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Keyframe-Collection für Final Cut Express

16.02.2004 | 16:07 Uhr |

Über geschickte Programmiertechnik ist es dem deutschen Entwickler chv electronics gelungen, Final Cut Express mit der Möglichkeit von Keyframes für die Einstellungen der Videofilter zu versorgen. Ein Luxus, der bis dato nur den Pro-Anwendern vorbehalten war.

Als Keyframes bezeichnet man die Speicherung von Filter- oder Bewegungseinstellungen an einem bestimmten Punkt in der Zeit. Möchte man einen Filter oder eine Bewegung über die Zeit eines Clips animieren, benötigt man mindestens zwei Keyframes: Einen Start- und einen Endpunkt. Zwischen diesen beiden Punkten kann man beliebig viele, weitere Keyframes setzen, um zusätzliche Zwischeneinstellungen zu speichern. Die Anzahl der Keyframes beschränkt sich logischer Weise auf einen Keyframe pro Einzelbild, also 25 Keyframes pro Sekunde.

Mehr Timeline

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Final Cut Pro 4 und Final Cut Express 2 sind schnell zusammengefasst: Final Cut Pro kostet das Vierfache, unterstützt neben DV noch andere Videoformate, bietet die Möglichkeit zur Stapelaufnahme und erlaubt die Generierung von Spezialeffekten mittels Keyframes in den Filtereinstellungen. Letztgenannte Funktion ist ab sofort nicht mehr nur exklusiv dem Pro-Klientel reserviert, sondern kann nun auch in Express nachgerüstet werden. Installiert man die Keyframe-collection von chv, findet man zunächst einen zweiten Satz Filter im Effekte-Browser von Final Cut Express. Die 42 Filter der chv-Sammlung sind weitestgehend identisch mit den Werksfiltern von Apple, ergänzen diese jedoch um die Möglichkeit, jede einzelne Einstellung mittels Keyframes zu speichern und über die Zeit zu animieren.

Die Anwendung der Keyframe-Filter ist nicht viel komplizierter als bei den übrigen Filter von Final Cut Express: Man zieht den gewünschten Effekt aus dem Browser auf ein Element in der Timeline und macht einen Doppelklick auf selbigen, um die Filtereinstellungen im Viewer zu öffnen. Anstatt die Keyframes jedoch wie bei Final Cut Pro direkt im Viewer zu setzen, generieren die Keyframe-Filter in Express eine zweite, virtuelle Timeline im Canvas. Hier erkennt der Anwender, an welchem Punkt in der Zeit sich das Videobild gerade befindet, und ob bereits Keyframes gesetzt sind. Um einen Filter zu animieren, positioniert man zunächst den Playhead der Timeline (oder des Canvas) auf dem Startbild und gibt in den Filtereinstellungen einen Wert an, beispielsweise den Radius einer Gausschen Unschärfe. Der chv-Filter generiert daraufhin automatisch den ersten Keyframe der Animation. Anschließend positioniert man den Playhead auf dem Videobild wo die Animation beendet werden soll, und ändert den Wert des Filters ein zweites Mal. Wiederum wird ein Keyframe generiert, der mit dem ersten Keyframe über eine Linie verbunden ist. Ausgehend von der ersten Änderungen kann man nun beliebig viele weitere Änderungen in den Filtereinstellungen durchführen, die alle mittels Keyframes gespeichert werden.

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