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Test Alien Skin Exposure 4

08.06.2012 | 15:31 Uhr |

Technisch gesehen geben digitale Fotos die Szene gut wieder, doch ihnen fehlt der Charme und Atmosphäre analoger Farb- und Schwarzweiß-Filme. Diese kann man sich mit Filtern von Exposure 4 zurück holen

Analogfilme mit ihren typischen Farben und Kontrast sowie technisch bedingte Fehler wie eine Körnung oder Fehlbelichtungen simuliert der Filter Exposure von Alien Skin schon seit gut sechs Jahren ausgezeichnet. Schon in der ersten Version hat das Plug-In, das es nun für Photoshop ab CS 4 oder Photoshop Elements 9 sowie Lightroom ab Version 2 gibt, Analogfilme sehr fein und realistisch simuliert. Das hat sich bis jetzt nicht geändert. Die Analogfilm-Simulation ist erstaunlich nahe am Original.
Exposure ist eine große Spielwiese für Freunde des Analogfilm-Looks. Die Auswahl ist derart vielfältig, dass es alleine neun Schwarzweiß-Kategorien mit reichlich Filtern gespickt gibt. Zudem findet man eine reichliche Sammlung von analogen Farbfilmen und Infrarot-Filmen sowie viele Spezialeffekte. Darunter sind auch eine Vielzahl von Effekten der Cross-Entwicklung , die in den 70er Jahren sehr beliebt war und es heute wieder ist. Kennt man den Namen des Films oder den englischen Begriff eines Effekts, beispielsweise Blur, Cross, Scratch, Soft oder Infrared, kann man die Anzeige auf diese Begriffe einschränken.

Altbacken aber flott

Startet man den Filter aus Photoshop, öffnet sich ein eigenes Fenster und man verlässt die Photoshop-Oberfläche. Doch nach getaner Arbeit in Exposure kehrt man automatisch zu Photoshop zurück. Exposure ermöglicht nur die Auswahl eines Filters, doch mehrere Filter gleichzeitig anwenden ergibt in den meisten Fällen ohnehin wenig Sinn. Bearbeitetet man eine Ebene oder die Hintergrundebene mit Exposure, erstellt das Plug-In eine neue Ebene mit den gewählten Effekt. Übrigens lassen sich beliebige Effekte auch in einer Aktion verwenden, in diesem Fall wird Exposure nicht extra gestartet, sondern der Effekt wird sofort berechnet.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten in Exposure sind sehr vielfältig. So lässt sich auch eine Gradationskurve individuell anpassen, bei Filtern für Farbfotos sogar für jeden Farbkanal einzeln.
Vergrößern Die Bearbeitungsmöglichkeiten in Exposure sind sehr vielfältig. So lässt sich auch eine Gradationskurve individuell anpassen, bei Filtern für Farbfotos sogar für jeden Farbkanal einzeln.

Die Benutzeroberfläche wirkt etwas veraltet und nach wie vor gibt es Exposure nur mit englischer Menüsprache. Ein bildschirmfüllender Modus ist nicht möglich und auch einen dunklen Hintergrund, wie derzeit bei Photoshop und Co so angesagt, gibt es nicht. Statt dessen kommt das Tool im Neutral-Grau gehaltener Oberfläche, die dreigeteilt ist: Links wählt man die Filter, in der Mitte befindet sich die Vorschau, die man auf Wunsch auch in einer Vorher-Nachher-Ansicht darstellen kann (Tipp: Drückt man die Leertaste, ändert sich die Vorschau automatisch zum Ausgangsbild). Rechts lassen sich die einzeln gewählten Filter sehr detailreich verändern, doch ob des Überangebots der Einstellmöglichkeiten vergaloppiert man sich auch schon mal schnell. Das Finetuning beinhaltet sogar eine individuell einstellbare Gradationskurve (auch für jeden Farbkanal). Der der Gesamteffekt lässt sich in seiner Stärke mit einem Schieberegler abmildern. Das ist zwar für Lightroom-Nutzer noch interessant, doch Photoshop-Anwendern raten wir davon ab, das erledigt man besser später in der entsprechenden Ebene, die Exposure anlegt.

Trotz der altbacken wirkenden Oberfläche findet man sich sehr schnell zurecht und die beiden seitlichen Menüs kann man auf Wunsch ausblenden um eine bessere Voransicht des Effekts zu erhalten. Zudem erhält man ohne Verzögerung gleich eine Voransicht des gewählten Filters, durch die man sehr bequem per Pfeiltasten navigieren kann, sowie der Einstellungen. Das eigentliche Berechnen des Filters geschieht ganz zum Schluss, wenn man auf den OK-Buttom klickt. Dies dauert zwar einige wenige Sekunden, das ist allerdings nicht weiter störend.

In Lightroom lassen sich mehrere Bilder anwählen, die sich alle in einem Rutsch mit Exposure 4 bearbeiten lassen.
Vergrößern In Lightroom lassen sich mehrere Bilder anwählen, die sich alle in einem Rutsch mit Exposure 4 bearbeiten lassen.

Stapelverarbeitung mit Lightroom

Gerade Event-Fotografen, die auf einen Rutsch eine Serie von Bildern mit einem schönen Retro-Look versehen wollen, werden an Alien Skin Exposure 4 ihren Spaß haben. Hier markiert man in Lightroom einfach die gewünschten Fotos und öffnet über Rechtsklick „Bearbeiten in > Exposure 4“. Im Fenster von Exposure erscheinen die ausgewählten Fotos als Filmstreifen am unteren Rand, durch Verschieben dieses Fensterbereichs lässt sich die Voransicht der Fotos vergrößern beziehungsweise verkleinern. Markiert man alle Fotos, wird ein Filter auf alle Fotos angewandt. Zur Feinjustierung lassen sich dann nach Belieben einzelne Fotos anwählen, um dann mit den reichhaltigen Werkzeugen nachzujustieren. Mit dem Buttom „Finish Batch“ berechnet man die Filter.

Empfehlung

Alien Skin Exorse 4 simmuliert alle Arten analoger Filme ausgezeichnet. Zudem lassen sich Retro-Effekte wie Filmkorn, Rahmen, Randabdunklung, Belichtungsfehler und vieles mehr zufügen sowie eigene Stile speichern. Die Arbeit gelingt schnell und einfach und so macht es viel Spaß, sich auf Entdeckungstour durch die analoge Filmwelt zu begeben. Gerade für Event-Fotografen, die viele Fotos mit einem Retro-Stil versehen wollen, ist Exporse in Verbindung mit Lightroom eine interessante Kombination. Störend sind lediglich die altbackene Oberfläche und die nur in Englisch verfügbare Menüsprache. Alien Skin bietet eine 15-tägige Demoversion.

Exposure 4

Preis: 249 US-$; Update 99 US-$
Note: 1,9 gut
Qualität (50 %)            1,8
Leistungsumfang (20 %)         1,8
Bedienung (20 %)       2,0
Dokumentation (10 %)            2,7
Vorzüge: Meist realistische Filmcharakteristiken, gute Filmkornsimulation, eigene Filmsets möglich, lässt sich in Photoshop-Aktionen einbinden, Batch-Verarbeitung in Lightroom möglich
Nachteile: Keine Kombination einzelner Einstellungen, altbackene Oberfläche, keine Unterstützung von Apple Aperture
Alternative: Onone Perfest Effects 3 , DxO Filmpack 3.1, Nik Color Efex Pro 4
Ab OS X 10.6, ab Photoshop CS4 oder Lightroom 2 oder Photoshop Elements 9
www.alienskin.com

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