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Guest PC 1.0

07.04.2005 | 13:18 Uhr |

Viel versprechender PC-Emulator mit Konfigurations- und Stabilitätsproblemen

Mit Guest PC steht ein weiterer Emulator für Mac-OS X zur Verfügung, der die Installation von Windows (3.11 bis XP) sowie MS-DOS gestattet. Der erste Eindruck ist gut: die Installation von Windows 98 gelingt über die Emulation direkt von der Microsoft-CD. Guest PC erkennt das Mac-CD-Laufwerk, aber leider noch keine DVDs. An unserem Test-Mac emuliert Guest PC einen Samsung-Röhrenmonitor und startet automatisch in einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln mit 24 Bit Farbtiefe. Drucker- und Ton-Unterstützung sind vorhanden, die USB-Zweitastenmaus inklusive Scrollrad ist voll einsatzfähig. Als Prozessor gibt das System einen Intel Pentium Pro an, als Grafikkarte eine Cirrus Logic mit 2 MB Video-RAM. Damit bringen wir ältere PC-Spiele wie Age of Empires II akzeptabel zum Laufen. Abgesehen von Tastatur und Maus erkennt Guest PC dagegen noch keine USB-Geräte. Nervig wird es bei der Netzwerk-Konfiguration für den Zugriff auf das Internet via Mac-Airportkarte, was erst nach umständlichem Tüfteln gelingt. Der Austausch zwischen PC-Emulation und Mac wiederum ist nur über das SMB-Protokoll möglich, auch hier beginnt eine aufwendige Konfiguration, bis es klappt. Enttäuschend ist, dass Guest PC in der Testversion den Download oder das Kopieren und Installieren von größeren Dateien mit Komplettabstürzen quittiert, in einer Vorversion des Updates auf 1.0.1 ist das Problem jedoch behoben. Insgesamt erweist sich Guest PC 1.0 nach intensivem Arbeiten in der Windows-98-Umgebung als tendenziell instabil. Totalcrashs sind bald die Regel und ziehen mehrfach die Mac-Umgebung in Mitleidenschaft.

Fazit

Guest PC verspricht eine hinreichend flotte Alternative zu Virtual PC 7 zu werden, sobald die beschriebenen Probleme bereinigt sind. Obwohl es langsamer und weniger komfortabel ist als die Microsoft-Konkurrenz, der geringere Preis gleicht manchen Nachteil aus. Gegenüber dem günstigen iEmulator überzeugen uns die Sound-Unterstützung sowie die deutlich höhere Geschwindigkeit. tha

Note: 3,8 ausreichend.

Vorzüge: einfache Einrichtung mit dem Windows-Setup-Assistant, Unterstützung für Ton, Mac-Drucker, CD-Laufwerk und Scrollmaus, DOS-Version im Lieferumfang, optionaler Vollbildmodus, untere Fensterleiste gibt Auskunft über Prozessor- und Netzwerk-Aktivität

Nachteile: umständliche Konfiguration von Netzwerk- und Internet-Zugang, häufiger Komplettabsturz bei Umgang mit größeren Dateien (Version 1.0), keine Unterstützung für USB-Geräte und DVDs, direkter Datenaustausch zwischen PC und Mac nicht möglich

Alternativen: Virtual PC 7, iEmulator

Preis: US$ 70

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab G3-Mac mit Mac-OS X 10.3, 2 GB freier Festplattenspeicher

Info: Lismore Software Systems

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