender. Das Colorimeter lässt sich auch an CRT-Monitoren einsetzen und vor der Messung können Bedienelemente des Monitors zur Anpassung berücksichtigt (im Software-Assistent aktiviert) werden. Wie beim Color Munki Photo gibt es einen einfachen Kalibrierungsprozess, der ohne weitere Kenntnisse durchführbar ist. Für die erweiterten Optionen des Spyder 3 Elite sollte man sich jedoch etwas in der Materie auskennen; hier stehen eine freie Gamma- und Weißpunktwahl bereit und unter anderen wird auch die lizensierte L-Stern-Methode angeboten. Auch mit dem Spyder 3 Elite kann das Umgebungslicht gemessen werden. Im Anschluss errechnen die Programme das Monitorprofil, legen es im Profile-Ordner des Systems ab und aktivieren es in den Systemeinstellungen. Sowohl Color Munki Photo wie auch Spyder 3 Studio sind in der Lage, auch Projektoren (denglisch "Beamer") zu vermessen.
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