Von Stephan Wiesend - 19.12.2007, 13:45

Hardware-RAID-Systeme

Arbeitet man mit hoch aufgelöstem Videomaterial oder benötigt man mehr Datensicherheit, wird ein Hardware-RAID-System interessant. Das gilt nicht nur für Final-Cut-Anwender. Auch im Audio- und Fotobereich steigen die Anforderungen an Speicherlösungen immer weiter an. Ideal wäre für den Video- oder Audio-Profi ein Xserve-RAID, aber das ist für viele Profis zu teuer. Wir haben uns vier vergleichsweise günstige Lösungen angesehen.

Für knapp unter 400 Euro gibt es externe Festplattengehäuse wie das G-Tech RAID (getestet in Macwelt 7/2006), das auf Basis von zwei S-ATA-Festplatten und einem Software-RAID eine preiswerte und schnelle Speicherlösung bietet. Über Firewire 800 erreicht man so satte Transferraten von 60 MB/s. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass man bei einem Software-RAID nur das unsichere RAID0 oder das langsame RAID1 nutzen kann. Ein Mac Pro oder Power Mac bietet noch eine andere Lösung: Installiert man in einem der PCI-Steckplätze eine interne RAID-Karte, kann man die internen Festplatten zu einem Hardware-RAID verbinden. RAID-Karten für den Mac sind jedoch selten und es gibt laut Anwenderberichten häufig Probleme mit Treibern. Die einzige im Apple Store erhältliche Karte bekommt man nur als BTO-Option beim Kauf eines Mac Pro für stolze 989 Euro zusätzlich. So ist ein externes Hardware-RAID die flexiblere und zuverlässigere Lösung.

Schnell und schneller

Wir haben uns vier Geräte von Iomega, 3 Ware, Dulce und Gruppemedia angesehen, die im Einstiegsbereich positioniert sind. Die beiden Geräte Iomega Power Pro und Betty Silver II von Gruppemedia werden mit einem USB 2.0- oder Firewire 800-Kabel mit einem Mac verbunden. Mit Hilfe eines Firewire-Adapters lässt sich auch Firewire 400 verwenden. Für anspruchsvolle Videobearbeiter eignen sich die Dulce Quad und das 3 Ware Side-car. Beide setzen einen freien PCIe-Slot voraus, was ihren Einsatz auf den Mac Pro oder einen der letzten Power Mac G5 beschränkt. Die beiden Speicherlösungen basieren auf einem externen Festplattengehäuse für vier Festplatten und einer PCIe-Karte mit RAID-Controller. Man setzt die PCIe-Karte in einen PCIe-Steckplatz, installiert die Treiber für die Karte und verbindet Mac und Gehäuse mit einem speziellen S-ATA-Kabel. Belohnt wird man durch eine sehr hohe Datentransferrate. Während man in der Praxis über Firewire 800 kaum mehr als 80 MB/s übertragen kann, konnten wir bei unseren Geräten dank PCIe-Karte Transferraten über 200 MB/s messen. Hier ist nicht mehr die Schnittstelle sondern die Performance der Festplatten der limitierende Faktor. So gibt es auch eine Version des Dulce-Gerätes mit acht Festplatten, das laut Hersteller über 600 MB/s erzielen soll.
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