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In 80 Sekunden um die Welt

14.01.2003 | 16:42 Uhr |

Apples Premiere im Browser-Geschäft ist eine echte Bereicherung für Mac-OS X. Trotz Betastatus hat das Team von Steve Jobs mit Safari ein sehr heißes Eisen im Netz.

Jeder hat damit gerechnet, fr?her oder sp?ter musste dieser Schritt erfolgen. Nach den Erfolgen von Apples iApps wie iTunes, iPhoto oder Mail war es nur eine Frage der Zeit, bis die Frauen und M?nner von Steve Jobs mit einem hauseigenen Internet-Browser den Konkurrenten von Microsoft sowie Mozilla.org auf den Quellcode r?cken. Doch mit der technischen Umsetzung des ehrgeizigen Unterfangens hat niemand gerechnet. Statt das R?ckgrat des Browsers - die HTML-Rendering-Engine, die eine angew?hlte Seite in annehmbarer Geschwindigkeit darstellen soll - neu zu erfinden, haben sich die Entwickler von Apple kurzerhand beim Linux-Projekt KDE (K Desktop Environment, neben Gnome die popul?rste Oberfl?che f?r das Open-Source-Unix) bedient.KHTML hei?t diese Grundlage, die unter anderem den popul?ren Linux-Browser "Konqueror" antreibt. Apple hat diese Basis zum zentralen Bestandteil des Mac-OS-X-Frameworks Webcore gemacht. ?hnlich verh?lt es sich mit KJS, der Javascript-Engine von KDE 3.0.2: Javascriptcore ist das Pendant im Apple-Unix. Beide Grundlagen haben in Cupertinos heiligen Hallen einige Verbesserungen erfahren, welche die Safari-Entwickler im frei verf?gbaren Quellcode der beiden Frameworks wie es sich geh?rt mit entsprechenden Kommentaren kenntlich gemacht und dokumentiert haben.

Browser trifft iTunes

Mit diesem soliden Fundament erreicht Apple gleich zwei wichtige Ziele, die jeder Browser-Entwickler verfolgen sollte: Eine geringe Programmgr??e und eine mehr als anst?ndige Geschwindigkeit bei HTML-Interpretation, auch bei komplexen Webseiten. Safari begn?gt sich nach der Installation mit mageren 7,1 MB auf der Festplatte, die direkten Konkurrenten Chimera und Mozilla stellen mit 21 MB respektive 35 MB wesentlich h?rte Anspr?che. Beeindruckend ist diese Tatsache vor allem dann, wenn die serienm??igen Plug-ins von Safari auf den Tisch kommen: Aktuelle Versionen von Flash, Shockwave, Java und Quicktime sind schon dabei.Schon beim ersten Start f?llt angenehm auf, dass sich Safari sehr schnell zum Einsatz bereit macht - selbst auf verh?ltnism??ig alten Macs.In den ersten Minuten gew?hnungsbed?rftig ist die Verwaltung der Webseiten-Favoriten (Bookmarks), deren Ansicht durchaus sinnvoll an den Listen von iTunes oder iPhoto angelehnt ist. Nur beim ersten Start importiert Safari verf?gbare Favoriten des Internet Explorers automatisch, danach ist Schluss mit dem praktischen Listenaustausch. Bookmark-Verzeichnisse im HTML-Format aus dem Hause Mozilla oder Opera sind f?r Safari nur ein Buch mit vielen Links. Wer die M?he nicht scheut, kann diese Datei ganz normal in Safari aufrufen und die Hyperlinks dann per Drag-and-Drop in die Favoriten-Leiste ziehen. Freeware-Tools wie Safari Enhancer (Version 1.1) k?nnen den automatischen Import der Internet-Explorer-Bookmarks per Knopfdruck gl?cklicherweise beliebig oft ansto?en.

Ewrweiterungen und Lokalisierungen

Bereits wenige Tage nach der offiziellen Geburt von Safari haben es sich zahlreiche Benutzer zur Aufgabe gemacht, n?tzliche Freeware-Tools zu programmieren, die dem Apple-Browser in mehr oder weniger wichtigen Dingen auf die Spr?nge helfen. Besonders beliebt sind derzeit "SafariNoBrush", das nachhaltig die Metalloberfl?che gegen das normale Aquadesign ersetzt, und "iSafari", ein inoffizielles deutsches Sprachpaket. Angesichts der aufkommenden Tool-Welle k?nnen Mozilla-Anwender nur mit den Achseln zucken, denn diese vermeintlichen Geheimfunktionen sind im Open-Source-Browser von Anfang an kein gro?es Mysterium.

Fazit

Safari hat einen traumhaften Start hinter sich. Mehr als 500.000 Downloads innerhalb einer Woche sprechen B?nde. Dennoch hat Apple ein hartes St?ck Arbeit vor sich. Noch weisen zahlreiche Webseiten Darstellungsfehler auf, sind Cookie-Anwendungen wie bei Ebay oder Amazon sehr unzuverl?ssig. Auch fehlt eine durchdachte Anbindung an das Schl?sselbund von Mac-OS X, um Passw?rter und ?hnliche Daten von bestimmten Seiten speichern zu k?nnen. Zudem w?re die Integration des von Mozilla eingef?hrten Prinzips des "Tabbed Browsing", bei dem sich mehrere Ansichten mit einzelnen Reitern innerhalb eines Programmfensters anordnen, mehr als w?nschenswert.Dirk Steiger

Mehr zu Safari lesen Sie in Macwelt 3/2003

Tools und Erweiterungen f?r Safari:

Safari Cookie Cutter

Safari Masks

Safari No Brush

Safari Enhancer

iSafari

Full Screen Safari

Application Enhancer

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