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Offmaps: iPhone-Karten offline nutzen

12.05.2009 | 11:52 Uhr |

Eine globale Karte im Taschenformat- obwohl der nächste Handymast in unerreichbarer Ferne liegt. Diesen Wunsch versucht Offmaps zu erfüllen - mäßig erfolgreich. Das Programm lädt Karten direkt auf das iPhone und speichert sie.

Offmap Sehenswu¨rdigkeiten
Vergrößern Offmap Sehenswu¨rdigkeiten

Wer kennt nicht die Scheu in fremdem Lande nach dem Weg zu fragen, wo schon Beschreibungen gleichsprachiger Zeitgenossen meist unnützer sind als die Orientierung per Sonnenstand. Trotz dessen ist der Kostenschock der Roaming-Tarife ein noch größerer Schrecken. Als Ausweg, sich weder dem einen, noch dem anderen stellen zu müssen, möchte sich dieses Programm anbieten.

Offmaps stellt dazu den Dienst bereit, die gewünschten Kartenausschnitte im Vorfeld auf den iPod oder das iPhone zu laden, um diese dann später dem Benutzer offline zur Verfügung zu stellen. Dabei greift die Anwendung auf Open Street Map zu, welches detailliertes Kartenmaterial enthält, das auch für Wanderlustige oder Radfahrer gut geeignet ist. Das Projekt gilt als "Wikipedia der Internetkarten". Die Inhalte werden von Nutzern erstellt. Jeder kann sie ohne Lizenzkosten verwenden.

Das Herunterladen des Kartenmaterials ist theoretisch eine einfach konzipierte Angelegenheit. Per Suche nach einem Ort springt Offmaps an die gewünschte Stelle, anschließend zieht man einen Rahmen um das gewünschte Gebiet. Um die Datenmenge zur kontrollieren, lässt sich der Detailgrad des Materials variabel einstellen. Ist der Download abgeschlossen, stellt man das Programm in den Offline-Modus und hat so kostenfrei eine Landkarte im praktischen Taschenformat parat; so zu mindestens die Theorie, die Realität ist leider ein wesentlich steinigerer Pfad.

Mehr "Bugs" als auf jeder Wanderung

Das erste Ärgernis ist das Aufsuchen des Zielortes. Städte findet Offmaps nur unter Beihilfe der genauen Regelbefolgung (zu finden unter dem Hilfebutton) und englischer Staatenbeigabe. Die Suche nach Straßen oder Sehenswürdigkeiten funktioniert nur wenn sie in dem Gebiet liegen das derzeit auf dem Bildschirm zu sehen ist, dann aber recht zuverlässig. Begleiterscheinung der Suchvorgänge sind gelegentliche Abstürze des Programmes, welche auch gerne Downloadvorgänge zunichte machen, oder beim Scrollen durch die Karte für Abwechslung sorgen.

Ist es dem Benutzer gelungen diese Hürden zu überspringen, sollte das Geladene allerdings noch einmal akribisch überprüft werden- es kann vorkommen dass einzelne Kartenteile nicht geladen wurden, und somit im Offline-Modus doch wieder die alten Pfadfindertricks gefragt sind. Besonders zickig reagiert das Program in Verbindung mit dem GPS-Modul des iPhone 3G . Ein Orten des aktuellen Standortes führt, je nach Laune der Anwendung, zu einem kompletten Absturz des Mobiltelefons.

Nicht wegweisend - aber nützlich

Leider ist die Routenplanung mit Offmaps nicht möglich und ist daher eher als digitale Karte und nicht als Navigationsgerät zu sehen. So ist insbesondere bei Geräten ohne GPS-Empfänger auch weiterhin ein gewisser Orientierungssinn gefragt. Auch wenn der Nutzer bisher noch mit einigen technischen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat, ist Offmaps schon jetzt als annehmbarer Ersatz zu seinen gedruckten Verwandten zu sehen. Zu mindestens solange der Akku durchhält.

Link: iPhone-Apps im Test

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