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Intellitune 4

10.04.2007 | 13:53 Uhr |

Automatische Bildoptimierung, und das auch noch im Batch-Verfahren, ist die Domäne des Agfa-Programms Intellitune. Was die Highend-Lösung für Zeitungsverlage bringt und welchen Mehrwert sie im Vergleich zu Photoshop bietet, zeigt unser Test.

In der Bildbearbeitung ist die Luft im Marktsegment oberhalb von Photoshop schon aus Tradition dünn. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die in Photoshop vorhandenen Bildbearbeitungsfunktio-nen, die in der Summe wenige Wünsche offenlassen. Von einigen Zusatzmodul-anbietern abgesehen, konnten sich nur wenige Software-Produkte dauerhaft im Bereich der gehobenen Bilddatenverarbeitung etablieren: Silverfast als versierte Scan-Software, Capture One als High-end-Raw-Konverter sowie einige Spezialprodukte der Firma Agfa.

Zu Letzteren zählt auch die Automatisierungs-Software Intellitune. Unter der üblichen DTP-Anwenderschaft dürfte das Programm nur einer Minderheit bekannt sein. Zum einen liegt das an dem recht hohen Preis, zum anderen an der Zielgruppe. Im Visier stehen weniger die Freischaffenden, Werbeagenturen, Ser-vicebetriebe und Kleinunternehmen, die zur Kernklientel der Adobe-Produktpalette gehören, sondern vielmehr Zeitungsverlage und Akzidenzdruckereien – Unternehmen, die einen hohen Durchsatz an digitalen Bildern haben und nach einer automatisierenden Lösung Ausschau halten. Hier setzt Intellitune an. Anders als Photoshop & Co. nämlich ist die Software kein Bildbearbeitungsprogramm im üblichen Sinn, sondern vielmehr eine Lösung zur vollautomatisierten und justierbaren Optimierung großer Bildbestände.

Steuerung via Script statt über Menübefehle

Script-basiert: Die konkreten Richtlinien für die Automatikkorrektur werden in den Script-Einstellungen festgelegt. Dann wird das fertige Script gespeichert.
Vergrößern Script-basiert: Die konkreten Richtlinien für die Automatikkorrektur werden in den Script-Einstellungen festgelegt. Dann wird das fertige Script gespeichert.

Den Unterschied zu Photoshop & Co. verdeutlicht bereits die Programmoberfläche. Bestimmen im Adobe-Bildbearbeitungsklassiker zahlreiche Paletten, Menüpunkte sowie bis unter die Haube mit Regularien vollgepackte Features das Bild, gibt sich Intellitune in jeder Beziehung spartanisch. Die fünf Menüpunkte „Datei“, „Bearbeiten“, „Scripts“, „Bild“ und „Fenster“ beschränken sich auf vergleichsweise wenige Einträge. Auch opulente Untermenüs sucht man in der Anwendung vergebens. Das eigentliche Arbeitsfenster, dessen Aussehen sich an dem gewählten Arbeitsmodus, den geöffneten Objekten sowie dem in den Voreinstellungen eingerichteten Anordnungslayout orientiert, gestaltet sich ebenfalls recht übersichtlich. Im Zentrum der Darstellung stehen eine oder mehrere Bildversionen; die darüber liegende Funktionsleiste enthält einige Buttons für die wichtigsten Steuerungsbefehle, einige Info-Anzeigefenster sowie Pop-up-Fenster zum Anzeigen oder Aktivieren des gewünschten Arbeits-Scripts. Die eigentlichen Steuerungselemente des Programms sind die unterschiedlichen Scripts. Sie enthalten die Feineinstellungen, die für eine konkrete Automatikkorrektur Gültigkeit haben sollen. Anders als herkömmliche Programme ermöglicht es Intellitune, eine Reihe unterschiedlicher Bildqualitätskriterien detailliert zu regeln: Schärfe, Detailhaltigkeit, Helligkeit & Kontrast, Bildfarben sowie ein paar weitere Parameter wie Ziel-Bildgröße oder den Umgang mit Farbprofilen. Ebenfalls in einem Script lassen sich schließlich auch die Rahmenbedingungen für den jeweiligen Workflow festlegen. Die einstellbaren Optimierungsparameter erinnern von der Konzeption her ein wenig an das Photoshop-Plug-in Intellihance Pro.

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