1492103

HTML-Editor Coda 2 zeigt (noch) Schwächen

11.06.2012 | 15:20 Uhr |

Erfrischend anders, aber noch mit Haken und Ösen: Version 2 des HTML-Editors Coda zeigt eine Live-Vorschau der HTML-Seiten, doch dafür ringen wir mit Datei-Upload und CSS-Editor

Der HTML-Editor Coda von Panic ist für Web-Profis konzipiert: Man arbeitet direkt im HTML- und CSS-Code, auch Javascript- und PHP-Befehle sowie MySQL-Datenkbanken sind der Software nicht fremd. Grafische Hilfen bei der Seitenerstellung und Bild-Platzierung aber gibt es nicht.

Coda 2 ist seit 24. Mai 2012 erhältlich, direkt vom Hersteller für 75 US-Dollar oder im Mac App Store für 60 Euro (vergünstigter Preis, Stand: 11. Juni 2012). Nur die Version vom Mac App Store kann Einstellungen über iCloud synchronisieren (eine Beschränkung, die Apple vorgibt), was bei uns im Test aber nicht funktioniert. Die entsprechende Funktion lässt sich nicht aktivieren.

Coda arbeitet wie gesagt ohne grafische Hilfen, allerdings lässt sich eine Voransicht aufrufen, die auf Webkit basiert (Webkit ist auch die Basis für den Browser Safari). Wie bei Safari lassen sich dort einzelne Objekte einer HTML-Seite auswählen, wobei der dazu gehörige HTML-Code ebenfalls ausgewählt wird.

Coda 2 ist ein professioneller HTML-Editor, der über dem HTML-Code in kleinen Symbolen eine HTML-Seitenvorschau zeigt.
Vergrößern Coda 2 ist ein professioneller HTML-Editor, der über dem HTML-Code in kleinen Symbolen eine HTML-Seitenvorschau zeigt.

HTML-Profis sollten sich nach kurzer Eingewöhnung wohl fühlen. Coda kennt „Clips“, vordefinierte HTML-Schnipsel, die ein oder mehrere Platzhalter enthalten und sich auf Wunsch um den gerade ausgewählten Text im Editor legen. Wer lieber selbst tippt, erhält nach den Anfangsbuchstaben des jeweiligen HTML- oder PHP-Befehls eine Auswahl der passenden Befehle. Und die Klammerschreibweise von HTML unterstützt der Editor mit der Tastenkombination „Befehl-Wahltaste-Punkt“ („cmd-alt-.“) - die fügt den Abschluss für den gerade aktiven HTML-Befehl ein.

Coda 2 hat einen einfachen Editor für MySQL-Datenbanken dabei, außerdem kann man sich eine Vorschau einer Seite in einem eigenen Fenster zeigen lassen.
Vergrößern Coda 2 hat einen einfachen Editor für MySQL-Datenbanken dabei, außerdem kann man sich eine Vorschau einer Seite in einem eigenen Fenster zeigen lassen.

An einigen Stellen aber wirkt die Software unfertig: Im Farbwähler fehlt die Lupe, mit der man eine Farbe von einem anderen Objekt übernimmt. Beim Publizieren hängt die Software im Test regelmäßig beim Transfer von Bild-, Musik- oder Videodateien auf den FTP-Server. Außerdem arbeitet CSS-Editor anders als bisher und zum Teil einfach unpraktisch: Er blendet für Abstände (margin oder padding) einen grafischen Regler ein, der aber keine präzise Werte kennt und anzeigt (beispielsweise „4px“). Die Unterstützung für Farbverläufe, die mit CSS2/CSS3 eingeführt wird, ist genauso mangelhaft wie die für selbstdefinierte Schriften über „@font-face“.

Empfehlung

Coda 2 ist ein HTML-Editor für Profis, die HTML-Codes direkt bearbeiten. Das erkennt man unter anderem am (rudimentären) MySQL-Editor und an den wenigen grafischen Hilfen. Die Dateisymbole, die live jeweils eine Vorschau der HTML-Seite zeigen, oben im Fenster helfen die Übersicht zu behalten. Allerdings trüben einige Programmfehler das Bild. In der iPad-Version des Editors (Diet Coda) konnte Panic den Absturz schnell beseitigen, in der Mac-Version sollten diverse Baustellen mit dem Update auf Coda 2.0.1 beseitigt sein. Bis Redaktionsschluss (11.6.2011) war das Update aber nicht über den Mac App Store verfügbar.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1492103