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Test: HDR-Fotos mit Akvis HDR Factory 5

08.02.2016 | 13:34 Uhr |

Das Programm erlaubt es, Bilder mit hohem Dynamikumfang (HDR) zu erzeugen und auch Einzelfotos zu bearbeiten.

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir auf  Macwelt.de das Fotoprogramm Aurora HDR Pro von Macphun getestet und kamen zum Ergebnis: Seine Stärken spielt es bei echten HDR-Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungen desselben Motivs aus. Dabei weiß die Applikation durch beeindruckende Vorlagen (Presets) und kreative Bearbeitungsmöglichkeiten zu überzeugen. Diesem haben wir nun die von Akvis entwickelte Software HDR Factory 5.0 gegenübergestellt und für den Test größtenteils die selben RAW-Fotos genutzt, um einen direkten Vergleich zu haben.


Nicht schön, aber funktionell

Grundsätzlich fällt bei den Akvis-Programmen die für Mac-Software sehr untypische Benutzeroberfläche auf. ”Schön geht anders”, denkt man da auf Anhieb, auch wenn man das Interface jetzt auf das etwas stylisch wirkende Schwarz umstellen kann. Aber irgendwie bleibt das Gefühl, hier habe man ein aus alten Zeiten stammendes Windows-Programm genommen und es auf den Mac portiert. Nicht einmal unter Windows 10 würde das heute noch aktuell wirken. Doch schließlich kommt es auch auf die inneren Werte an. Was leistet die Anwendung, bringt sie ansprechende HDR-Fotos zuwege?

In dieser Hinsicht überzeugt Akvis HDR Factory. Aus jeweils drei RAW-Bildern, die wir von einem Objekt oder Motiv angefertigt haben, berechnet HDR Factory ein Foto, das deutlich schärfer und kontrastreicher wirkt, als es ohne diesen Algorithmus möglich wäre. Dabei hat man beim Start die Wahl, zwischen den drei unterschiedlich belichteten Bildern dasjenige per Mausklick zu bestimmen, das den grundsätzlichen Helligkeitswert und Kontrast für die Entwicklung des HDR-Fotos vorgehen soll. Aus jeweils drei RAW-Bildern, die wir von einem Objekt oder Motiv angefertigt haben, berechnet HDR Factory ein Foto, das deutlich schärfer und kontrastreicher wirkt, als es ohne diesen Algorithmus möglich wäre. Dabei hat man beim Start die Wahl, zwischen den drei unterschiedlich belichteten Bildern dasjenige per Mausklick zu bestimmen, das den basalen Helligkeits- und Kontrastwert für die Entwicklung des HDR-Fotos vorgeben soll. Dies lässt sich auch nachträglich verändern.


Hilfreiche Live-Erklärungen für Werkzeuge

Standard der auf Deutsch verfügbaren Benutzeroberfläche ist ”Akvis Default”. Das Resultat lässt sich als Original (Ausgangsfoto) und Ergebnis (HDR-Bild) direkt vergleichen und natürlich nach korrigieren beziehungsweise mit anderen Presets des Entwicklers anpassen, verändern und nach Belieben verfremden, um zum Beispiel auch interessante extreme Effekte zu erzeugen. Der Vergleich vorher/nachher ist dabei jederzeit leicht und übersichtlich möglich.

Ähnlich wie Aurora HDR Pro verfügt auch HDR Factory über ein ”Ghost”-Werkzeug, das sich im Fall der Akvis-Bildbearbeitung nachträglich auf ein Foto anwenden lässt. Wir konnten es freilich gar nicht ausprobieren, weil HDR Factory auch bei leicht verschobenen Motiven erst gar keinen ”Geistereffekt” zustande kommen ließ, wohl, weil jeweils ein Bild mit Priorität zu Grunde gelegt wird. Bei stark bewegten Motiven mag das noch einmal anders aussehen.
 Bestimmte Effekte oder Verbesserungen lassen sich bei Bedarf nur auf einen zuvor maskierten Teilbereich anwenden. Hierzu ist ein Rechtsklick mit der Maus auf die entsprechende Auswahl erforderlich, dann lässt sich die Pinselgröße einstellen und verschiedene Parameter wie Helligkeit, Sättigung, Radius oder Stellenwert mit Schiebereglern nachkorrigieren.
Trotz der etwas unübersichtlichen Anordnung der verschiedenen Werkzeuge und Regler verliert man selten den Überblick, da in einem Fenster rechts unten kontextbezogen ein kurzer, aber instruktiver (deutscher) Text erscheint, der die Verwendung eines Werkzeugs oder Regler beschreibt. Das ist in der Tat sehr hilfreich und spart für die meisten Fälle praktisch das Handbuch, das ohnehin nur auf Englisch vorliegt.


