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Grafik-Adventure Alida

22.07.2003 | 12:54 Uhr |

Adventures beherrschten einmal die Spielewelt - so galt das schon legendäre Grafikabenteuer "Myst" lange Zeit als das am besten verkaufte Spiel sowohl auf dem Mac als auch PC.

Wer in diesem Spiel einige Zeit unterwegs ist, wird kaum glauben, dass es nur einen einzigen Entwickler zum Vater hat - und doch ist es so. Alida ist das Produkt - oder "Kind", um im Bild zu bleiben - des Australiers Cos Ruzzo, der Macwelt Online erzählte, dass er fünf Jahre für die Fertigstellung seines Spiels gebraucht habe. Neben Myst beeinflusste ihn dabei vor allem dessen Nachfolger Riven. Gelegentlich fühlt man sich jedoch auch an das Ägypten/SF-Adventure "Secrets of the Luxor" erinnert.

Wie auch immer: Cos Ruzzo kommt ursprünglich nicht aus der Entwickler-Szene, sondern hat in Australien bei zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen mitgewirkt. Außerdem ist er Konzert-Pianist. Hier spätestens kann man eine Querverbindung zu Alida ziehen, denn auch in seinem Adventure spielt Musik eine wichtige Rolle.

Rätselhafte Hinweise und geheimnisvolle Spuren

Im Plot des Spiels geht es um die einst sehr erfolgreiche Musikband Alida, die zu ihren besten Zeiten eine komplette Insel als Themenpark ausgestaltet hatte. Dessen Höhepunkt ist eine riesige Gitarre, die sich per elektrisch-mechanischer Fernsteuerung tatsächlich zum Klingen bringen lässt. Als der musikalische Erfolg ausbleibt, trennen sich die Wege der Bandmitglieder, die vorher noch die Insel unter sich aufteilten. Das eigentliche Abenteuer beginnt, als einer der Musiker (Arin) auf mysteriöse Weise von der Insel verschwindet, die die Bandmitglieder an sich schon längst verlassen hatten. Arin, der aus unbekanntem Grund nach Alida zurückgekehrt war, wird man an verschiedenen Stellen des Spiels begegnen und wichtige Hinweise von ihm erhalten.

Um Zugang zu den diversen Teilen der Insel zu erhalten, die die Musiker einst unter sich aufteilten, und um ihr Geheimnis zu lüften, bedarf es viel Aufmerksamkeit, Kombinationsgabe und Geduld. Sehr viel Geduld sogar - denn die Aufgaben, Rätsel und Puzzle brauchen sich in Anspruch und Niveau nicht hinter der Myst-Reihe zu verstecken.

Hinweise liefern neben den Begegnungen mit Arin vor allem verstreute Notizen, Geräusche (etwa von Vögeln) und optische Auffälligkeiten wie Symbole, Karten oder spezielle Perspektiven. Man bewegt sich mit kleinen Kugelfahrzeugen - zu denen man sich den Zugang oft erst "errätseln" muss - durch Tunnel oder fliegt damit direkt durch die Luft, in einer sehr schön animierten Szene auch quer über das gigantische, 330 Meter lange E-Gitarren-Modell und - spektakulär anzusehen - durch eine Art Materie-Energieschranke.

Die Einsamkeit des Insel-Abenteurers

Ist man kein völliger Rätselknacker-Purist, stört einen mitunter die Einsamkeit auf der Insel. Außer den sporadischen Kontakten mit Arin (und Bandmitglied Leval im Gefängnis) begegnet man während seiner Unternehmungen niemandem. Das ist in Adventures wie Myst 3 oder Legacy of Time - Journeyman Project 3 unterhaltsamer gelöst. Auch der sehr sparsame - allerdings gezielte - Einsatz von Musik und Geräuschen verstärkt das Empfinden von Einsamkeit und Isolierung. Aber mancher Abenteurer dürfte gerade diese völlige Konzentration auf das Erforschen der Lokalitäten und Lösen der Puzzle schätzen.

Die Bilder in diesem Spiel sind jedenfalls perfekt und detailliert gerendert, Alida ist hier ganz auf der Höhe seines Genres. Belohnt wird man für seine Mühen und gelegentlichen Durststrecken schließlich mit zwei verschiedenen Finalmöglichkeiten - doch mehr sei hier nicht verraten.

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