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Kochen mit App und Garthermometer

28.01.2015 | 15:46 Uhr |

Ein Garthermometer mit App, die uns genaue Anleitungen gibt, wann wir was machen sollen. Klingt toll, hat jedoch einen großen Haken.

Das iPhone hilft bei vielen Dingen des Alltags, warum nicht auch beim Kochen? Das Garthermometer Cucinale Gourmet Sensor und die zugehörige App Gourtmetpilot sollen uns anleiten, wie wir unsere Gerichte zubereiten, damit sie genau auf den Punkt sind. Das Thermometer nutzt Bluetooth 4.0 und verbindet sich mit iPhones ab dem 4S, dem iPad 3 und Android-Geräten ab Android 4.3 (für für einige Nexus- und Galaxy-Geräte).

Die Einrichtung passiert dank Bluetooth Smart beinahe unmerklich, schön. Dann muss die App noch die Skala unserer Herdregelung wissen, um uns sagen zu können, auf welche Stufe man die Herdplatten regeln soll. Die App leitet uns gut durch die Kochprozedur. Sie sagt, wie und wo wir den Sensor im Topf oder der Pfanne platzieren sollen, ist gleichzeitig auch Timer und meldet sich, wenn der nächste Schritt erforderlich ist. Man darf nicht erwarten, dass man durch die digitale Hilfe Zeit oder Arbeit spart. Die Anleitungen dienen dazu, die optimale Temperatur und Gardauer zu treffen. Wer möchte, kann damit sogar Nudeln al dente kochen lassen, wenn er möchte. In der Praxis sind unsere Ergebnisse tatsächlich gut, die App liegt nie daneben. Da wir aber kein Kochmagazin sind, haben wir den Sensor nur einige wenige Male ausprobiert, deshalb gibt es auch keine Endnote, sondern ausdrücklich nur einen ersten Eindruck.

Die App geht Schritt für Schritt vor. Das macht es einfach.
Vergrößern Die App geht Schritt für Schritt vor. Das macht es einfach.

Teuer!

So angenehm, wie die Praxis in unserem Kurztest ist, es gibt auch einige Fallstricke bei dem System aus Gourmetsensor (dem Bluetooth-Thermometer) und Gourmetpilot. Da wäre vor allem der Preis. Der Sensor alleine kostet ab 130 Euro. Die App dazu ist zwar kostenlos, die Inhalte sind es dagegen nicht. Die meisten Rezepte - und damit Kochprogramme - kosten ein bis zwei Euro. Das Gesamtpaket, das alle Programme enthält, kostet satte 170 Euro.

Der Sensor misst beispielsweise die Ölthemperatur oder auch die Temperatur direkt im Fleisch wie hier - je nach Fortschritt der Zubereitung.
Vergrößern Der Sensor misst beispielsweise die Ölthemperatur oder auch die Temperatur direkt im Fleisch wie hier - je nach Fortschritt der Zubereitung.

Dagegen sind nur einige wenige Rezepte kostenlos in der App enthalten oder werden per Gutschein mitgeliefert, Nachkaufen ist also ein Muss, wenn man das teure Thermometer auch nutzen will. Dazu existiert eine "Premium"-Version für 280 Euro, bei der die Vollversion der App (als Gutschein) schon enthalten ist. Dazu kommt, dass die Batterie des Thermometers fest eingebaut ist. Zum Austausch muss das Gerät an den Hersteller geschickt werden. Immerhin soll die hitzefeste Batterie drei Jahre lang halten.

Fazit

Das System funktioniert bei unseren Versuchen gut, da gibt es wenig zu meckern. Durch die Anleitungen für die richtige Herdstufe und durch die permanente Überwachung kann wenig schief gehen und man lernt auch noch viel dabei. Hier ergibt die Kombination aus Gerät und App wirklich Sinn. Es bleibt nur die Frage, an wen sich das System richtet. Profis dürften in der Praxis keine Zeit haben, nebenbei mit einem Tablet zu hantieren, da muss jeder Handgriff aus dem Gedächtnis kommen. Interessant ist dies wohl vor allem für Genießer, die nicht täglich kochen, dann aber wirklich Aufwändiges und Leckeres zaubern wollen und auch viel Geld für hochwertige Küchengeräte und tolle Zutaten ausgeben. Dann wirkt das System schon bezahlbarer. Falls einem hier nicht der Stolz im Weg steht, alles selbst zu kochen und sich nicht an eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu halten.

Info: Cucinale

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