Teilen und Speichern etwas ”sparsam”

Auch aus einem einzelnen Bild kann HDR Factory 5 ebenso wie etwa Aurora HDR Pro ein Bild mit höherem, ”dynamischen” Kontrastumfang erstellen: Das klappt dann direkt beim Laden eines einzelnen Fotos. Im Vergleich von Original und Ergebnis ist der Effekt gut nachvollziehbar – aber auch, dass hier doch deutlichere Artefakte respektive ein Bildrauschen entsteht, das sichtbar stärker ist als bei der Kombination unterschiedlich belichteter Fotos desselben Objekts.
 Das ist an sich auch nicht anders zu erwarten, schließlich muss das Programm sämtliche Extrapolationen aus einer einzelnen Vorlage ermitteln – unterschiedliche Werte zusammenzufügen, ist dann doch ergiebiger, aber natürlich bei der Entstehung aufwendiger. Mit etwas Nacharbeit lässt sich an den Artefakten und Bildrauschen noch einiges verbessern.

Ist man mit seinem Bild zufrieden, lässt sich dies als TIFF, PNG, JPEG oder Bitmap speichern. Weitere Parameter lassen sich dabei nicht korrigieren, zum Beispiel die Kompression oder Dateigröße. Auch das Teilen über soziale Netzwerke (Twitter, Google+, aber seltsamerweise nicht Facebook) oder das Speichern auf Flickr und in der Dropbox ist nach Anmeldung am jeweiligen Konto direkt integriert. Von den professionellen Möglichkeiten der Macphun-Alternative mit dem optionalen Exportieren eines Bildes auch als PSD und in den Farbräumen sRGB, Adobe RGB und Pro Photo RGB ist HDR Factory weit entfernt.

Systemanforderungen und Verfügbarkeit

Akvis HDR Factory hat mit Mac-OS X 10.6 erfreulich niedrige Systemanforderungen. Das Programm läuft auch mit OS X 10.11 (getestet). Selbst auf unserem etwas älteren iMac (2010) ist es mit eingeschalteter CPU-Beschleunigung hinreichend schnell. Eine Testversion ist verfügbar. Wir haben die Home-Deluxe-Version vorliegen, diese kostet 80 Euro und läuft sowohl als selbstständiges Programm (Stand-alone) wie auch als Plug-in für Bildbearbeitungen wie Photoshop und andere. Günstiger wird es, wenn man sich für eine der beiden Varianten entscheidet, diese schlagen mit 53 Euro jeweils zu Buche. Lehrer, Studenten, Schüler, Professoren erhalten bei Nachweis ihres Status einen 30-Prozent-Rabatt auf Home- und Home Deluxe-Lizenzen. Eine Lizenz darf auf jeweils zwei Rechnern eingesetzt werden. 


Fazit und Empfehlung

Keine Frage: Im direkten Vergleich ist Aurora HDR Pro das ”coolere” und professionellere Programm mit einer deutlich besseren Benutzeroberfläche für Mac-Anwender, vielfältigeren Presets, Arbeit mit Ebenen und übrigens auch einem günstigeren Preis in der Grundversion (40 Euro, vorübergehend im Angebot mit nur 25 Euro ). Die Pro-Variante kostet dann freilich auch bald 100 Euro. Dennoch, wer es gewohnt ist, mit Akvis-Produkten zu arbeiten, wird auch mit HDR Factory 5.0 schnell zurecht kommen und gute Ergebnisse erzielen.

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