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Test Fujifilm X10

29.11.2011 | 16:31 Uhr |

Den Charme einer alten Reportage-Kamera bietet die sehr hochwertig verarbeitete Fujifilm X10. Doch im nostalgischen Mantel verbirgt sich moderne Technik.

Während es mit vielen digitale Spiegelreflexkameras und Systemkameras das Fotografieren ein sinnliches Erlebnis ist, bieten nur die wenigsten Kompaktkameras eine schöne, haptische Erfahrung. Eine dieser Ausnahmen ist die Fujifilm X10. Sie mag aufgrund ihrer Größe unpraktischer als andere Kompaktkameras sein, die im Gegensatz zur X10 problemlos in der Jackentasche Platz finden. Doch alleine ihr Gewischt und ihr sehr gut verarbeitetes Metallgehäuse mit den großzügig gummierten Flächen vermitteln bereits einen hochwertigen Eindruck. Alles an der Kamera ist so gebaut, wie man es von einer alten Reportage-Kamera kennt: Sogar der Objektivschutz ist aus Blech gefertigt und innen mit Filz ausgekleidet. Das Objektiv vermittelt mit seinem Metall-Chassis einen hochwertigen Eindruck.

Bedienung

Die Kamera wird eingeschaltet, indem man das Objektiv ausfährt. Nett sind einige Details, die für eine moderne Digitalkamera eigentlich untypisch sind: So bietet die Kamera einen optischen Sucher und ganz rechts befindet sich ein großes Wahlrad, mit dem man die Belichtungskorrektur einstellen kann. Der Auslöseknopf hat sogar ein Gewinde, an dem man einen Kabelfernauslöser anschrauben kann. Den Blitz muss man manuell ausfahren.

Die übrige Ausstattung der Kamera entspricht der einer modernen Kompaktkamera: Sie besitzt Einstellungsmöglichkeiten für PSAM und zwei individuell belegbare Einstellungen (C1 und C2), zudem Automatik-Programme.

Um der rückwärtigen 5-Wege-Steuerung befindet sich ein Drehring, mit dem man schnell navigieren kann. Manuelle Einstellungen lassen sich mit einem weiteren rückwertigen Drehrad vornehmen, das mit dem Daumen sehr gut erreichbar ist. Im manuellen Modus "M" kann man per Druck auf das Drehrad zwischen den Einstellungen für Blende und Belichtungszeit wechseln.

Unter den Automatik-Funktionen befindet sich ein Panorama-Assistent, mit dem man sogar 360-Grad-Panoramen erstellen kann. Die Übergänge sind indes noch gut erkennbar. 16 Motivprogramme lassen sich manuell wählen, zu jeder Auswahl erhält man eine kurze Beschreibung des Motivprogramms. Auf der Vorderseite kann man zwischen manuellen Fokus, Autofokus und Verfolgungs-Modus wählen. Zum manuellen Scharfstellen dreht man das rückwertige Drehrad, das sich um die 5-Wege-Steuerung befindet. Die Bildmitte wird dann zur besseren Schärfekontrolle vergrößert dargestellt, zudem befindet sich eine Entfernungs-Angabe auf dem Display.

Videos

Im Full-HD-Format kann die Finepix X10 Videos aufnehmen. Die 1920 x 1080 Pixel großen Videos speichert die Kamera im Quickttime-Format ab, so sind die Videoclips am Mac problemlos nutzbar. Die Video- und Tonqualität ist ordentlich. Allerdings lässt sich kein externes Mikrofon anschließen, sollte man Wert auf eine bessere Tonqualität legen.

Bildqualität

Das Objektiv wirkt schon durch sein Metallgehäuse einen hochwertigen Eindruck, das wird im Test auch bestätigt: Beeindruckend ist die hohe Lichtausbeute, die im Weitwinkel bei F2,0 und im Tele bei F2,8 beginnt. So erhalten wir im Praxistest auch bei schwachem Licht noch gute Ergebnisse. Dieser Praxiseindruck bestätigt sich bei den Labormessungen. In unseren Labortests nach DC Tau messen wir im Weitwinkel und mittlerem Zoombereich einen vertretbaren Randabfall, im Tele ist er nahezu nicht vorhanden. Das Bedeutet, dass besonders bei offener Blende sich kaum dunkle Ränder bemerkbar machen. Auch die Verzeichnung des Objektivs ist sehr gering. Man sollte jedoch etwas abblenden um so eine bessere Bildschärfe zu erzielen.

Für eine Kompaktkamera verwendet die Finepix X10 einen recht großflächigen Bildsensor. Dieser löst mit zwölf Megapixel noch moderat auf, ohne dass das Bildrauschen aufgrund zu hoher Auflösung zu sehr überhand nimmt. Bis ISO 800 messen wir ein Bildrauschen, das kaum stört, aber im Vergleich zu System- und Spiegelreflexkameras dann doch höher liegt.

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