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Guitar Rig

18.10.2004 | 16:19 Uhr |

Die virtuelle Gitarrenanlage von Native-Instruments ist variantenreich in der Klangerzeugung und bietet ein raffiniertes Bedienungskonzept.

Der Clou am virtuellen Gitarrenverstärker von Native Instruments ist dessen Steuerung über die Rig Control genannte Einheit mit vier Schaltern und einem Pedal. Beim Anschluss der Hardware stoßen wir auf die erste und einzige Schwierigkeit. Optional lässt sich die als Vorverstärker dienende Rig Control für den Betrieb mit zwei Gitarren oder als Fußschalter für den Solo-Gitarristen verwenden, die beiden 6,3-Millimeter-Klinkenausgänge der Rig Control erfordern jedoch an unserem Powerbook G4 (1,25 GHz mit 1 GB RAM) die saubere Trennung der beiden Kanäle. Ein Y-Stereominiklinkenstecker muss daher zwei Mono-Signale aufnehmen, wir behelfen uns im Test mit dem kleinen Umweg über Cinch-Klinken-Adapter an der Rig Control, einem 2fach-Cinch zu Stereo-Miniklinken-Adapter am Stereo-Audioeingang des Powerbooks und Cinch-Kabeln dazwischen. Der Hersteller Native Instruments denkt darüber nach, passende Adapter zukünftig dem Paket mit Software und Steuergerät beizulegen, dem ansonsten sehr informativen und teilweise erheiternd geschriebenen Handbuch würde ein kurzes Kapitel über die richtige Verkabelung gut tun.
Entschuldbar ist das Fehlen eines Netzteils, die Rig Control braucht wenig Strom, so dass der mitgelieferte 9V-Voltblock während unserer Tests genügend Saft liefert.
Was Guitar Rig schließlich auf den Audio-Ausgang des Powerbooks gibt, ist vom Feinsten. Unter den in Bänken und Presets angeordneten Sounds finden sich zwar einige experimentelle Kompositionen, die den Gitarristen an der Bedienung seines Instruments verzweifeln lassen, die überwiegende Mehrheit der Klänge sind faszinierende und solide Funk-, Pop- und Rock-Sounds. Was im analogen Leben auf der Bühne und im Studio nur ein Traum ist, macht Guitar Rig mit seinem einfachen Bedienungskonzept möglich: Per Drag-and-drop sind den Presets weitere Elemente hinzuzufügen, Verstärker, Verzerrer, Filter und Effekte wie Chorus, Oktaver, Hall und Flanger. Weniger sollte zwar mehr sein, doch setzt allein der Geschmack die Grenzen bei der Zusammenstellung des individuellen virtuellen Racks, und nicht dessen begrenzte Höheneinheit oder die Arbeitszeit zum Ein- und Ausbau von Komponenten.

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