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Von Sebastian Hirsch, Patrick Woods - 24.06.2009, 13:35

Kompass und Spracherkennung

Kompass und Spracherkennung im iPhone 3G S

Der neue Kompass und die Sprachsteuerung sind angepriesene Funktionen des iPhone 3G S. Sie zählen zu den wichtigsten Neuerungen. In der Praxis überzeugen die neuen Funktionen jedoch nicht auf voller Linie.
Es ist so eine Funktion, von der man erst einmal nicht weiß, was man damit soll. Wozu, fragt man sich, benöigt man am iPhone einen Kompass, wenn man GPS und Google Maps hat? Eben drum, lautet die Antwort. Denn während sich mit GPS "nur" der Ort bestimmen lässt, an dem man sich aufhält, verrät der Kompass, in welcher Himmelsrichtung das iPhone ausgerichtet ist. So weitgehend nutzlos, wie die Applikation Kompass selber ist (sie zeigt nur die Himmelsrichtung an), so unschätzbare Vorteile bringt der Kompass selbst mit sich.
Hat man in den Karten per GPS seinen Standort bestimmt, genügt es, erneut auf den Ortbestimmungs-Button zu tippen, und das iPhone richtet die Karte in die Richtung aus, in die man gerade blickt. Weiß man beim iPhone 3G nicht, ob sich die Schillergasse gerade vor oder hinter einem befindet, zeigt das iPhone 3G S dies genau an. Auch hier wieder typisch Apple: Die Blickrichtung zeigt das iPhone durch einen transparenten Kegel an, der sich elegant über die Karte legt.
Das Ganze funktioniert in der Praxis problemlos. Lediglich als wir in der Nähe mehrerer Bahngleise die Karten verwenden, zeigt der Kompass eine Störung an. Nachdem wir ihn nach Anleitung (siehe Bild) wieder kalibriert haben, indem wir mit dem iPhone eine 8 in die Luft gemalt haben, können wir ungestört weiter arbeiten. Beim Anblick von Fußgängern, die am Wegrand stehen und mit ihrem iPhone Achten in die Luft malen, sollte also niemand erschrecken – es ist nur eine Kompasskalibrierung.
Kleinere Probleme kann es auch im Auto geben. Wir testen die Funktion während das iPhone 3G S an einer Halterung im Fahrzeug befestigt ist. Auch hier arbeitet die Funktion grundsätzlich gut. Allerdings muss das iPhone genau in Fahrtrichtung ausgerichtet sein, sonst stimmt das Ergebnis nicht. Zudem lässt sich der Magnetsensor durch leichte Schwingungen der iPhone-Halterung etwas aus der Ruhe bringen und zuckt häufig nervös. Beim Abbiegen folgt die Rotation der Karte der Richtung des Autos gut. Teilweise reagiert der Kompass aber zu träge und geht die Drehung nicht voll mit, sodass der Kegel in der Maps-App etwas an der Straße vorbei blickt, obwohl das Auto genau gerade auf der Straße fährt. Insgesamt hilft die neue Funktion aber auch bei der Orientierung im Auto gut.
So nützlich GPS am iPhone ist, mit dem Kompass wird erst ein echter Schuh draus. Schon arbeiten Entwickler daran, die Möglichkeiten voll auszuschöpfen. So lassen sich Anwendungen entwickeln, die über das Kameramodul anzeigen, welches Gebäude man gerade betrachtet. Exakte Rotenführung ist auch für Fußgänger möglich, da man die Richtung auf dem Display anzeigen kann. Elektronische Städteführer können nun exakt bestimmen, vor welchem Gebäude man steht und wohin man schaut – und entsprechende Erklärungen abspielen. Die Möglichkeiten, das GPS-Modul zu nutzen, sind erheblich gestiegen, und die Entwickler werden sicher noch eine Menge Gebrauch davon machen.
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