Von Rainer Wolff - 29.12.2012, 06:30

Homebanking-Programm

Test: Star Money für Mac

Mit der Neuauflage von Star Money für den Mac hat Star Finanz endlich eine native Mac-Version des auf Windows-Rechnern erfolgreichen Homebanking-Programms auf den Markt gebracht.
Bereits vor einigen Jahren //www.macwelt.de/news/Test-Finanzverwaltung-Star-Money-7-0-3163443.html:scheiterte der Versuch,  den Mac-Anwendern das Programm schmackhaft zu machen, obwohl der Funktions- und Leistungsumfang schon nahezu identisch waren. Knackpunkt war vielmehr der technische Unterbau. Denn Star Money benötigte X11 und eine vom Hersteller angepasste Laufzeitumgebung Darwine, was zu vielen technischen Problemen führte, sodass das Programm Ende 2010 schließlich vom Markt genommen wurde. Umso größer ist die Überraschung, dass sich Star Finanz nicht völlig entmutigen ließ und nun einen neuen Anlauf auf dem Mac-Markt wagt. Wer allerdings Altbekanntes erwartet, wird enttäuscht, denn Star Finanz hat für den Neuanfang ein gänzlich anderes Konzept entwickelt. Die gute Nachricht dabei: Die Benutzeroberfläche wurde von Grund auf neu konzipiert, orientiert sich hierbei an den iOS-Apps aus dem gleichen Hause und wirkt dadurch wesentlich gefälliger. Die schlechte Nachricht jedoch: Der Funktionsumfang ist nicht im Geringsten mit dem des Windows-Pendants vergleichbar.
Das Programm unterstützt lediglich die inzwischen vielfältigen PIN-/TAN-Sicherheitsverfahren unter HBCI beziehungsweise FinTS wie zum Beispiel iTAN, mTAN, chipTAN oder TAN-Generator. Außen vor bleiben Hardware-basierte Verfahren wie die HBCI-Chipkarte und die HBCI-Datei sowie Bankzugänge, auf die man technisch nur mittels Auslesen der Webseiten zugreifen kann. Einige große Banken wie die Commerzbank, die Targo-Bank, die VW-Bank, die Degussa-Bank oder die Santander Consumer Bank bleiben damit zunächst mit Star Money unerreichbar. Die Restriktionen im technischen Leistungsumfang sind der Grund dafür, dass man im Gegensatz zur Windows-Version keine Paypal-, Ebay- oder Miles&More-Konten abfragen kann. Und auch bei den Auswertungen setzt das Programm keine Akzente. Neben dem Lastschriftradar bietet Star Money lediglich einen grafischen Finanzstatus über alle Einnahmen und Ausgaben mit Zuordnung zu einzelnen Kategorien.
Pluspunkte sammelt Star Money hingegen beim Bedienungskonzept. Von Anfang an versucht Star Money konsequent, den Anwender einfach und intuitiv durch das Programm zu führen. Dabei wird Sicherheit groß geschrieben, denn neben einer hohen Verschlüsselung sorgt die grafische Anzeige der Passwortsicherheit für maximalen Datenschutz. Im Rahmen der Ersteinrichtung kann man Konten aus Star Money Web integrieren oder Daten aus den Finanz-Apps mit iOS-Betriebssystem über ein iTunes-Backup übernehmen. Alternativ legt man die Konten unmittelbar in Star Money an. Das Programm verwaltet Giro-, Kreditkarten-, Spar-, Darlehens-, Wertpapier-, Festgeld- und diverse Offline-Konten. Zu den Zahlungsverkehrsfunktionen gehören Überweisungen, Terminüberweisungen, Daueraufträge und Umbuchungen. Lastschriften werden nicht unterstützt, womit sich Star Money nicht als Alternative für den betrieblichen Einsatz anbietet. Wenig nachvollziehbar ist auch die fehlende Unterstützung der SEPA-Überweisung, weil die Umstellung auf die neuen SEPA-Zahlungsverfahren bereits im Februar 2014 ansteht. Das Einlesen der online abgerufenen Kontoinformationen erfolgt schnell und problemlos. Die Kategorisierung ordnet Umsätze automatisch in Kategorien wie Gehalt, Lebensmittel oder Miete ein. Anhand zuvor manuell getätigter Zuordnungen merkt sich das Programm die jeweilige Kategorie und ordnet zukünftige Kontoumsätze automatisch zu. Eine wirklich geniale Funktion ist die Zahlungsaufforderung. So kann man Zahlungspflichtigen eine ausgefüllte Zahlungsvorlage per E-Mail senden. Sofern diese ebenfalls Star Money nutzen, öffnet das Programm automatisch ein Überweisungsformular mit den bereits ausgefüllten Daten. Umgekehrt kann man dem Zahlungsempfänger eine Benachrichtigung per E-Mail zusenden, dass eine Überweisung in Auftrag gegeben wurde.

Empfehlung: Star Money

Star Money hinterlässt einen ambivalenten Eindruck. Das Bedienungskonzept und die Benutzeroberfläche überzeugen, denn das Programm ist schnell und lässt sich intuitiv bedienen. Einige pfiffige Ideen zeigen, dass man sich Gedanken gemacht hat, wie man die Mac-Version gegen das Windows-Pendant abgrenzen möchte. Der Funktionsumfang hingegen ist schlichtweg enttäuschend. Das Programm kommt nicht einmal ansatzweise in die Nähe der Windows-Version und unterscheidet sich nur marginal von den Internetportalen der Banken. Wer mit einem Kauf liebäugelt, sollte im Vorfeld genau prüfen, ob seine Bank überhaupt unterstützt wird. Star Finanz muss das Leistungsspektrum und die Bandbreite der unterstützten Banken zwingend erweitern, um im Konzert der bereits etablierten Homebanking-Programme für den Mac dauerhaft mitspielen zu können.

Star Money

Einfach zu bedienendes Homebanking-Programm mit geringem Leistungsumfang

Star Finanz
Preis: € 25, CHF 30
Note: 2,8 befriedigend
Leistung (30%)  3,0
Ausstattung (30%)  4,0
Bedienung (30%)  1,3
Dokumentation (10%)  2,6
Vorzüge: Einfach und intuitiv zu bedienen, schnelle Ersteinrichtung, gute Benutzeroberfläche, hohes Sicherheitskonzept, Zahlungsaufforderung und Zahlungsbenachrichtigung per E-Mail
Nachteile: Eingeschränkter Leistungsumfang, unterstützt weder HBCI-Chipkarte noch HBCI-Datei, keine Einbindung von Bonus- und Handelskonten, wenige Auswertungsfunktionen, keine Lastschriften und SEPA-Zahlungsverfahren
Ab Mac-OS X 10.6.8, Mac mit 64-Bit-Prozessor
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