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Konstrukte für die 3. Dimension

25.09.2003 | 14:47 Uhr |

Fast jedes 3D-Programm hat einen eigenen Akzent. Form•Z hat sich über die Jahre zu einem Programm entwickelt, mit dem man sogar sehr ansehnliche Trickvideos erzeugen kann. Die an Mac-Os X angepasste Version 4 ist einen Schritt näher an die Konkurrenzprodukte von Eovia und Maxon gekommen.

Autodessys hat sein 3D-Werkzeug kräftig überarbeitet - so sehr, dass Form•Z-Profis sich erst neu orientieren müssen und Einsteigern ein Blick in die 190 Seiten starke Handbuchergänzung nicht erspart bleibt. Denn die neue Modulbauweise macht es möglich, dass sich jeder Benutzer Werkzeuge und Konstruktionshilfen nach eigenen Wünschen zusammenstellt. Schon bei der Installation kann man einzelne Bereiche komplett ausblenden. Autodessys hat außerdem viele Befehle verschoben und neue hinzugefügt. Das Menü "Drafting" zum Beispiel ist jetzt vom Menü "Modeling" getrennt. Im Menü "Display" fasst der Hersteller alle Rendering- und Visualisierungsoptionen zusammen sowie die Parameter für den neu hinzugekommenen Netz-Renderer.

Unübersichtliche Dialoge haben die Entwickler überarbeitet und überbordende Funktionsbereiche mit Karteikartenreitern unterteilt. Dabei ist oft ein neuer Reset-Knopf hinzugekommen, der es erlaubt, die Parameter auf die Standardwerte zurückzustellen. Die Fenster "Display", "Pick", "Snap" und "Window" sind in interaktive Paletten gewandert und die Werkzeugpaletten für Modelling und Konstruktion schweben über anderen Fenstern. Bei Dialogen, die eine Objektvorschau zeigen, erzeugt man mit dem Knopf "Render" eine detaillierte Objektvoransicht. Zusammen bewirken die Änderungen, dass man den Überblick bei Änderungen eines Parameters besser behält als bisher.

Die neuen Werkzeuge

Die schon erwähnten neuen Werkzeuge betreffen vor allem den Umgang mit Nurbs-Kurven- und -Flächen: Es gibt jetzt unter anderem die Möglichkeit, Nurbs umzuformen, zu verknüpfen oder aufzutrennen. Objekte lassen sich besser miteinander verschmelzen; parametrisches Bearbeiten - also die Bearbeitung mit Referenzwerten - hat Autodessys kräftig vereinfacht.
Interessant ist das Werkzeug "Edit in Parameter Space", mit dem man Ausstanzungen an getrimmten Nurbz-Objekten durchführt (Nurbz ist eine Variante von Nurbs-Objekten, die Autodessys entwickelt hat). Die Funktion "Lofting" erstellt Objekte auf Basis von offenen oder geschlossenen Pfaden, die auch Kanten von anderen Objekten sein können. Der Vorgang ähnelt "Skinning", hierbei lässt sich das Resultat aber noch besser steuern, da die Ausrichtung der Unterpfade manipulierbar ist. Mit dem Werkzeug "Point-Cloud" entfernt man alle Polygone eines Objekts, so dass nur die Eckpunkte zurückbleiben. Objektkopien erzeugt man anhand von Referenzpunkten mit dem Werkzeug "Parallel Objects". Das Werkzeug "Blend" verbindet die Oberfläche zweier Objekte, wer jedoch am Übergang zwischen zwei ineinander geschobenen Objekten einen Bogen anbringen will, greift besser zum Werkzeug "Fillet".
Bei den 3D-Baumaterial finden sich neue Arten von weichen Kurven, die sich in die Gruppen "NURBS", "Tangent" und "Spline" aufteilen. Das Werkzeug "Reconstruct" hilft dabei, nachträglich die Kontrollpunkte dieser Kurven zu reduzieren, ohne ihre äußere Form zu verändern. Grundkörper darf man in Version 4 zu Nurbz-Objekten umwandeln und über "Edit-Controls" bearbeiten. Die gleichnamige Palette erlaubt den Zugriff auf Unterfunktionen wie Verschieben, Rotieren und Skalieren.
Wer über 3D-Objekte hadert, die überflüssige Polygone aufweisen, wird das Werkzeug "Reconstruct-NURBZ" schätzen lernen. Damit lassen sich nach einstellbaren Vorgaben gezielt Polygone und Kontrollpunkte entfernen, ohne dabei die Originalobjektform zu verändern. Mit dem Werkzeug "Extract-Curve" filtert man zusätzlich Kurven und Liniensegmente aus Objekten heraus. In der Szene platzierter 3D-Text kann entlang eines Pfades laufen. Bearbeitet man die Pfade, passt sich der Text automatisch neu an. Beim Modellieren helfen zwei zusätzliche Ausrichtpunkte beim Ausrichten der Objekte, dazu passend gibt es die Optionen "Snap to Keypoint" oder "Tangent-Snap".

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