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Olive Opus No 4 / Melody No 2 - Edles Stereo System

01.01.2010 | 03:32 Uhr |

Musik-Server, -Player und Rippingstation: der Olive-Kosmos bietet alles aus einer Hand. Die Basis stellt der Opus No. 4 dar. Neben der Funktion als Server kann er dank eingebautem Slot-In-Laufwerk auch bitgenau die Musik von CD auf die interne Festplatte übertragen.

Zur Wahl stehen Festplatten mit 500 Gigabyte sowie einem oder zwei Terabyte, so haben tausende Audio-CDs Platz. Als Formate stehen WAV und FLAC für eine verlustfreie Kompression und mit verlustbehafteter Kompression AAC und MP3 zur Verfügung. Das CD-Laufwerk kann aber nicht nur zum Rippen, sondern dient auch zum abspielen oder zum brennen von CDs. So lassen sich Abspiellisten mit wenigen Klicks auf CD brennen.

Musik über das lokale Netz

Ein alternativer Import ist die Verbindung über das Netzwerk, hierzu muss man sich manuell, über Eingabe der IP-Adresse, beim Opus anmelden. Automatisch wird er vom Mac nicht bei den zur Verfügung stehenden Servern gefunden und einen Lesezugriff auf die gespeicherten Musikdaten wird verwehrt. Und wo wir gerade bei Netzwerken sind: Neben einem Ethernet-Anschluss verfügt der Opus ebenso über WLAN-Anschluss.

Olive Opus No. 4
Vergrößern Olive Opus No. 4
© Olive

Damit die Musik nicht nur auf dem Opus bleibt und er seiner Funktion als Server gerecht werden kann, stellt er seine Musiksammlung anderen Playern über DLNA/UPnP-AV zur Verfügung. Das garantiert maximale Kompatibilität und beschränkt die Wahl eines Spielpartners nicht auf die eigenen Produkte.

Edles Duo

Es gibt aber noch ein weiteres Produkt von Olive, einen reinen Player, den Melody No. 2. Der einzige Unterschied neben dem kleineren Gehäuse sind die fehlende Festplatte und das Laufwerk. Gemeinsam ist Opus und Melody das hochwertige Metallgehäuse mit seiner Pultform. Dies macht es möglich, den eingebauten 9,5 x 5,5 cm großen Touchscreen gut zu bedienen - ein großer Vorteil gegenüber den Mitbewerbern mit normaler Front. Neben dem Touchscreen befinden sich auch Navigationstasten. Diese sind eigentlich überflüssig, denn die Steuerung über den Touchscreen gelingt komfortabler. Um einen Titel oder eine Liste abzuspielen, zu stoppen oder vor- und zurück zu springen, befinden sich noch Player-Tasten auf der Front. Am unteren Rand zeigt der Touchscreen Statusinfos wie Uhrzeit, Wiedergabesteuerung, Spielzeit, Lautstärke und Netzverbindung. Ein Klick beispielsweise auf die Spielzeit zeigt den Infoscreen mit dem Albumcover oder ein Klick auf die Netzwerkverbindung öffnet die Konfigurationsseite für LAN oder WLAN.

Olive Melody No. 2
Vergrößern Olive Melody No. 2
© Olive

Das klappt nicht immer auf Anhieb, und es kann passieren, dass der Opus oder Melody hängt und ein drehendes Rad zeigt. So zeigt sich beispielsweise der Melody beim Zugriff auf einen anderen Musik-Server als den Opus, sehr träge und ist beispielsweise in Verbindung mit einem Ripnas nicht zu empfehlen. An einer Lösung arbeitet Olive. Beim Navigieren in Abspiellisten, Alben oder Genres ist der Touchscreen zweigeteilt und zeigt die Listen wie der Finder in der Spaltenansicht. Leider ist die Reaktion auf eine Eingabe gelegentlich etwas träge und die Anzeige langer Listen kann schon mal ein paar Sekunden dauern. Ein Highlight ist der Albumbild-Modus, welcher vergleichbar zur Coverart in iTunes ein Blättern durch die Albumbilder ermöglicht.

Die Bedienung über das iPhone-App ist sehr komfortabel und orientiert sich an den iPod-Player.
Vergrößern Die Bedienung über das iPhone-App ist sehr komfortabel und orientiert sich an den iPod-Player.

Komfortabel Steuern mit iPod Touch und iPhone

Die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung erinnert von ihrer Form her an einen Legostein und die großen runden Tasten unterstreichen das auch noch. Die Gestaltung ist nicht sehr schön, die weiße Schrift auf olivgrünen Tasten ist bei Schummerlicht nicht gut zu sehen. Dafür ist sie angenehm schwer. Von der Couch aus ist damit kein sicheres Navigieren möglich, hierzu ist die Schrift im Display zu klein. Da ist ein iPod Touch die bessere Wahl.

