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Im Test: 12-Kern Mac Pro

14.07.2014 | 17:33 Uhr |

Die Top-Version des Mac Pro kommt mit einem Intel-Chip, in dem nicht weniger als ein Dutzend Rechenkerne arbeiten. Wir fühlen dem Boliden auf den Zahn.

Die aktuelle Baureihe des Mac Pro umfasst Modelle mit vier, sechs, acht und zwölf Rechenkernen. Nach dem Acht - und Vierkerner erreichte uns kürzlich das Topmodell mit zwölf CPU-Kernen.

Ausstattung

Das Testgerät, das uns Apple für 14 Tage zur Verfügung stellt ist mit 32 Gigabyte RAM und einer 512 Gigabyte fassenden SSD-Platte ausgerüstet. Außerdem kommt es mit den Top-Modellen der AMD-Grafikkarten: zwei Firepro D700. Damit is die Ausstattung nahezu identisch zu dem Achtkern-Modell, das wir in der März-Ausgabe testen konnten. Der entscheidende Unterschied ist die CPU.

Vier Rechenkerne mehr, sollten sich ind er Praxis deutlich bemerkbar machen, aber da gibt es einen Pferdefuß: Die zusätzlichen Recheneinheiten brauchen mehr Strom, die gesamte Stromaufnahme der CPU ist  jedoch aus Kühlungsgründen beshränkt. Nicht mehr als 130 Watt TDP darf die CPU konsumieren, sonst kommt die spezielle für den Mac Pro entwickelte Kamineffekt-Kühlung ins Schwitzen. Damit die 130 Watt trotz der vier zusätzlichen Kerne nicht überschritten werden, muss Chip-Hersteller Intel die Taktfrequenz der CPU reduzieren. In diesem Fall gilt das nicht nur für die Basistaktfrequenz , die beim 12-Kern Modell bei 2,7 GHz liegt (der 8-Kerner erreicht hier 3,0 GHz), sondern auch für die maximale Taktfrequenz im Turbo-Boost-Modus , also wenn nur wenige Rechenkerne arbeiten müssen. Hier erreicht der 12-Kerner 3,5 Gigaherz, während die 4- und 8-Kern-Versionen immerhin auf bis zu 3,9 GHz raufklettern.

Diese 400 MHz Unterschied machen sich in der Praxis bei ganz normalen Tätgkeiten nicht wirklich bemerkbar, aber in Zahlen ausgedrückt bedeuten sie immerhin einen messbaren Abstand. So liegt der 12-Kern-Mac-Pro in fast allen rechenintensiven Aufgaben hinter dem 8-Kerner und teilweise sogar hinter dem 4-Kerner.

Spürbare Vorteile nur in wenigen Anwendungen

Nur in wenigen Tests spielt der Bolide seine Vorteile aus. Traditionell passiert dies beim 3D-Rendern. Unser Test mit Maxons Cinebench-Versionen 11.5 und 15 bescheinigen dem Mac Pro dann auch neue Bestmarken. Dank Hyper-Threading rechnet der Mac Pro innerhalb eines Bildes an 24 Stellen gleichzeitig und hängt dadurch alle bisher getesteten Macs locker ab.

Dank Hyper-Threading berechnet der 12-Kern-Mac-Pro in Cinema 4D ein 3D-Bild an 24 Stellen gleichzeitig. Hier spielt er seine Stärke voll aus.
Vergrößern Dank Hyper-Threading berechnet der 12-Kern-Mac-Pro in Cinema 4D ein 3D-Bild an 24 Stellen gleichzeitig. Hier spielt er seine Stärke voll aus.

Auch beim Echtzeit-Audioschnitt in Logic Pro oder in der kostenosen Mac-App Garageband profitiert der 12-Kerner spürbar. In der Praxis heißt dies: mehr gleichzeitige Audio-Spuren, mehr Effekte und komplexere Echtzeit-Audiomanipulationen, wie Equalizer oder Dynamikprozessoren. Das trifft auch auf den Videoschnitt unter Final Cut Pro X zu, wenngleich das Ausspielen eines fertig geschnittenen Videos (Rendern) nicht von den zusätzlichen Rechenkernen profitiert. Hier braucht der 12-Kerner etwas mehr Zeit als die 8-Kern-Version.

Lautheit und Stromverbrauch

Wie gut der Kompromiss aus Anzahl der Rechenkerne und Taktfrequenz funktioniert, erkennt man spätestens an der Geräuschentwicklung unter Volllast. So sehr wir dem Mac Pro auch die Sporen geben, er bleibt weitgehend unhörbar. Ohne Last nimmt das menschliche Ohr die von uns gemessenen 0,1 Sone nicht wahr. Doch auch nach 20 Minuten Volllast aller Rechkerne und der beiden Grafikkarten nimmt man nur ein sanftes, gedämpftes Rauschen war (0,7 Sone) das zudem nicht nervend wird. Der Stromverbrauch hält sich daher ebenfalls in Grenzen. Zwar messen wir etwas mehr als beim 8-Kerner, aber mit 170 Watt unter Volllast aller 12-Kerne bleibt der Mac Pro vergleichsweise genügsam. Lediglich die 3,5 Watt im Ruhezustand sind unserer Meinung nach zu hoch.

Empfehlung

Der 12-Kern Mac Pro ist schnell, sehr schnell aber sein Plus an Rechenleistung kann er nur in wenigen Anwendungen ausspielen. So bleibt er ein Nischenprodukt in der Nische. Profis im 3D- oder Audio/Video-Bereich kommen allerdings auf ihre Kosten.

Mac Pro 12 Kern

Hersteller: Apple

Preis:    € 8300, CHF 9230

Gesamtwertung:    2,1 gut   

Leistung (70 %)    1,9

Ausstattung (15 %)    1,6

Handhabung (5 %)    1,9

Ergonomie (10 %)    4,2

+ Sehr cooles Design, hohe CPU- und Grafikleistung, bleibt leise, viele Anschlussmöglichkeiten

- Bringt nur bei wenigen Anwendungen einen Leistungsvorteil gegenüber 8-Kern-Version, kaum intern aufrüstbar, hoher Stromverbrauch im Ruhezustand, sehr hoher Preis

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