Legoland in Erwachsenen Hand, bei der Fernbedienung. Große Tasten im Legostein-Design.
Vergrößern Legoland in Erwachsenen Hand, bei der Fernbedienung. Große Tasten im Legostein-Design.
© Olive

In Verbindung mit der kostenlosen Olive-App iMaestro wird ein iPod-Touch oder ein iPhone, zur komfortabelsten und besten Möglichkeit, die Olive Komponenten zu bedienen. Die erste Verbindung dauert ein wenig, dafür kann man dann aber entspannt auf der Couch sitzen oder von einem anderen Raum aus die Olive Player steuern. Etwas unpraktisch ist es, dass iMaestro die Player nicht von alleine findet, sondern man zuerst die IP-Adresse eingeben muss. Das ist etwas zu techniklastig. Über iMaestro ist aber nicht nur eine Steuerung möglich, sondern auch der Zugriff auf alle Alben, Tietel, Interpreten, Genre oder Wiedergabelisten. Die Steuerung erinnert an die iPod-Anwendung und man findet sich daher sehr schnell zurecht. Schade ist nur, dass hierbei das Display der Player abgeschaltet wird. Eine Titelanzeige wäre doch schöner als ein Hinweistext in einem Fenster. Sehr gut gelöst ist, dass auch das Hinzufügen von Titeln zu einer Wiedergabeliste möglich ist, das Editieren jedoch nicht.

Dank regelbaren Ausgang, können die Oliveplayer auch direkt an Aktiv-Lautsprecher angeschlossen werden.
Vergrößern Dank regelbaren Ausgang, können die Oliveplayer auch direkt an Aktiv-Lautsprecher angeschlossen werden.
© Olive

Das wiederum klappt am Besten über das Web-Interface Maestro. Hier können am bequemsten Wiedergabelisten angelegt und via Drag-And-Drop mit Titeln bestückt werden. Hat sich beispielsweise Opus bei der Zuweisung von Tags oder dem Album-Cover vertan, kann man dies hier komfortabel ändern. Eine richtige Steuerung der Player fehlt, dafür kann man hierüber beispielsweise Alben starten. Was beide Fernbedienungsmöglichkeiten gemein haben ist, dass die Bedienung nicht ganz flüssig vonstatten geht, kleine Wartezeiten müssen eingerechnet werden.

Tonausgang

Neben einer einfachen Bedienung geht es bei Musikgeräten natürlich um den Klang. Wer zuvor Musik beispielsweise von seinem CD-Player gehört hat, wird beim Umschalten auf die Olive-Player erstaunt sein: Sie sind wesentlich leiser. Der analoge Audioausgang hat einen niedrigeren maximalen Ausgangspegel. Hifi-Enthusiasten werden sich sicher an dem variablen Ausgangssignal stören, Besitzer von Aktivboxen werden hingegen frohlocken, sparen sie sich doch einen Vorverstärker. Als Alternative gibt es einen optischen und koaxialen Digitalausgang und die Hifiwelt ist wieder in Ordnung. Erst über diesen Ausgang kann er auch sein volles Klang-Potential ausschöpfen, einen guten DA-Wandler vorausgesetzt. Denn über den eingebauten analogen Ausgang klingt der Opus etwas schmal und müde, in etwa auf dem Niveau eines Mittelklasse CD-Spielers - das können Mitbewerber besser.

Ein Highlight ist der Zugriff auf die Bibliothek über einen Web-Browser. Hier werden Tags geändert, Album-Cover ausgetauscht oder Wiedergabelisten angelegt.
Vergrößern Ein Highlight ist der Zugriff auf die Bibliothek über einen Web-Browser. Hier werden Tags geändert, Album-Cover ausgetauscht oder Wiedergabelisten angelegt.

Empfehlung

Das Duo Opus und Melody ist zusammen oder auch einzeln eine interessante Alternative zur etablierten Konkurrenz. Die vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten sind positiv auch wenn sie - wie beispielsweise die Web-Steuerung - noch verbessert werden könnten. Bei einem Player vermissen wir die Unterstützung von Apple Lossless als Audioformat. Für alle, die den Opus als alleinigen Server betreiben wollen, ist das unerheblich. Das offene Konzept mit DLNA ist zu begrüßen und als Steuerung empfehlen wir den iPod Touch beziehungsweise das iPhone. Den Melody können wir als Einzelplayer nicht uneingeschränkt empfehlen. Er ist träge beim Zugriff auf andere Musikserver, bleibt man allerdings im Olive-Universum, ist das unerheblich. Mit dem letzten Software-Update ist das aber schon erheblich besser geworden, mit dem nächsten Update für die Melody soll diese besser mit anderen Servern kommunizieren können.

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